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Angeklagter hat Glück im Unglück

Ochtrup -

Ohne Urteil - aber mit der Aussicht, ohne eine Verurteilung zu bleiben, endete für einen angeklagten Ochtruper der Prozess zum Betrugsvorwurf am Mittwoch vor dem Amtsgericht Steinfurt.

Donnerstag, 12.09.2019, 07:00 Uhr

Zwei Sättel und zwei Shirts sollen ein Ochtruper und seine Lebensgefährtin im vergangenen Jahr bestellt und nicht bezahlt haben. Deshalb mussten sie sich wegen Betruges am Mittwoch vor dem Amtsgericht verantworten.

Während der 41-Jährige mit seinem Anwalt auch erschien, entschuldigte er seine Freundin „wegen psychischer Probleme. Die Richterin trennte daraufhin die Verfahren voneinander und verhandelte an dem Vormittag nur gegen den Ochtruper.

Der gab an, im vergangenen Jahr aufgrund einer fünfstelligen Nachforderung des Finanzamtes in finanzielle Probleme geraten zu sein. „Die Steuerbehörde hat ohne Mahnung oder Information mein Konto gepfändet“, ließ er sich ein. Justament zu diesem Zeitpunkt hätte seine Lebensgefährtin den Sattel bestellt. „Aber den hätten wir bezahlen können“, gab er an. Dass dies nicht geschehen sei, habe einen anderen Grund: „Eine Freundin sollte unsere Hunde beaufsichtigen, sie aber nicht zusammen in den Stall sperren. Das hat sie trotzdem getan und die Tiere haben den Sattel stark beschädigt.“

Davon ausgehend, dass die Versicherung den Schaden begleiche, hätten er und seine Freundin den Sattel ein weiteres Mal bestellt. Die Versicherung allerdings zahlte nicht, die Angeklagten blieben selbst auf dem Geld für nun zwei Sättel sitzen. „Ich habe dann das Gespräch mit dem Geschäftsführer gesucht und ihm Ratenzahlung angeboten. Darauf wollte er aber nicht eingehen“, so der 41-Jährige.

Das Unternehmen für Reitbedarf schickte den Gerichtsvollzieher und erstattete Anzeige. Inzwischen ist zumindest die Hauptforderung für einen Sattel beglichen, für den zweiten sind schon einige Raten gezahlt.

Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung einigten sich letztlich darauf, die Verfahren gegen beide Angeklagten formal wieder zusammenzuführen und die Verhandlung zunächst auszusetzen. Eine Einstellung soll im schriftlichen Verfahren jetzt geklärt werden.

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