Maisernte bei Schmuddelwetter
Seite an Seite auf dem Maisacker

Ochtrup -

Das Wetter spielt eine entscheidende Rolle, wenn nahe des Dreiländerecks der Mais gehäckselt wird. Die schweren Erntemaschinen dürfen nicht im schweren Ackerboden stecken bleiben. Landwirt Thomas Niehoff schaute am Freitagabend noch ein wenig skeptisch in den Wetterbericht, entschied sich dann aber doch, den Mais zu ernten zu lassen – und lag mit diesem Entschluss genau richtig.  

Montag, 07.10.2019, 06:00 Uhr
Pas de deux auf tiefem Geläuf: Häcksler und Traktor-Gespann fahren stets im gleichen Tempo, um den gehäckselten Mais direkt einzufahren. Der nächste Traktor, von dem aus das Foto gemacht wurde, wartet bereits.
Pas de deux auf tiefem Geläuf: Häcksler und Traktor-Gespann fahren stets im gleichen Tempo, um den gehäckselten Mais direkt einzufahren. Der nächste Traktor, von dem aus das Foto gemacht wurde, wartet bereits. Foto: Irmgard Tappe

Am Freitagabend hatte Thomas Niehoff noch Zweifel, ob es am nächsten Tag mit dem Maishäckseln klappen würde. „Der Boden ist ohnehin schon moorig hier in der Nähe des Gildehauser Venns. Und dann der Regen in den vergangenen Tagen noch oben drauf. Aber wir haben es einfach riskiert. Nützt ja nichts, der Mais muss herunter“, sagt der Landwirt, dessen Hof im Dreiländereck liegt. Ideale Erntebedingungen seien das allerdings nicht. Die Straßen würden stärker verschmutzt, was einen Mehraufwand an Arbeit mit sich bringe. „Wenn heute der Mais eingefahren ist, werden wir selbstverständlich alles wieder reinigen. Die Kehrmaschine steht schon bereit“, bemerkt Niehoff.

Die ersten Fuhren des gehäckselten Maisgutes haben die Erntehelfer bereits vom Acker zum Silo auf den Hof befördert. Jetzt ist erst einmal Frühstückspause. Stefanie Niehoff tischt frische Brötchen und Kaffee auf. „Ich bin für die Küche zuständig. Damit die Mannschaft auch satt wird“, meint sie lachend. Die Mannschaft, das sind Verwandte und Bekannte. „Wir sind eine Erntegemeinschaft und helfen uns gegenseitig“, erzählt Thomas Niehoff. Auch sein Patenkind Jannis ist dabei. Ein spannendes Erlebnis für den Achtjährigen.

„Für Kinder ist das natürlich ein Riesenspaß. Das war früher bei mir genau so. Aber wenn man selber die Verantwortung für den Hof trägt, sieht man das nicht mehr so unbeschwert“, bemerkt Thomas Niehoff. „Wenn ich erwachsen bin, möchte ich aber Bauer werden. Wie du“, verkündet Jannis. Dann erzählt er noch, dass sein Papa am frühen Morgen mit dem Traktor im Moor steckengeblieben ist. Ein anderer Schlepper sei aber gekommen und habe Papas Traktor mit dem Abschleppseil befreit.

Die Bodenbeschaffenheit des Feldes, freut sich Thomas Niehoff, sei dennoch besser als erwartet. Bevor es nach der Pause wieder an die Arbeit geht, nimmt der Landwirt noch eine Handvoll Häckselmasse unter die Lupe und ist zufrieden. „Die Maiskörner müssen aufgespalten sein, damit die Tiere die Nährstoffe optimal aufnehmen und verdauen können. Denn der wesentliche Nährstoffgehalt liegt im Körneranteil“, erklärt er.

Maishäcksler-Fahrer Christoph, der zufällig mit Nachnamen auch Niehoff heißt, hat also gute Arbeit geleistet. „Ich schaue mir zuerst die Qualität des Erntegutes an. Danach programmiere ich das Gerät“, beschreibt er den technischen Ablauf und setzt sich wieder in das monströse Gefährt, das mit seinem Schneidwerk zehn Reihen Mais gleichzeitig einzieht, zerkleinert und durch einen Auswurfbogen in einen Anhänger spuckt. „Deshalb fährt auch immer ein Schlepper mit Anhänger neben dem Häcksler her“, erläutert Thomas Niehoff und startet seinen Schlepper zur nächsten Runde – Seite an Seite mit dem Häcksler des Lohnunternehmens Tillmann.

Mitte bis Ende September beginne die Maisernte und erstrecke sich bis Ende Oktober, berichten Markus und Bernd Janmieling, Juniorchefs des Ochtruper Lohnunternehmens. Klar, dass sich da die Anfragen mitunter ballen. „Damit wir dem Aufkommen gerecht werden, haben wir zwei Maschinen am laufen“, sagt Markus Janmieling. Der große Häcksler schaffe ein Pensum von 25 Hektar pro Tag, der kleinere 20 Hektar.

Bei Thomas Niehoff fallen zehn Hektar an. „Für den Eigenbedarf in unserer Kälbermast“, berichtet der Landwirt. Er ist froh, dass der diesjährige Ertrag seiner Felder so gut ist. Markus und Bernd Janmieling haben festgestellt, dass die Maisernte in diesem Jahr insgesamt zufriedenstellend ist. Durchschnittlich 35 bis 45 Tonnen pro Hektar, das sei gut.

Im vergangenen Jahr seien es aufgrund des extrem trockenen Sommers nur cirka 25 bis 30 Tonnen auf gleicher Fläche gewesen.

„Das ist doch ein Spitzenmais hier bei euch“, findet auch Revierjäger Stefan Berning fest. Er stattet der Erntetruppe einen Besuch ab und schaut, ob das Schwarzwild Schaden auf dem Acker angerichtet hat. Aber das ist zum Glück nicht der Fall.

Die Zusammenarbeit zwischen Jägern und Landwirten klappe gut, betont Berning. „Es freut uns Jäger besonders, dass die Bauern ihre Felder mit Blühstreifen einrahmen“, bemerkt er. Und Niehoff verspricht, dass einige Reihen Mais stehen bleiben als Futter fürs Wild.

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