Martha Wickenbrock wird 100 Jahre
Optimismus als Lebenselixier

Ochtrup -

100 Jahre wird am Freitag Martha Wickenbrock. Erinnerungen an ein bewegtes Leben.

Donnerstag, 03.10.2019, 06:00 Uhr
Jubilarin Martha Wickenbrock und Tochter Marianne Knetsch. Gemeinsam mit der Familie, Freunden und Bekannten feiern sie am Freitag den 100. Geburtstag der Seniorin.
Jubilarin Martha Wickenbrock und Tochter Marianne Knetsch. Gemeinsam mit der Familie, Freunden und Bekannten feiern sie am Freitag den 100. Geburtstag der Seniorin. Foto: Susanne Menzel

Es ist dieser kurze, innige Blick. Ein Wimpernschlag nur. Und ein angedeutetes Lächeln, das mehr aussagt als tausend Worte es zu tun vermögen. Hier existiert ein festes, tragfähiges Band zwischen zwei Menschen. Zusammengeschweißt in vielen Jahren, durch gemeinsame Erlebnisse, durch Schmerz und Trauer, aber auch durch Glück und Freude. Liebevoll streicht Marianne Knetsch über die faltige Hand ihrer Mutter. Die Seniorin lächelt. Wie so oft in diesem Gespräch, in dem sich Martha Wickenbrock an die zurückliegenden Jahrzehnte erinnert. 100 Jahre wird die gebürtige Borghorsterin am Freitag alt. „Das ich das erlebe, ist schon ein Wunder“, schmunzelt die Jubilarin, die 1947 „aus Liebe in die Töpferstadt gezogen ist“.

Als sie 1919 geboren wurde, war der erste Weltkrieg gerade zu Ende gegangen. Die Nachkriegsjahre bestimmten ihre Kindheit und Jugend. Mit 23 lernte Martha Eckrodt , wie sie damals noch hieß, ihren Mann Antonius kennen und lieben. Wieder war Krieg. Sie siedelte mittendrin in die Nachbarstadt über, in das Haus der Schwiegereltern „An der Dränke“. „Glücklicherweise habe ich mich mit meiner Schwiegermutter immer gut verstanden. Das ist schon viel wert. Alles andere wäre ja schrecklich gewesen“, erzählt sie.

Fünf Kinder kamen zur Welt, nicht alle haben die Geburt überlebt. Marianne und ihr inzwischen verstorbener Bruder standen der Mutter zur Seite, als der Vater im August 1970 verstarb.

Mutter und Tochter waren sich in all der Zeit eine gegenseitige Stütze. Und es war vielleicht auch der Optimismus, den Martha Wickenbrock noch immer ausstrahlt, der trotz der Schicksalsschläge stets wieder Sonnenstrahlen ins Leben zauberte.

Martha Wickenbrock absolvierte eine Ausbildung zur Altenpflegerin („Ich musste ja Geld verdienen.“), arbeitete zwölf Jahre lang in diesem Beruf im Carl-Sonnenschein-Haus. „Das habe ich stets gerne gemacht“, freut sie sich noch heute darüber, „dass eine Bewohnerin mich beispielsweise als Mama angesehen hat. Ich habe sie stets in diesem Glauben gelassen.“

Auch sonst war die Seniorin stets zur Stelle, wenn helfende Hände gebraucht wurden. Ob im Lager der Pfadfinder oder in dem der Messdiener: In der Küche am Herd stand Martha Wickenbrock und sorgte dafür, dass die hungrigen Münder eine ordentliche Essensportion auf den Teller bekamen.

Es gibt darüber hinaus noch eine zweite Seite, die zahlreiche Ochtruper von Martha Wickenbrock kennengelernt haben: die der Schauspielerin, die humorvolle Auftritte auf der kfd-Bühne liebte. Als Laiendarstellerin ebenso wie als Sängerin. Von einigen Auftritten hängen als Erinnerung die Bilder an der Wand ihres Wohnzimmers. Etwa mit ausgestopftem Wams als ein Teil der „Wildecker Herzbuben“. „Das war eine Gaudi“, lächelt das Geburtstagskind. Genau so wie die zahlreichen Ausflüge mit einer 17-köpfigen Gruppe in den Harz.

Es sind die schönen Seiten vieler Jahre, die sich im noch immer klaren Gedächtnis verankert haben. Die Mobilität inzwischen etwas eingeschränkt, verfolgt die Seniorin allerdings nach wie vor interessiert das Zeitgeschehen.

Für eines ist die betagte Dame ganz besonders dankbar: „Dass ich im Kreise meiner Familie alt werden darf.“ Und da ist er wieder: der kurze, vertraute Blick zu Tochter Marianne. Deren vertrautes Nicken. Einen liebevollen Wimpernschlag lang.

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