Trockenheit bereitet der Wehr noch keine Probleme
Feuer hat schnelle Beine

Ochtrup -

Die Trockenheit setzt allen zu. Und sie ruft momentan zu erhöhter Wachsamkeit auf. Ein Funke genügt, um einen Flächenbrand zu entfachen. Die Ochtruper Wehr hat sich auf diese Gefahrenlage eingestellt. Und ist, so sagt Wehrleiter Andreas Leusing, „gut gerüstet, denn wir haben Hydranten bis in die äußersten Zipfel der Bauerschaften.“

Samstag, 10.08.2019, 07:00 Uhr
Dieses Löschfahrzeug wird demnächst durch ein neues mit größerem Fassungsvermögen ersetzt
Dieses Löschfahrzeug wird demnächst durch ein neues mit größerem Fassungsvermögen ersetzt Foto: Susanne Menzel

Die Trockenheit fordert ihren Tribut. An den Flüssen und Bächen, in der Landwirtschaft – und in den umliegenden Kommunen auch mit dem einen oder anderen Feuerwehreinsatz. „Ochtrup ist, was Flächenbrände angeht, bisher noch gut weggekommen. Wir hatten davon bis dato nicht mehr als in den Jahren zuvor“, atmet Andreas Leusing , Leiter der Ochtruper Wehr und somit auch zuständig für die Kameraden in Lan­genhorst und Welbergen, schon erleichtert auf. Kleinere Heckenbrände seien in den vergangenen Wochen zwar schon aufgelaufen. Auch auf abgemähten Kornfeldern sind teilweise kleinere Feuer ausgebrochen: „Alles ließ sich aber schnell wieder löschen.“

Die Situation in den Umlandkommunen sei da wesentlich anders, ist Leusing bewusst. „Unser Vorteil ist zum einen, dass wir weniger zusammenhängende Waldflächen haben als es beispielsweise in Metelen oder in Richtung Gronau und Bad Bentheim der Fall ist.“

Der andere Vorteil, von dem die Töpferstadt profitiert, ist die Wasserversorgung. „Die ist eigentlich bis in den letzten Zipfel der Bauerschaften gegeben. Da stehen Hydranten. So sind die Oster und die Wester bestens mit öffentlichen Leitungen ausgestattet. Die Weiner nicht ganz so gut. Aber auch dort lässt sich mit dem Überbrückungsmaterial, das wir stets auf den Einsatzwagen mitführen, die hinterste Ecke erreichen.“

Die Trockenperioden der vergangenen zwei Jahre seien aber von ihrer zeitlichen Dauer her schon extrem, merkt Leusing an. „Das erkennt man beispielsweise an den Heckenbränden, die wir in der jüngsten Vergangenheit hatten. Kleine Sachen – aber immer wieder schnell passiert. Da flämmt jemand mit einem Brenner das Unkraut ab, ein Funke springt auf die Hecke – und schnell ist der Brand da. Gerade Nadelgehölze sind dafür anfällig. Ist das einmal passiert, sollten die Bürger sofort die Feuerwehr rufen. Wir richten unser Augenmerk dann darauf, dass der Brand nicht übergreift und Schlimmeres passiert. Feuer hat schnelle Beine.“

Ein weiterer „Klassiker“: Die Grillkohle vom Vorabend scheint erloschen und wird deshalb auf dem Kompost oder in die Mülltonne entsorgt. Ruck-zuck entzünden glimmende Reste das Umfeld. Der Wehrleiter: „Darauf sollten alle im Moment besonders achten.“ Erst am Dienstag hatte gerade solch ein Vorfall die Wehr zur Schützenstraße alarmiert.

Dass im Wald Rauchverbot herrscht, kein Müll dort zurückgelassen wird (Glasflaschen wirken wie ein Brennglas), die Spaziergänger sich nur auf vorgegebenen Wegen bewegen – „all das ist zwar bekannt, man kann aber trotzdem nicht oft genug darauf hinweisen“, weiß der Floriansjünger aus Erfahrung.

Die Ochtruper Wehr hat bereits in den vergangenen Jahren bei der Neuanschaffung von Fahrzeugen darauf geachtet, dass deren Kapazitäten zum Teil größer ausgelegt sind, als es die Norm vorgibt. So ist das Löschfahrzeug 10 (LF 10) statt der eigentlichen zwölf Tonnen für 16 Tonnen ausgelegt. Leusing: „Dadurch können wir zusätzliches Löschwasser mitführen und haben einen entsprechenden Puffer nach oben.“ Neu beschafft werden soll auch der Nachfolger für den Oldie aus dem Jahre 1993: das TLF (Tanklöschfahrzeug) 4000 kann dann immerhin 5000 Liter Löschwasser „aufladen“.

„Bis dato wird‘s in Ochtrup mit dem Wasser nicht knapp werden“, meint Andreas Leusing. Zumal beispielsweise die Landwirte beim Neubau von Anlagen entsprechende Brandschutzkonzepte umsetzen müssen, die behördlich kontrolliert werden. Zum Teil stehen bereits jetzt Güllewagen mit Wasser als Reservoir bereit. Die Wehren sind untereinander vernetzt. Ein Blick auf die Handy-App zeigt an, wer wo welches Fahrzeug zur Verfügung stellen kann, wenn sich ein Brand einmal größer entwickelt und die eigene Kapazität nicht reicht.

Der einzige Knackpunkt, so der Verweis von Wehrleiter Leusing, „das ist die Autobahn. Dort gibt es keine Hydranten. Wenn da ein Fahrzeug, die Böschung oder sonst etwas brennt, dann müssen wir das Wasser zum Löschen mitbringen. Daher ist es gut, dass wir auf unseren Fahrzeugen immer etwas mehr Spielraum haben.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6836980?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F182%2F
Pedelecfahrer von Auto erfasst und gestorben
Bei einem Verkehrsunfall auf der L 592 ist ein 79-jähriger Pedelecfahrer verstorben.
Nachrichten-Ticker