Kommunikation
Von der Telefonkette zu WhatsApp

Ochtrup -

Was hat sich in 70 Jahren beim Thema Kommunikation geändert? So einiges, wie die Landjugendlichen feststellen mussten.

Freitag, 27.09.2019, 23:44 Uhr
Der Vorstand der Ochtruper Landjugend im Jahr 1993. Damals gab es noch keine WhatsApp-Gruppen für eine Terminabsprache. Die Jugendlichen trafen sich zur Vorabendmesse am Samstagabend. Dann ging es auf die Piste. Wer zu spät kam, wusste nicht, wo es hinging.
Der Vorstand der Ochtruper Landjugend im Jahr 1993. Damals gab es noch keine WhatsApp-Gruppen für eine Terminabsprache. Die Jugendlichen trafen sich zur Vorabendmesse am Samstagabend. Dann ging es auf die Piste. Wer zu spät kam, wusste nicht, wo es hinging. Foto: WN-Archiv

Als Marion Struck und Petra Scheipers in den 80er und 90er Jahren in der Landjugend aktiv waren, trafen sich die jungen Leute samstagabends zunächst in der Kirche zur Vorabendmesse. Danach zogen die Jugendlichen

Landjugend-Schützenfest

Landjugend-Schützenfest Foto: Archiv Landjugend

„um die Häuser“. „Diejenigen, die zu spät kamen, wussten nicht, wo es hinging“, erzählt Marion Struck lachend. Handys gab es damals ja noch nicht. Was es aber gab, war eine Telefonkette. Nach einer zuvor festgelegten Reihenfolge musste jeder, wenn es wichtige Dinge zu verkünden gab, eine Person anrufen, die wiederum dem nächsten auf der Liste Bescheid gab.

Von einer Telefonkette konnten Franz Flaßkamp und Franz Holtmannspötter zu ihrer Landjugendzeit in den späten 50er und 60er Jahren nur träumen. „Die Wenigsten hatten damals ein Telefon“, weiß Franz Flaßkamp. Auch zu dieser Zeit wurde deshalb der Kirchenbesuch für anschließende Treffen genutzt. Damals sei man noch regelmäßig zum Frühschoppen zusammengekommen. „Da standen ja immer große Trauben von Menschen vor der Kirche“, erinnert sich Franz Holtmannspötter ein bisschen wehmütig. Heute liefen viele Dinge oftmals weniger persönlich ab als früher. Das sei schade.

Wenn Feierlichkeiten anstanden, organisierten die Landjugendlichen Anfang der 90er Jahre gerne eine Hitparade, wie hier mit Klaus Herbering und Petra Dankbar.

Wenn Feierlichkeiten anstanden, organisierten die Landjugendlichen Anfang der 90er Jahre gerne eine Hitparade, wie hier mit Klaus Herbering und Petra Dankbar. Foto: Archiv Landjugend

Nun, auch heute kommen die Landjugendlichen regelmäßig zu verschiedenen Treffen, Veranstaltungen und Aktivitäten zusammen. Die Absprache über diese Termine erfolgt aber meist über den Nachrichtendienst WhatsApp oder per E-Mail.

Anders sieht es aber bei den Mitgliedsbeiträgen aus. Die wurden bisher wie schon zu Zeiten von Franz Flaßkamp und Franz Holtmannspötter vom Vorstand der Landjugend persönlich eingesammelt. Und am Prozedere scheint sich in all den Jahren nicht viel verändert zu haben: Die Vorstandsmitglieder klingeln bei jedem Landjugendlichen persönlich, werden hineingebeten, nehmen den Mitgliedsbeitrag und meist noch das eine oder andere Kaltgetränk entgegen. „Das war manchmal hart“, erzählt Franz Holtmannspötter von so manch ausschweifendem und feucht-fröhlichem Besuch. „Das ist eigentlich mit das Schönste“, hat auch die aktuelle Vorsitzende der Ochtruper Landjugend, Kristin Scheipers, diese persönlichen Treffen mit den Mitgliedern zu schätzen gelernt. Allein schon deshalb ist den Jugendlichen die Entscheidung, die Mitgliedsbeiträge künftig nicht mehr persönlich einzusammeln, schwer gefallen. Aber im nächsten Jahr soll alles anders werden. „Dann ziehen wir die Beiträge digital ein“, erklärt die stellvertretende Vorsitzende, Laura Beckwermert. Bei derzeit gut 200 Mitgliedern sei dieses Pensum zeitlich einfach nicht zu schaffen. Schließlich ist auch die Vorstandsarbeit in der Landjugend ein Ehrenamt und viele Mitstreiter sind bereits beruflich eingebunden.

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