Umfrage auf dem Wochenmarkt
Ochtruper von Erhöhung der Mehrwertsteuer nicht überzeugt

ochtrup -

In der Öffentlichkeit wird derzeit darüber diskutiert, die Mehrwertsteuer für Fleisch zu erhöhen. WN-Mitarbeiter Norbert Hoppe hat sich auf dem Ochtruper Wochenmarkt umgehört und gefragt, wie die Töpferstädter und Marktbeschicker darüber denken.

Freitag, 09.08.2019, 06:00 Uhr
Im Gespräch ist aktuell eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Fleisch.
Im Gespräch ist aktuell eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Fleisch. Foto: dpa

Liegt es am berühmten Sommerloch oder ist die Zeit endlich reif, um Klimaschutz und Tierwohl auf die Tagesordnung der politischen und gesellschaftlichen Diskussion zu setzen? Auf jeden Fall rückt ein Thema in den Vordergrund, das in der Vergangenheit nicht die allergrößte Rolle spielte. Besonders im Fokus steht aktuell eine Erhöhung der Mehrwertsteuer für Fleisch von bisher sieben auf künftig 19 Prozent, wie sie von Politikern und Verbänden ins Gespräch gebracht wird.

Auf dem Ochtruper Wochenmarkt am Donnerstag stieß ein Anheben der Mehrwertsteuer auf wenig Gegenliebe. Gar nicht mal, weil fast alle Befragten befürchteten, dass Fleisch einfach teurer werde und sich ansonsten nicht viel verändere. „Die Steuererhöhung kommt so oder so“, meint ein Marktbesucher. „Und dann verschwinden die Mehreinnahmen im großen Steuertopf“, ist ein anderer schon fast resigniert. Eine Kundin an der Fleischtheke versichert: „Ich zahle gern ein bisschen mehr fürs Fleisch, wenn es den Erzeugern zu Gute kommt und die Bio-Landwirtschaft gefördert wird.“

„Das meiste könnte über eine Bewusstseinsveränderung bewirkt werden“, ist eine Marktbeschickerin, die mit ihrem Verkaufsstand Geflügelfleisch aller Art anbietet, überzeugt. Sie nimmt an, dass die Discounter die Verkaufspreise nicht erhöhen werden. Absehbar sei nach ihrer Meinung, dass noch mehr Druck auf die Erzeuger ausgeübt werde. „Nur noch die ganz großen Mastbetriebe können diesen Kampf durchhalten, für kleine Höfe und Bio-Bauern wird das Überleben immer schwieriger“, vermutet die Verkäuferin. Und das Tierwohl stehe dann wohl auch nicht an vorderster Stelle.

Ein Ehepaar aus Nagold in Baden-Württemberg, das im Münsterland Urlaub macht und sich auf ihrer Radtour auf dem Wochenmarkt mit einem Bratfisch stärkt, glaubt, dass nach einer Steuererhöhung noch mehr Fleisch aus den USA oder Südamerika nach Deutschland und in die Europäische Union eingeführt wird. „Doch wo auf der Erde die Kühe Methan ausstoßen, ist für das Weltklima doch egal“, so die Erklärung der Gäste aus Süddeutschland. Viel effektiver sei es, auf unnötige Flugreisen zu verzichten und mit Bahn oder Bus unterwegs zu sein. Mit einer Erhöhung der Steuer für Flugbenzin könnte der Staat ebenfalls regulierend eingreifen, wirft ein anderer Kunde in die Diskussion ein.

So richtig überzeugt von der Wirkung einer höheren Mehrwertsteuer scheinen viele Ochtruper nicht zu sein. Aber wenn die Gesellschaft ins Nachdenken kommt, und die Menschen verstärkt Klimaschutz und Tierwohl in den Blick nehmen, wäre ja schon ein erster Schritt in die richtige Richtung getan.

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