Karen Jungkamp ist Geschäftsführerin der „Ochtrup Stadtmarketing und Tourismus GmbH“
„Man braucht einen langen Atem“

Ochtrup -

Seit Mai ist Karen Jungkamp Geschäftsführerin der Ochtrup Stadtmarketing und Tourismus GmbH. Eine spannende Herausforderung sei ihre Aufgabe, befindet die 43-Jährige.

Samstag, 07.09.2019, 06:00 Uhr
Geschäftsführerin Karen Jungkamp (l.) und Mitarbeiterin Elke Wolf sind seit Mai die Gesichter der neuen Ochtrup Stadtmarketing und Tourismus GmbH (OST).
Geschäftsführerin Karen Jungkamp (l.) und Mitarbeiterin Elke Wolf sind seit Mai die Gesichter der neuen Ochtrup Stadtmarketing und Tourismus GmbH (OST). Foto: Susanne Menzel

Es ist wuselig im Großraum der ehemaligen Sparkasse an der Bahnhofstraße 32 bis 34. Handwerker sind am Werk, es wird geräumt und gehämmert. Zwischendurch fragen Kunden zurückhaltend nach, ob auch eine Kontoeröffnung möglich wäre. „Der ganz normale Alltag“, lacht Karen Jungkamp . Die 43-Jährige ist seit Mai Geschäftsführerin der neuen „Ochtrup Stadtmarketing und Tourismus GmbH“, die ihre Räume zentral in die Innenstadt gelegt hat. Einige Stolpersteine organisatorischer Art musste die Chefin seither aus dem Weg räumen. Das Telefon funktionierte über Wochen nicht, die EDV legte auch zwischendurch immer wieder technische Pausen ein, die Büros mussten mit Inventar und Material bestückt, der Eingangsbereich umstrukturiert werden. „Mittlerweile ist Land in Sicht“, freuen sich Jungkamp und Mitarbeiterin Elke Wolf . Auch wenn sich noch nicht alle Besucher daran gewöhnt haben, dass statt des Geldinstituts nun ein neuer „Bewohner“ an dieser Stelle residiert.

Stadtmarketing – für eine Münsterlandkommune wie Ochtrup ein großer Begriff. Er setzt voraus, dass es hier Pfründe gibt, mit denen gewuchert werden kann. Sehenswürdigkeiten, kulturelle Orte, Anziehungspunkte, die magnetisch auf die Besucher wirken könnten. Karen Jungkamp soll sie entsprechend anpreisen und vermarkten, wie das Wort schon sagt. Die Geschäftsführerin lächelt zustimmend: „Genau das ist meine Aufgabe. Genau das ist mein Ziel. Eine spannende Herausforderung, der ich mich gerne stellen will.“

Geboren ist Karen Jungkamp in Ahaus, wohnt auch heute wieder dort. Die Mutter eines zweijährigen Sohnes hat in Hildesheim Kulturwissenschaft und ästhetische Praxis studiert. „Damit wissen nur wenige etwas anzufangen“, weiß Jungkamp aus Erfahrung und erklärt: „Dahinter verbergen sich die Bereiche Kunst, Musik, Kulturpolitik und Betriebswirtschaftslehre.“ Am Nationaltheater in Mannheim war sie Assistentin des Ballettmanagers, wechselte dann in den Marketingbereich des Kinder- und Jugendtheaters. Nächste Stationen waren die kaufmännische Leitung des Schauspielhauses Salzburg und die Leitung der Kommunikationsabteilung beim Theater in Münster. Nach ihrer Elternzeit nun das Engagement in Ochtrup, wo es bereits in der Vergangenheit eine im Rathaus angesiedelte Stabsstelle für das Stadtmarketing gab.

„Die soll jetzt neu belebt und modern sowie mit verschiedenen Ansätzen und Zielen wieder vorangebracht werden“, sagt Karen Jungkamp. Die „Marke Ochtrup“ soll sie prägen. „Ich fange im Grunde damit bei Null an“, ist sich die 43-Jährige bewusst. „Aber darin liegt auch der Reiz: Ich komme nicht in eine fertige Stadt, sondern habe Freiraum für Ideen. Und mit meinen Wurzeln in der Kulturarbeit ist das genau meine Richtung: Mit wenig Mitteln und Ressourcen etwas auf die Beine zu stellen und zu begeistern.“ Nicht als Ein-Frau-Management, sondern im Netzwerk mit Vereinen, Verbänden und Institutionen. „Ochtrup hat ein großes Potenzial an ehrenamtlich Aktiven. Das ist bewundernswert“, findet die Geschäftsführerin. Aber sie gibt sich auch keinen Illusionen hin: „Man braucht hier – da reicht der Blick auf die Innenstadtentwicklung – einen langen Atem. Doch der allgegenwärtige Wille, dass sich endlich was tun möge, stärkt und unterstützt. Ich glaube, es wird viel in Bewegung bringen, wenn es konkrete Pläne für die Innenstadt und das Rathaus gibt.“ Deshalb sei sie intensiv dabei, „Projekte zu erarbeiten, die nicht nur kurzfristig Lebendigkeit versprechen, sondern die sich nachhaltig auswirken. Wir sind dabei, mit den verschiedenen Partnern Schnittmengen und Kompromisse der jeweiligen Interessen zu finden und daraus Pläne für 2020 zu entwickeln.“

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