Museum-Container hält in Ochtrup
Kulturerlebnis mit Virtual-Reality-Brille

Ochtrup -

In einem Museum auf Rädern touren Exponate aus 28 Museen des Münsterlandes ab dem 23. August (Freitag) durch die Region. Das Besondere: In dem Container stehen die Museumsstücke nicht hinter Glas, sondern sind mit Virtual-Reality-Brillen erlebbar. Besucher können im digitalen Raum Bilder, Skulpturen, Maschinen oder Gebäude drehen, bewegen, anfassen und ausprobieren. „Alles ist erlaubt“, wird Kathrin Strotmann vom Münsterland e.V., die mit dem Kooperationsprojekt „Apokalypse Münsterland“ den Container auf die Straße bringt, in einer Pressemitteilung zitiert.

Mittwoch, 14.08.2019, 05:00 Uhr
Auch Exponate aus dem Töpfereimuseum haben einen Platz in der virtuellen Ausstellung „Apokalypse Münsterland“ erhalten..
Auch Exponate aus dem Töpfereimuseum haben einen Platz in der virtuellen Ausstellung „Apokalypse Münsterland“ erhalten.. Foto: Rike Herbering

Jetzt kann jeder einen „letzten Blick“ auf das Kulturgut werfen, bevor es durch den Container als Sendestation der Zukunft übermittelt wird: An 19 verschiedenen Orten im Münsterland wird der Container vom 23. August bis 19. Oktober über 23 Mal Halt machen. Für alle Interessierten heißt es deswegen: „Hingehen und Brille auf!“ In Och­trup hält der Museums-Container am 13. September (Freitag) von 11 bis 18 Uhr am Pottbäcker-Platz, Innenstadt.

Die Story des Projekts: Die Zukunft hat ihre Kultur verloren und funkt ein SOS an die Gegenwart. „Helft uns, schickt uns Kultur, die ihr bewahren wollt!“ 2018 hatten über 2000 Besucher in 28 Museen und Ausstellungshäusern der Region den Hilferuf gehört und Kulturgüter ausgewählt, um sie in die Zukunft zu schicken. Aus Ochtrup waren das Exponate aus dem Puppen- und dem Töpfereimuseum.

„Wir haben 28 völlig unterschiedliche Exponate in digitaler Form dabei. Wer in unseren mobilen Container kommt, kann sich aussuchen, was ihn interessiert, und in die digitale Welt des Exponats eintauchen“, beschreibt Kathrin Strotmann das Konzept der Ausstellung auf Rädern. „Im virtuellen Raum können die Besucher zum Beispiel in eine unterirdische Grabkammer gehen, um ein antikes Prunkgefäß zu suchen, oder sich in einer gotischen Kirche die Funktion des Telgter Hungertuchs erklären lassen.“

Die Digitalisierung der Exponate hatten Studenten der FH Münster aus dem Kurs „Museum der Zukunft“ übernommen. Die Kulturgüter wurden mit einem 3D-Scanner eingescannt oder vermessen und anschließend am Computer in 3D nachmodelliert. Auch den Tour-Container hatten die Studenten entworfen.

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