Förderkreis Kinderkarneval feiert 50-jähriges Bestehen
Rathaussturm mit Bonbon-Kanone

Ochtrup -

Ein großes Jubiläum steht bald beim Förderkreis Kinderkarneval an, der sich vor 50 Jahren dem närrischen Spaß für die ganze Familie verschrieben hat. Aus diesem Anlass haben ein paar der Aktiven, die seit Jahrzehnten und zum Teil schon von Beginn an dabei sind, im Archiv gewühlt und einige Erinnerungen wach werden lassen.

Samstag, 05.10.2019, 06:00 Uhr
Aus den 50 Jahren, in denen der Förderkreis Kinderkarneval besteht, gibt es einiges an Fotos und Zeitungsausschnitte zu bestaunen: (v.l.) Bernd Lahrkamp, Manfred Scho, Bernhard Pöhlker und Ernst Rolofs schwelgen in Erinnerungen.
Aus den 50 Jahren, in denen der Förderkreis Kinderkarneval besteht, gibt es einiges an Fotos und Zeitungsausschnitte zu bestaunen: (v.l.) Bernd Lahrkamp, Manfred Scho, Bernhard Pöhlker und Ernst Rolofs schwelgen in Erinnerungen. Foto: Heidrun Riese

„Buäh“ und „Helau“ heißt es seit mittlerweile einem halben Jahrhundert aus den Kehlen von Ochtrupern jeden Alters – der Förderkreis Kinderkarneval, der die fünfte Jahreszeit in der Töpferstadt zum Event für die ganze Familie gemacht hat, feiert seit 50-jähriges Bestehen.

Als sie in der großen Kiste mit den alten Fotos wühlen, kommen viele Erinnerungen an vergangene Sessionen hoch. Und davon haben die vier Herren im Laufe der Jahrzehnte einige gesammelt: Bernd Lahrkamp (Beirat) mischt seit 1982 im Förderkreis mit, Bernhard Pöhlker (Vizepräsident) seit 1981, Manfred Scho (Pressewart und Archivar) seit 1989 – und Ernst Rolofs ist neben Heiko Wolter sowie Helmut Kracke eines von drei noch immer aktiven Gründungsmitgliedern.

1969, das ist lange her. „Damals“, weiß Scho, „ging es mit dem Bollerwagen durch die Stadt. Da lag hoher Schnee.“ Unterwegs waren die Alten Herren von Arminia Ochtrup, die den närrischen Stein ins Rollen brachten. „Sie spielten gegen die Fußball-Mannschaft des NATO-Stützpunktes in Schöppingen, feierten auch beim Karneval mit und kamen auf den Geschmack“, berichtet der Archivar. „Daraus ist der Förderkreis Kinderkarneval entstanden.“ Denn in Ochtrup sollte es nicht nur ein Spaß für die Erwachsenen sein, sondern für die ganze Familie. „Außerdem“, ergänzt Lahrkamp, „wollte man nicht politisch sein.“ Idee war, vielmehr Märchen- und Comicfiguren sowie Fernsehhelden zum Thema zu machen.

Als sich der närrische Lindwurm am 22. Februar 1971 durch die Ochtruper Innenstadt bewegte, war es der erste richtige Rosenmontagszug – mit dem ersten Dreigestirn, das seit Beginn an von den Schützenvereinen gestellt wird. Damals bildeten es Karl-Heinz Schmitz (Prinz), Mariele Oelerich (heute van Lier, Prinzessin) und Hermann Herbering (Till) vom Schützenverein Alt und Jung. „Er war noch nicht so groß wie heute“, erzählt Rolofs, der beim ersten Umzug dabei war. „Aber die Straßen waren voll mit Leuten.“ Seine besucherstärksten Zeiten hatte der Höhepunkt der närrischen Session in den 70er und 80er Jahren. „30 000 bis 40 000 Menschen aus Nah und Fern säumen die Straßen am Rosenmontag“, hat Scho damals in einem Schreiben festgehalten. „15 bis 20 große Prunkwagen, mehrere kleine Wagen und etliche Fußgruppen verteilen über 40 Zentner Bonbons unter das Narrenvolk, das von circa 20 Musikkapellen unterhalten wird.“

Apropos Bonbons: Die hatten einen besonderen Auftritt beim ersten Rathaussturm am 13. Februar 1972: Da gab es eine Kanone, die den Naschkram unters Volk brachte. „Zack flogen die Bonbons ins Publikum“, beschreibt der Archivar das Bild, das sich den Ochtrupern einst bot. „Da war richtig was los“, weiß auch Lahrkamp. Dicht gedrängt standen die Menschen auf der Straße, obwohl es noch keine tagesfüllende Veranstaltung mit Programm in der Stadthalle gab, wie die Töpferstädter es heute kennen. „Damals war das Ganze nach etwa zwei Stunden vorbei“, erinnert sich Rolofs.

Wie gut das Konzept auf Anhieb ankam, zeigte sich auch darin, dass es von der ersten Stunde an Gönner gab. „Wertschätzung des Förderkreises hatte von Anfang an einen hohen Stellenwert“, weiß Scho. Lahrkamp nickt zustimmend: „Wir sind immer gut von der Stadt und von Sponsoren unterstützt worden.“

Neben dem Rosenmontagszug und dem Rathaussturm gibt es in Ochtrup bekanntlich noch etliche weitere Karnevalsveranstaltungen. Dass Prinz, Prinzessin und Till mit Gefolge sämtliche Feiern besuchen, auch in Langenhorst und Welbergen, hat Tradition. Unter anderem geht es in die Altenheime, zum Freundeskreis Behinderter und Nichtbehinderter oder in die Caritas-Werkstätten. „Wir besuchen auch alle Wagenbauer“, informiert Pöhlker, „aber ohne das Dreigestirn.“

Im Laufe der Jahrzehnte sind weitere Aktionen hinzugekommen. So gehört seit über 20 Jahren die Karnevalsmesse in der Lambertikirche, immer zwei Wochen vor Rosenmontag, dazu. Und seit Anfang der 90er Jahre macht der Förderkreis, der aktuell aus 19 Karnevalisten im Alter von 26 bis 90 Jahren besteht, einmal im Jahr einen Ausflug, der nichts mit der Narretei zu tun hat.

Doch zum Jubiläum, das am 10. November (Sonntag) mit einem großen Karnevalsfrühschoppen in der Stadthalle gefeiert wird, heißt es aus Kehlen jeden Alters: „Buäh“ und „Helau“!

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