Gericht verurteilt Ochtruper zu Geldstrafe
Taxirechnung nicht bezahlt – nun wird es richtig teuer

Rheine/ochtrup/Steinfurt -

Taxi fahren, ohne die Rechnung zu bezahlen, das geht gar nicht. Dafür wurde jetzt ein 20-jähriger Ochtruper vom Jugendschöffengericht zu einer Geldstrafe verurteilt. Die Strafe fiel glimpflich aus, weil er ein Geständnis ablegte.

Donnerstag, 15.08.2019, 21:00 Uhr
Ein 20-jähriger Ochtruper musste sich jetzt vor dem Schöffengericht in Rheine verantworten.
Ein 20-jähriger Ochtruper musste sich jetzt vor dem Schöffengericht in Rheine verantworten. Foto: dpa

Gleich zweimal bestellte ein 20-jähriger Ochtruper sich eine Taxe für den Heimweg, bezahlte aber nicht, weil er kein Geld hatte. Gemeinsam mit zwei Kollegen stiegen sie am 27. Oktober 2018 in Steinfurt in die Droschke. In Ochtrup angekommen, sollten sie 34,40 Euro bezahlen. Während die Kollegen den Mietwagen sang- und klanglos verließen, kramte der 20-Jährige laut Anklage vor dem Jugendschöffengericht am Mittwoch in seiner Tasche und gab vor, nach Geld zu suchen. In einem unbeobachteten Augenblick sprang er seinen Freunden, ohne zu bezahlen, nach.

„Wir waren besoffen“

Einen Tag vor Heiligabend 2018 wiederholte sich das Spielchen, das der Staatsanwalt als Betrug bezeichnete, morgens gegen fünf Uhr vor dem Index in Schüttorf. Dort sollten sie für den Heimweg nach Ochtrup 112,30 Euro bezahlen. Ungeachtet der Tatsache, dass der Angeklagte kein Geld hatte, ließ er sich mit seinem Freund nach Ochtrup kutschieren und verabschiedete sich auf dieselbe Art wie im Oktober. Der Taxifahrer hatte das Nachsehen. „Ja, das war so“, sagte der Angeklagte: „Wir waren besoffen und hatten kein Geld in der Tasche“.

Bewährung

Weil er beide Fahrten inzwischen bezahlt habe, wie er sagte, kam er bei Gericht mit einer Geldauflage von 300 Euro an den Kinderschutzbund glimpflich davon. Dabei stand er bei den Taten unter Bewährung. Am 19. Juli 2017 stellte ihn das Jugendschöffengericht in Rheine wegen sechsfachen Drogenhandels für zwei Jahre unter Bewährung und legte ihm überraschende Drogentests auf. Die waren alle ohne Befund, wie sein Bewährungshelfer sagte, und auch sonst hatte er nichts an ihm auszusetzen. Deswegen, und weil er den Schaden inzwischen bezahlt haben will, ließ das Gericht Milde walten und folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Allerdings muss er die Bezahlung der 112 Euro noch nachweisen, weil er den Beleg nicht dabei hatte.

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