Heizungs- und Sanitärbetrieb Möller
Der Tradition verpflichtet

Ochtrup -

Die Geschichte des Heizungs- und Sanitärbetriebs Möller in Ochtrup begann im Jahr 1906, als Heinrich Möller an der Gronauer Straße die verwaiste Kupferschmiede Rekelt übernahm. Mittlerweile ist das Unternehmen am Langenhorster Bahnhof ansässig und wird in vierter Generation von Frank und Mark Möller geführt.

Dienstag, 03.09.2019, 07:00 Uhr
Mit dem Umzug an die Bergstraße wurde die Firma 1924 vergrößert und wieder in Schwung gebracht.
Mit dem Umzug an die Bergstraße wurde die Firma 1924 vergrößert und wieder in Schwung gebracht. Foto: Privatarchiv Familie Möller

„Ich vermute mal, dass wir einer der ältesten Heizungs- und Sanitärbetriebe in Ochtrup sind“, bemerkt Frank Möller , Geschäftsführer des gleichnamigen Unternehmens am Langenhorster Bahnhof. Das Handwerk zieht sich bei Familie Möller durch die Generationen. „Schon mein Urgroßvater stammte aus einer Kupferschmiedefamilie in Emsbüren“, spannt Frank Möller den Bogen zurück in das Jahr 1906, als Heinrich Möller nach Ochtrup kam und an der Gronauer Straße die verwaiste Kupferschmiede Rekelt übernahm.

Seinen ersten großen Auftrag bekam der junge Unternehmer von den Gebrüdern Laurenz. „Kommerzienrat Laurenz soll diesen Auftrag persönlich überbracht haben. Das wird ein erhabenes Gefühl für meinen Uropa gewesen sein“, erzählt Frank Möller.

Firmengründer Heinrich Möller.

Firmengründer Heinrich Möller. Foto: Privatarchiv Familie Möller

Er hat Respekt vor dem Schaffen des Firmengründers, der durch handwerkliches Können, Fleiß und Zuverlässigkeit einen schnell wachsenden Kundenstamm aufbaute. 1907 übernahm Heinrich Möller eine Werkstatt in der Nähe der Lambertikirche. Dort errichtete er zusätzlich ein Geschäft für Haushaltswaren. In der Familienchronik heißt es: „Nachdem Heinrich nun die wirtschaftliche Grundlage geschaffen hatte, die er für die Begründung einer glücklichen Ehe für notwendig hielt, heiratete er im Jahre 1908 seine Verlobte Johanna Teupen.“ Bereits 1909 stand der nächste Umzug zur Weinerstraße 3 an. Jetzt war Platz da für eine größere Werkstatt sowie einen Laden, in dem Johanna Möller weiterhin Haushalts- und Eisenwaren verkaufte.

Während des Ersten Weltkrieges ruhte der Handwerksbetrieb. Zurück aus dem Krieg, startete Möller nach vier Jahren einen Neuanfang, was sich nicht gerade als einfach erwies. Zumal es in der Nachkriegszeit höchst problematisch war, Eisen und Metall zu bekommen – Materialien, die er für seine Arbeit benötigte. Dennoch brachte er die Firma wieder in Schwung, so dass 1924 die nächste Vergrößerung und der damit verbundene Umzug zur Bergstraße 9 anstand. Dort gab es im hinteren Bereich Erweiterungsmöglichkeiten bis zum Westwall.

Fast 50 Jahre waren die Generationen der Firma Möller an diesem Standort sesshaft und das Unternehmen wuchs kontinuierlich. Die Wohnung der Familie war in dem Gebäude an der Bültstraße. Im Erdgeschoss war der Laden mit Porzellan und Haushaltswaren, bis Ende der 1960er Ochtrups erste Diskothek, das „Forum“ in das Ladenlokal einzog. Frank Möller war zu der Zeit ein kleiner Junge. „Ich erinnere mich noch, dass wir mit unseren Eltern direkt überm Forum wohnten. Da hatten wir immer Musik. Hat uns aber nicht weiter gestört. Man gewöhnt sich an Geräusche“, meint er lachend.

Auf einem großen Bild zeigt der jetzige Firmeninhaber Frank Möller das ehemalige Firmengelände am Westwall.

Auf einem großen Bild zeigt der jetzige Firmeninhaber Frank Möller das ehemalige Firmengelände am Westwall. Foto: Irmgard Tappe

Zurück zu den Ahnen. Der Familientradition folgend erlernte Bernhard Möller, ältester Sohn des Firmengründers, ebenfalls das Klempnerhandwerk. Zusätzlich spezialisierte er sich auf den Zentralheizungsbau. Ein neues Standbein, das er in das Unternehmen seiner Eltern einführte. Nach seiner Rückkehr aus dem Zweiten Weltkrieg übernahm Bernhard Möller die Leitung der Firma und errichtete auf dem Firmengelände eine 500 Quadratmeter große Halle. Dort war Platz für neue, moderne Arbeitsgeräte und Maschinen. Es folgte der Bau einer Verzinkerei. Nun war die Voraussetzung geschaffen, neben dem Klempner-, Installations- und Zentralheizungshandwerk auch die Fabrikation von Kesselöfen und Boilern ins Programm aufzunehmen. Frank Möller zeigt eine Luftaufnahme von dem damaligen Firmenkomplex.

Auch Bernhard Möllers Sohn Kurt trat beruflich in die Fußstapfen seiner Vorfahren und leitete ab 1968 den Betrieb mit seiner Frau Barbara. 40 Jahre führte das Ehepaar das Unternehmen. Im Zuge der Stadtsanierung verlagerten sie das Firmengelände 1978 an den Standort Gausebrink. Aus der Kupferschmiede und späteren Verzinkerei war inzwischen ein moderner Heizungs- und Sanitärbetrieb geworden, in den Frank Möller und sein Bruder Mark hineinwuchsen. Seit 2010 ist Frank Möller Geschäftsführer des Unternehmens und Mark Möller fungiert als Betriebsleiter. Auch die vierte Möller- Generation strebte eine Erweiterung an und errichtete 2016 ein neues Firmengebäude im Industriegebiet „Lan­genhorster Bahnhof“

Ein paar Relikte aus der Zeit ihres Großvaters haben die Brüder noch aufbewahrt. Zum Beispiel eine alte Schlagschere, eine Kantbank und eine Maschine zum Formen von Dachrinnen. Sie stehen in der Halle des neuen Betriebsareals und erzählen aus einer Zeit, als es noch keine barrierefreien Bäder, Fußbodenheizungen, Solaranlagen, Wärmepumpen und andere moderne Heiztechniken gab.

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