Geldstrafe vom Amtsgericht
Teurer Sekundenschlaf: Frau fährt in Leitplanke und flieht

Ochtrup -

Eine 64-jährige Frau aus Heek muste sich am Mittwoch wegen Unerlaubtem Entfernen vom Unfallort vor dem Amtsgericht verantworten.

Donnerstag, 19.09.2019, 17:08 Uhr
EIn  
EIn   Foto: Mike Oelerich

Zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 20 Euro verurteilte das Amtsgericht Steinfurt am Mittwoch eine 64 Jahre alte Frau aus Heek. Die Staatsanwaltschaft hielt ihr in der Anklage vor, im Februar dieses Jahres auf Grund einer körperlichen und geistigen Einschränkung den Straßenverkehr gefährdet zu haben und sich nach einem Unfall mit Sachschaden unerlaubt vom Ort des Geschehens entfernt zu haben.

Die Angeklagte war an diesem Vormittag mit ihrem Pkw von Heek nach Ochtrup unterwegs, um dort einen Arzttermin wahrzunehmen. Auf dem Nienborger Damm überfiel sie ein Sekundenschlaf, bei dem sie die Fahrspur nicht mehr halten konnte. Ein Busfahrer, der mit seinem Fahrzeug direkt hinter ihr fuhr, warnte die Heekerin mit der Hupe. In diesem Moment touchierte sie die Leitplanke, die erheblich beschädigt wurde.

Trotzdem setzte sie ihre Fahrt fort. Erst nach dem Kreisverkehr konnte der Busfahrer die Frau auf dem Parkplatz einer Bäckerei zum Halten bewegen und die Polizei verständigen.

Die Angeklagte gab die erhobenen Vorwürfe ohne Umschweife zu. Sie leide an einer Erkrankung, die sie seit längerer Zeit nur sehr schlecht schlafen lasse. Auch in der Nacht vor dem Geschehen habe sie kaum Ruhe gefunden. Das erkläre ihre Müdigkeit und den Sekundenschlaf. Dass sie eine Unfallflucht begangen habe, sei ihr in dem Moment nicht bewusst gewesen, da sie unbedingt den Arztbesuch wahrnehmen wollte. Sie habe ihren Führerschein seit 1974 und bisher noch nie einen Unfall verursacht.

Sowohl Staatsanwalt als auch die Richterin hielten der Angeklagten zu Gute, dass im Bundeszentralregister keine Einträge verzeichnet waren. Auch ihr uneingeschränktes Geständnis zählte zu ihren Gunsten. Der Schaden an der Leitplanke, immerhin 1700 Euro, sei inzwischen beglichen, wie die Heekerin an Hand der Rechnung und des Überweisungsbeleges nachweisen konnte.

Dennoch kam das Gericht nicht umhin, die Angeklagte wegen der Gefährdung des Straßenverkehrs und der Unfallflucht zu einer Geldstrafe zu verurteilen. Diese könne auf Antrag bei der Staatsanwaltschaft auch in zwei Raten gezahlt werden, stellte die Richterin abschließend in Aussicht.

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