Amtsgericht urteilt wegen Diebstahls
Zigarettenblättchen in die Hosentasche gesteckt

Ochtrup/Steinfurt -

Es war ein Diebstahl im unteren Bagatellbereich, für den sich jetzt eine 39 Jahre alte Frau aus Ochtrup vor dem Amtsgericht Steinfurt verantworten musste. Die Staatsanwaltschaft warf ihr vor, im April dieses Jahres in einem Supermarkt an der Bahnhofstraße Waren im Wert von 4,83 Euro entwendet zu und nicht die Absicht gehabt haben, diese auch zu bezahlen.

Freitag, 27.09.2019, 09:00 Uhr
Wegen Diebstahls im unteren Bagatellbereich musste sich eine Ochtruperin vor dem Amtsgericht Steinfurt verantworten.
Wegen Diebstahls im unteren Bagatellbereich musste sich eine Ochtruperin vor dem Amtsgericht Steinfurt verantworten. Foto: Mike Oelerich

Nach der Anklage soll die Ochtruperin vor der Kasse ein Päckchen Zigarettenblättchen in ihre Hosentasche gesteckt haben. Zuvor soll sie sich einige Aluschalen mit Katzenfutter angeeignet und in ihrer Handtasche verstaut haben.

In ihrer Einlassung schilderte die Angeklagte, dass sie einen Teil der vom Hausdetektiv sichergestellten Tiernahrung bereits am Vortag gekauft habe. Das andere Katzenfutter habe sie an der Kasse bezahlt, ebenso zwei Getränkedosen, was die Kassiererin unmittelbar nach dem Vorfall bestätigt habe. Der als Zeuge geladene Detektiv konnte sich vor Gericht nicht mit letzter Sicherheit daran erinnern, wie viele Aluschalen sie unstreitig entwendet habe. „Bei der Vielzahl an Ladendiebstählen kann ich mich nicht immer nach so langer Zeit an alle Einzelheiten erinnern“, sagte der Zeuge. Unzweifelhaft sei jedoch, dass die Angeklagte das Zigarettenpapier gestohlen habe.

Grundsätzlich räumte die Angeklagte die erhobenen Anschuldigungen ein. Die vierfache Mutter bat das Gericht um Verständnis für das Vergehen, da sie sich seinerzeit in einer familiären Ausnahmesituation befunden habe. Das bestätigte auch der Bewährungshelfer, der der Frau bescheinigte, sich in einer schweren Lebenskrise alle Mühe zu geben, ein geregeltes und straffreies Leben zu führen.

Letztlich verblieb am Ende der Beweisaufnahme ein Diebstahl im Wert von weniger als einem Euro zu beurteilen. Dem Supermarkt sei in Wirklichkeit jedoch kein Schaden entstanden, da die gestohlene Ware im Geschäft verblieben sei, wie der Detektiv bestätigte. Dennoch bleibe die Tat ein Diebstahl, wenn auch geringwertiger Sachen. Da der Auszug aus dem Bundeszentralregister elf Eintragungen – zum Teil einschlägiger Straftaten – aufwies, plädierten Staatsanwältin wie auch Verteidiger für eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je zehn Euro. Diesen Anträgen entsprach auch die Richterin mit ihrem Urteil. Da alle Beteiligten den Verzicht auf Rechtsmittel erklärten, kann das Urteil unverzüglich in Kraft treten.

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