Caritaswerkstätten feiern 50-jähriges Bestehen
Mit vier Mitarbeitern fing alles an

Ochtrup -

Die Caritas-Werkstätten Langenhorst feiern ihr 50-jähriges Bestehen. Zu den ersten Aufträgen gehörte das Herstellen von Telefonhörerkapseln. Heute gibt es Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen in ganz unterschiedlichen Bereichen. Jeder wird nach seinen Fähigkeiten und Neigungen gefördert.

Montag, 12.08.2019, 22:00 Uhr
Freuen sich auf das Jubiläum: Die Mitarbeiter der Caritas-Werkstätten Langenhorst mit ihrem Leiter Alexander Lürwer (2.v.r.). Die historischen Bilder zeigen eine Prüfstation für Telefonhörerkapseln (kl. Foto, l.), das Spulenrecycling sowie Stanz- und Montagearbeiten (unten).
Freuen sich auf das Jubiläum: Die Mitarbeiter der Caritas-Werkstätten Langenhorst mit ihrem Leiter Alexander Lürwer (2.v.r.). Die historischen Bilder zeigen eine Prüfstation für Telefonhörerkapseln (kl. Foto, l.), das Spulenrecycling sowie Stanz- und Montagearbeiten (unten). Foto: Marion Fenner/Caritas

„Jeder Mensch kann irgendetwas“, ist Alexander Lürwer , Leiter der Caritaswerkstätten Langenhorst, überzeugt. Genau das gelte es, herauszufinden und zu fördern. Nach diesem Grundgedanken wird in den Werkstätten für Menschen mit Behinderungen gearbeitet – und das seit nunmehr 50 Jahren.

Stanz- und Montagearbeiten im Jahr 1969, kurz nach der Gründung im Gebäude an der Hauptstraße 33 in Langenhorst, der ehemaligen Gehörlosenschule

Stanz- und Montagearbeiten im Jahr 1969, kurz nach der Gründung im Gebäude an der Hauptstraße 33 in Langenhorst, der ehemaligen Gehörlosenschule Foto: Archiv Caritaswerkstätten

Am 4. September 1969 haben die Caritaswerkstätten mit vier erwachsenen Personen die Arbeit aufgenommen. Schnell sei die Zahl der Personen auf 33 gestiegen, heißt es in der Chronik. Die Initiative, Werkstätten für Menschen mit geistigen Behinderungen einzurichten, sei von den Brüdern Anselm und Andreas der Canisianer ausgegangen, berichtet Lürwer. Zu den ersten Aufträgen habe das Herstellen von Telefonhörerkapseln gehört. 1970 kam eine Näherei dazu. Der erste Name lautete „Beschützende Werkstatt Langenhorst.“

Bruder Anselm

Spulenrecycling für Ochtruper Textilunternehmen

Spulenrecycling für Ochtruper Textilunternehmen Foto: Archiv Caritaswerkstätten

Bruder Anselm Beck sei auch der erste Leiter der Werkstatt gewesen, berichtet Lürwer. Heute arbeiten knapp 900 Menschen in den Werkstätten in Ochtrup und in den Dependancen in Emsdetten und Steinfurt. Es gibt unter anderem eine Schlosserei, eine Druckerei, eine Schreinerei, ein Café, eine Montage- und Verpackungsabteilung, eine Reinigung und eine Hauswirtschaftsabteilung. „Wir finden für jeden Menschen, die passende Beschäftigung, beschreibt Lürwer das Ziel.

Außerdem sei ein Anliegen des rund 200 Personen umfassenden multiprofessionellen Teams, die Menschen umfassend zu unterstützen. Dazu gehören je nach Bedarf Pflege, individuelle Betreuung und Fortbildungen ebenso wie außerberufliche Angebote zur Weiterbildung. „Wir orientieren uns immer an den Fähigkeiten und Neigungen unser Klienten, um ihnen ein möglichst perfektes Arbeitsumfeld zu bieten. Der Mensch steht bei unserer Arbeit immer im Mittelpunkt.“

Praktikumsplätze

Wenn möglich, werden auch Praktikumsplätze in außerbetrieblichen Firmen vermittelt. Es komme auch vor, dass Menschen eine Beschäftigung im regulären Arbeitsmarkt finden. „Wir verfügen über ein gutes Netzwerk und viele Kooperationspartner“, berichtet der Leiter.

Wir versuchen Arbeitsabläufe so zu optimieren, damit möglichst viele Personen beschäftigt werden können.

Alexander Lürwer
Prüfstation für Telefonhörerkapseln (1976)

Prüfstation für Telefonhörerkapseln (1976) Foto: Archiv Caritaswerkstätten

Wichtig sei es immer, geeignete Aufträge zu finden, schließlich müssten auch die Caritas-Werkstätten betriebswirtschaftlich arbeiten. „Wir versuchen Arbeitsabläufe so zu optimieren, damit möglichst viele Personen beschäftigt werden können. Aufträge in hoher Stückzahl sind ein Glücksfall für uns“, erklärt Lürwer. Gearbeitet wird auch für bekannte Unternehmen. Für ein schwedisches Möbelhaus etwa, würden Lattenroste gefertigt. In der Duckerei werden mit modernsten Maschinen ganz vielfältige Aufträge abgearbeitet.

Persönlichkeitsentwicklung

Ein weiterer Schwerpunkt, den sich die Caritaswerkstätten auf die Fahnen geschrieben haben, ist die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung der Klienten. Auch dafür gebe es zahlreiche begleitende Angebote, berichtet der Leiter weiter. So seien die Mitarbeiter unter anderem fit gemacht worden für die Europawahl, andere üben das Lesen von Zeitschriften oder beschäftigten sich mit ganz lebenspraktischen Dingen. Im Laufe der Jahre kamen immer neue Betriebszweige hinzu. Außerdem gibt es Werkstätten, in denen psychisch erkrankte Menschen arbeiten.

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Gefeiert wird das 50-jährige Bestehen der Caritaswerkstätten mit einem internen Fest am 4. September (Mittwoch) mit allen 1100 Mitarbeitern. Den Eröffnungsgottesdienst hält Bischof Felix Genn.

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