Radtour von KAB und kfd zu den Wegekreuzen
Spannende Ochtruper Geschichte

Ochtrup -

Die Geschichten hinter der Geschichte von Bildstöcken und Wegekreuzen waren ungeheuer spannend und aufschlussreich für gut 20 Personen, die am Samstagnachmittag mit der KAB St. Paulus und der kfd St. Marien in der Weiner unterwegs waren, um sich über die Zeugnisse des christlichen Glaubens zu informieren.

Dienstag, 13.08.2019, 05:00 Uhr
Bruno Kippelt stellt die Schutzmantel-Madonna beim Hof Höke in der Weiner vor.
Bruno Kippelt stellt die Schutzmantel-Madonna beim Hof Höke in der Weiner vor. Foto: Norbert Hoppe

Bruno Kippelt vom Ochtruper Heimatverein wusste zu allen Denkmälern eine ganze Menge über Entstehung und den Grund der Errichtung zu berichten. Seit 20 Jahren erforsche er in Gesprächen mit Hofbesitzern, Nachbarn und Schulkameraden alles, was sich an Wissenswertem zusammentragen lässt, berichtete Kippelt zu Beginn der Radtour durch die Bauernschaft. „Gut, dass sich Herr Kippelt so intensiv damit beschäftigt“, freut sich ein Teilnehmer darüber, dass so ein wichtiger Teil der Ochtruper Geschichte für die Nachwelt erhalten bleibt.

Der heilige Josef werde in der Weiner ganz besonders verehrt und so war die erste Station der Josef-Bildstock im Weinerfeld. Dort traf sich in den Sommermonaten die Gemeinschaft Horst und Wall zu Maiandachten, die von Klängen einer Mundharmonika begleitet wurden. Während der Kriegszeiten beteten an diesem Bildstock Frauen und Kinder für eine glückliche Heimkehr ihrer Ehemänner, Väter und Söhne.

Von einer Wallfahrt nach Banneux stammt eine Marienstatue, die in einer Grotte auf dem Hof Bügener-Stegemann steht. Mit dieser Madonna wurde ein Gelübde als Dank für die Genesung von einer schweren Krankheit eingelöst. Ein anderer Bildstock wurde von einer Familie aufgestellt, die sich für ein gelungenes Lebenswerk bedanken wollte.

Aber auch tragische Ereignisse gaben Anlass dazu, auf Hofeinfahrten und Wegen Kreuze aufzustellen. Als erschütterndes Beispiel nannte Bruno Kippelt zwei Kinder, die bei einem Brand des Wohnhauses ums Leben kamen. Die Familie verlor zudem ihren Sohn im Alter von nur 19 Jahren. Er ließ sein Leben als Soldat im Ersten Weltkrieg. Auch zu seinem Gedenken wurde das Kreuz an der Hofeinfahrt errichtet, informierte Kippelt die aufmerksame Gruppe der KAB- und kfd-Mitglieder. Am Ehrenmal an der Felsenmühle gedenkt der Weiner-Schützenverein seiner in den beiden Weltkriegen gefallenen Vereinsmitglieder.

Zu jedem der gut ein Dutzend Denkmäler wusste Bruno Kippelt an diesem Nachmittag viele Hintergründe und Geschichten zu erzählen. Da noch nicht alle Bildstöcke und Wegekreuze in der Weiner besucht werden konnten und in anderen Bauerschaften und Ortsteilen noch viel zu erfahren sei, planen KAB und Frauengemeinschaft für das nächste Jahr eine weitere Radtour zu den Zeichen der Volksfrömmigkeit, die in Ochtrup noch zahlreich zu bestaunen sind.

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