Femke Koerst macht ein FSJ in Tansania
In Afrika den Horizont erweitern

Ochtrup -

Am Donnerstag beginnt für Femke Koers ihr ganz persönliches Abenteuer Afrika. Denn dann geht sie für ein Jahr nach Tansania. Dort absolviert die 18-jährige Ochtruperin ein Freiwilliges Soziales Jahr.

Mittwoch, 14.08.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 14.08.2019, 18:07 Uhr
Auf gepackten Koffern – oder besser mit einem Rucksack auf dem Rücken – fiebert Femke Koers ihrer Abreise nach Tansania entgegen. Am morgigen Donnerstag geht es los. Die 18-Jährige absolviert dann ein Freiwilliges Soziales Jahr.
Auf gepackten Koffern – oder besser mit einem Rucksack auf dem Rücken – fiebert Femke Koers ihrer Abreise nach Tansania entgegen. Am morgigen Donnerstag geht es los. Die 18-Jährige absolviert dann ein Freiwilliges Soziales Jahr. Foto: Anne Steven

Dass sie irgendwann einmal eine Zeit lang im Ausland verbringen möchte, war für Femke Koers „schon immer klar“. Nur über das Wie hatte sich die 18-jährige Abiturientin bis vor Kurzem noch keine Gedanken gemacht. Reisen, ja, das wollte sie, „aber auch etwas Gutes tun“. Im Internet stieß sie auf die Projekte des Bistums Münster, das jedes Jahr, unterstützt von der Organisation „Weltwärts“, junge Menschen zu Freiwilligendiensten ins Ausland entsendet. Die Och­truperin war direkt angetan – vor allem von einem Projekt in Tansania, aber auch von der Organisation durch das Bistum.

Intensive Vorbereitung

„Man fühlt sich an die Hand genommen“, schwärmt Femke Koers von den bisherigen Vorbereitungstreffen, in denen sie nicht nur einen ersten Einblick in die Kultur und über die Menschen in Tansania erhielt, sondern in einem Wochenendkursus auch schon ein paar Brocken Kisuaheli lernte.

Im Rahmen des Projekts wird Femke Koers im Matumaini-Center, einer Ausbildungsstätte für junge Frauen, Englisch-Unterricht erteilen. Ihre Schülerinnen befinden sich in der Ausbildung zur Schneiderin. Deren Kinder wird die Ochtruperin als Sachkundelehrerin betreuen. Nachmittags geht es dann zur Arbeit in ein Waisenheim. Außerdem unterstützt Femke Koers die Leiterin des Centers in der Öffentlichkeitsarbeit.

Ob sie all das hinbekommen wird? Die Ochtruperin, die mit ihrer Familie in Langenhorst wohnt, ist zuversichtlich. Schließlich gab es während ihrer Schulzeit schon Nachhilfe in Englisch. Von einer Verwandten, die Grundschullehrerin ist, hat sie Unterrichtsmaterial zur Verfügung gestellt bekommen. Einfach wird der Unterricht nicht, dessen ist sich Femke Koers bewusst. Aber sie freut sich trotzdem auf das Projekt und auch darauf, Kisuaheli zu lernen. „Sprachen sind mir immer leicht gefallen. Es macht mir Spaß.“

Entwicklung für junge Leute

Im Vorfeld hat sie schon drei weitere Freiwillige, mit denen sie in Tansania in einer Art WG leben wird, kennengelernt. Während der Seminare im Vorfeld seien die 29 jungen Leute als Gruppe schon sehr zusammengewachsen. „Dem Bistum geht es nicht nur um die Projekte, sondern auch um die FSJler“, hat ihre Mutter Roswitha Koers festgestellt. Schließlich sei das Jahr im Ausland eine Zeit der Entwicklung für die jungen Leute. Der Aufenthalt biete die Möglichkeit, den eigenen Horizont zu erweitern. Roswitha Koers weiß, wovon sie spricht, verbrachte sie doch selbst als Jugendliche eine Zeit in Kanada. Ihr Mann Manfred war drei Monate in Ecuador. „Jetzt befinde ich mich natürlich in einer anderen Rolle“, meint sie schmunzelnd. „Ich freue mich für sie, dass sie diese Möglichkeit hat“, betont die Mutter, doch die Wehmut ist ihr deutlich anzusehen. Der Abschied von der jüngsten Tochter fällt schwer.

Abschiedsschmerz und Vorfreude

Femke Koers selbst hat vor allem seit der Abschiedsfeier am vergangenen Wochenende realisiert, dass sie einige Freunde und Familienmitglieder erst in einem Jahr wiedersehen wird. „Das war ein komisches Gefühl.“ Doch in den Abschiedsschmerz mischt sich bei der 18-Jährigen auch eine gehörige Portion Vorfreude auf das nahende Abenteuer. Ein bisschen stressig seien die Vorbereitungen schon gewesen – zumal sich die Einreisebestimmungen in Tansania zum 1. August geändert haben und die Freiwilligen noch kurzfristig ihre Visa vorab beantragen mussten, statt sich erst vor Ort darum zu kümmern. Doch jetzt scheint alles geregelt. Auch der Impfstatus passt und ein Treffen mit ehemaligen Freiwilligen half, die Packliste noch ein bisschen zu entrümpeln. Dann gab es noch einen Aussendungsgottesdienst in Münster inklusive Segen durch Weihbischof Dr. Stefan Zekorn. Am morgigen Donnerstag geht es dann auch schon los. Auf nach Afrika!

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Femke Koers hat übrigens versprochen, in den WN von ihrem Freiwilligendienst in Tansania zu berichten.

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