Betrug und Urkundenfälschung
Geldstrafe für Ochtruper, Freispruch für Nienborger

Ochtrup/Steinfurt -

Weil er einen Kreditbetrug eingefädelt hat, ist ein 58-jähriger Ochtruper zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Sein mutmaßlicher Komplize wurde freigesprochen.

Samstag, 24.08.2019, 15:00 Uhr

Mit einer Verurteilung und einem Freispruch endete am Donnerstag vor dem Amtsgericht Steinfurt ein Strafverfahren gegen zwei Angeklagte aus Ochtrup und Nienborg. Der 58-Jährige aus Ochtrup und der 27 Jahre alte Mann aus Nienborg waren angeklagt, sich im Februar und März 2017 des Betruges und der Urkundenfälschung schuldig gemacht zu haben. Demnach soll der Ochtruper im Namen des Mitangeklagten bei einer Finanzberatungsagentur mit gefälschten Gehaltsbescheinigungen und Kontoauszügen versucht haben, die Voraussetzungen für einen Kredit über 250 000 Euro für einen Hauskauf zu schaffen (wir berichteten).

Vorsteuer geltend machen

In der Verhandlung am Donnerstag erhärtete sich aufgrund der von einem anderen Gericht überlassenen Akten eines Steuerstrafverfahrens der Verdacht, dass der Hauskauf und der angefragte Kredit vom angeklagten Ochtruper eingefädelt war, um möglicherweise beim Finanzamt gezahlte Vorsteuer geltend zu machen. Allerdings war dieses am Donnerstag nicht Gegenstand des Verfahrens. Nach Begutachtung der Steuerakten war erwiesen, dass der Nienborger ein Gewerbe als Import- und Exporthandel angemeldet hatte, um das bescheinigte Einkommen plausibel zu erklären.

Nicht schlüssig geklärt werden konnte eine Stellungnahme auf einem beschlagnahmten Computer, in der der jüngere Angeklagte das Prozedere des Betruges bestätigt haben soll. Auf Anraten seines Anwaltes beantwortete der Ochtruper die an ihn gerichteten Fragen des Gerichtes nicht.

Vorstrafen

Der Vorwurf der Anklage sei an den beiden Tagen der Hauptverhandlung im Wesentlichen bestätigt worden, so die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer. Sie forderte für den Ochtruper eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt werden könne, zumal im Bundeszentralregister schon einschlägige Vorstrafen verzeichnet waren. Zusätzlich solle der Angeklagte eine Geldstrafe von 2000 Euro zahlen und 200 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Der Angeklagte aus Nienborg sollte freigesprochen werden.

Wegen des erwiesenen versuchten Betruges und der Urkundenfälschung verurteilte das Gericht den Ochtruper schließlich zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 50 Euro. Wegen der glaubwürdigen Aussagen und der erwiesenen Unschuld sprach das Gericht den Nienborger frei.

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