Prozess
46-Jähriger muss ins Gefängnis

Ochtrup -

Ein langes Register von Straftaten hatte der Staatsanwalt am Mittwoch beim Amtsgericht Steinfurt vorzutragen. Einem 46-jährigen Mann, der in Ochtrup wohnt, warf er in der Anklage mehrere Fälle von Sachbeschädigung, Einfuhr von Betäubungsmitteln, Erschleichen von Leistungen, Verstößen gegen das Aufenthaltsgesetz, unerlaubtes Einreisen in die Bundesrepublik sowie eine exhibitionistische Handlung vor.

Freitag, 20.09.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 20.09.2019, 06:02 Uhr
Prozess: 46-Jähriger muss ins Gefängnis
Symbolbild Foto: dpa

Danach habe der libanesische Staatsangehörige, der seit 1990 in Deutschland lebt, im August des vergangenen Jahres an der Weilautstraße mehrere Autos beschädigt. Er soll Außenspiegel abgetreten oder abgeschlagen, die Lackierung zerkratzt und mit einem spitzen Gegenstand auf eine Motorhaube eingeschlagen haben. Dabei entstand ein Gesamtschaden von etwa 4000 Euro.

Im Januar und Februar dieses Jahres habe er mindestens sechs Mal ohne einen gültigen Fahrschein die Regionalbahn zwischen Burgsteinfurt und Enschede benutzt. Aus den Niederlanden sei er mehrfach unerlaubt ohne gültige Ausweispapiere eingereist. Bei einer Kontrolle wurde festgestellt, dass er eine geringe Menge Marihuana für den Eigenbedarf dabei hatte.

Schließlich soll er im April an einer Baustellenampel am Gausebrink vor einem haltenden Auto einem zweijährigen Jungen sein Geschlechtsteil gezeigt haben. Diesen Vorwurf bestritt der Angeklagte, allerdings hielt das Gericht die Aussagen des vernommenen Vaters für glaubwürdig und nachvollziehbar. Er habe den Angeklagten, der im Begriff war, auf dem Bürgersteig seine Notdurft zu verrichten, lautstark aufgefordert, dieses unterbleiben zu lassen, so der Vater in seiner Einlassung. Darauf habe sich der Angeklagte umgedreht, sein Geschlechtsteil in der Hand gehalten und dem Kind gezeigt, das seit dieser Zeit immer wieder über den Vorfall spreche und verstört wirke, wie der Vater aussagte.

Zu den anderen erhobenen Vorwürfen äußerte sich der Angeklagte nicht. Der als Zeuge geladene Polizist bestätigte die Vorfälle in der Regionalbahn. Die Sachbeschädigung wurde durch ein Gutachten des Kriminaltechnischen Instituts Münster nachgewiesen, das an einem der Außenspiegel eindeutig die Fingerabdrücke des Angeklagten feststellen konnte.

Eine noch längere Aufstellung von Straftaten verkündete die Richterin, als sie den Auszug aus dem Bundeszentralregister vortrug. Zum großen Teil enthielt es einschlägige Straftaten, dazu noch Urkundenfälschungen, Diebstähle und immer wieder Zuwiderhandlungen gegen das Aufenthaltsgesetz. Diese Straftaten wurden vom Angeklagten gleich seit seinem Aufenthalt in der Bundesrepublik begangen.

Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten. Da der Angeklagte kein Geständnis abgelegt und er ein umfangreiches Vorstrafenregister aufzuweisen habe, sei eine positive Sozialprognose nicht erkennbar. Daher könne eine Bewährung nicht mehr ausgesprochen werden, so die Richterin in ihrer Urteilsbegründung

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6941489?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F182%2F
Obduktionsergebnis eindeutig: 30-Jähriger gewaltsam ums Leben gekommen
Wohnungsbrand in Ibbenbüren : Obduktionsergebnis eindeutig: 30-Jähriger gewaltsam ums Leben gekommen
Nachrichten-Ticker