Vortrag mit Britta Schweighöver
Beitrag zum gerechten Frieden in Palästina

Ochtrup -

Über ihre eigenen Erfahrungen mit den Reibungspunkten zwischen Israel und den Palästinensergebieten berichtete Britta Schweighöver bei einem Vortrag, zu dem der Katholische Deutsche Frauenbund ins Forum der Bücherei St. Lamberti eingeladen hatte.

Samstag, 26.10.2019, 05:00 Uhr
Britta Schweighöver sprach im Büchereiforum über ihre eigenen Erfahrungen mit den Reibungspunkten zwischen Israel und den Palästinensergebieten.
Britta Schweighöver sprach im Büchereiforum über ihre eigenen Erfahrungen mit den Reibungspunkten zwischen Israel und den Palästinensergebieten. Foto: Norbert Hoppe

Reibungspunkte zwischen Israel und den Palästinensergebieten sind schon fast an der Tagesordnung. Häufig genug ufern sie in Gewalttaten aus, die auf unterschiedliche Weise von beiden Konfliktparteien ausgeübt werden. Über Ursachen und Auswirkungen der Auseinandersetzungen, aber auch über das ganz normale Leben in Palästina informierte jetzt Britta Schweighöver aus Steinfurt bei einer Veranstaltung des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) im Forum der Bücherei St. Lamberti.

Schweighöver war im vergangenen Jahr für drei Monate als Freiwillige im Begleitprogramm des Ökumenischen Rats der Kirchen in Palästina im Einsatz. Ihre Aufgabe mit vielen anderen in einem internationalen Team bestand darin, durch schützende Präsenz mitzuhelfen, Konflikte zu vermeiden und zu einem gerechten Frieden beizutragen.

„Zunächst ist ein genaues Bild der Aufteilung des Staates Israels und der palästinensischen Autonomiebehörde notwendig“, stellte Schweighöver gleich an den Beginn ihres Vortrages. Auf einer Karte war zu erkennen, welche Gebiete des Westjordanlandes und des Gaza-Streifens von wem kontrolliert werden. „In 60 Prozent dieser Flächen hat Israel die Hoheit über die Zivilverwaltung und die Sicherheit“, stellte die Referentin heraus. Lediglich in den restlichen Gebieten sei die Autonomiebehörde teils für zivile und teils für sicherheitsrelevante Angelegenheiten zuständig.

Gekennzeichnet sei das Verhältnis zwischen den Volksgruppen durch Verbote in der Bewegungsfreiheit, Kontrollen an Übergängen von einem Gebiet in das andere und von Sicherheitsrisiken, so Schweighöver. „Besonders bei großen Menschenansammlungen entsteht manchmal ein regelrechtes Pulverfass und ein kleiner Funke reicht, um es zu entzünden“, berichtete sie über Situationen, die sie selbst erlebt habe.

Bedrückend waren für das Publikum Bilder von der hohen Mauer, die weite Teile der Westbank von Israel abgrenzt und die nur nach strengen Kontrollen passiert werden dürfe, wie Schweighöver ausführte. Auf dem Land markiere meist ein Zaun die Barriere, die auch von Schafherden nicht überschritten und nicht ohne Weiteres bewirtschaftet werden dürften.

Durch die Anwesenheit der Freiwilligen gelänge es häufig, Verstöße und Rechtsverletzungen beider Seiten zu dokumentieren und in die Öffentlichkeit zu tragen. Zu den Aufgaben gehörten auch die Begleitung palästinensischer Kinder auf ihrem Schulweg und die Hilfe bei der Armutsbekämpfung, beschrieb sie ihre Tätigkeit in den Palästinensergebieten.

„Neben allen Schwierigkeiten haben wir aber auch frohe Stunden erlebt“, erinnerte Schweighöver an die Feiern zum Ende des Ramadans oder gemeinsam verbrachte Pausen und Freizeit. „Es war eine solidarische Zeit mit schönen Momenten in einer schönen Landschaft“, fasste sie ihre Eindrücke zum Schluss zusammen.

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