Tannenbaumverkauf
Bei Andrea Janning und ihrer Familie steigt die Vorfreude auf Weihnachten schon seit September

Ochtrup -

Alle Tannenbäume, die Andrea Janning und ihre Familie auf ihrem Hof in der Weiner verkaufen, haben sie bereits im Spätsommer in einer Schonung im Sauerland ausgewählt. Die Preise für die Gehölze bleiben trotz des heißen Sommers stabil.

Mittwoch, 30.10.2019, 05:00 Uhr
Während in der Scheune auf dem Hof Janning-Volbert noch die Kürbisse ausliegen, trifft Andrea Janning bereits alle notwendigen Vorbereitungen für den Weihnachtsbaumverkauf. Die Deko dafür hat sie schon parat.
Während in der Scheune auf dem Hof Janning-Volbert noch die Kürbisse ausliegen, trifft Andrea Janning bereits alle notwendigen Vorbereitungen für den Weihnachtsbaumverkauf. Die Deko dafür hat sie schon parat. Foto: Maximilian Stascheit

Ein Weihnachten ohne Tannenbaumverkauf, das ist für Andrea Janning mittlerweile gar nicht mehr vorstellbar. „Wir hatten zwischendurch schon mal überlegt, ob wir das noch weitermachen wollen, weil es wirklich eine Menge Arbeit ist. Aber dann waren mein Mann und ich und auch unsere Kinder sich schnell einig, dass sie diese Aktion nicht mehr missen möchten“, erzählt die Ochtruperin.

Vor elf Jahren begann die Familie mit dem Verkauf der Weihnachtsbäume auf dem Hof Janning-Volbert in der Weiner. „Wir sind damals hierher gezogen, aber es wurde keine aktive Landwirtschaft mehr betrieben“, so Andrea Janning. Dennoch wünschte sich die Familie mehr Leben auf dem großen Hof nahe des Nienborger Damms. „Da ich von Beruf Floristin bin, passte das mit den Tannenbäumen wunderbar. Wir hatten da von Anfang an große Lust drauf.“

Während der Hof aktuell noch an allen Ecken von strahlenden Kürbissen dekoriert wird, welche die Familie ebenfalls anbaut und vertreibt, laufen die Vorbereitungen für den Verkauf der Weihnachtsbäume schon auf Hochtouren. Denn bereits im September oder Oktober machen sich Bernhard und Andrea Janning jedes Jahr auf den Weg ins Sauerland, um in den Schonungen die schönsten Bäume auszusuchen und mit roten Fähnchen zu markieren. „Alle Bäume, die wir verkaufen, wurden von uns selbst ausgewählt“, macht Andrea Janning deutlich.

Jahrelanger Kontakt zu den Kunden

Durch den jahrelangen Verkauf auf dem eigenen Hof hat sie festgestellt, dass jeder Kunde unterschiedliche Anforderungen an den Christbaum haben. „Die einen brauchen hinten eine Aussparung, bei anderen muss unten noch eine große Krippe drunter passen“, berichtet sie über die klassischen Wünsche der Käufer. „Das Schöne ist, dass jeder irgendwie immer den für sich passenden Baum findet.“

Überhaupt sei es die Beratung beim Verkauf und der mittlerweile über viele Jahre gewachsene Kontakt zu den Kunden, was die Tannenbaum-Aktion für sie nicht nur zu einem reinen Nebenerwerb, sondern vor allem zu einer großen Leidenschaft macht. „Viele Familien kommen schon seit dem ersten Jahr jedes Mal zu uns und suchen zusammen ihren Baum aus. Die kennt man mittlerweile richtig gut und sieht, wie die Kinder älter werden. Oder die Kinder kommen plötzlich mit ihrem Freund und suchen einen Baum für die erste eigenen Wohnung.“

Mittlerweile, so erzählt Andrea Janning, würden auch ihre drei Kinder Luzia (16), Johann (13) und Ferdinand (11) langsam in das Verkaufsgeschäft mit hineinwachsen. „Auch die haben jedes Jahr super viel Spaß daran und freuen sich jetzt schon auf den Tag, an dem es wieder losgeht.“

Keine Auswirkungen des Hitzesommers

Der bereits im Sommer in einigen Medien verbreiteten Nachricht, dass die Preise der Weihnachtsbäume aufgrund des heißen Sommers in diesem Jahr steigen würden, kann Andrea Janning bereits widersprechen. „Die Preise waren in den letzten zehn, fünfzehn Jahren eigentlich immer stabil und werden es auch dieses Jahr bleiben.“ Ihr Vorteil sei, dass sie die Bäume aus einer Schonung im Sauerland beziehen. „Dort sind die Gehölze alle gut durch den Sommer gekommen. In Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein gab es aber größere Probleme“, berichtet sie. Die Auswirkungen des Hitzesommers seien vermutlich erst in circa acht Jahren zu spüren. Denn bevor die Nordmanntannen und Blaufichten in den Wohnzimmern stehen, sind sie bereits vier Jahre in der Baumschule und weitere acht Jahre in der Schonung gewachsen. „Wenn die Bäume eingepflanzt werden, sind sie circa 15 Zentimeter hoch“, erklärt Andrea Janning. „Und bei denen könnte es sein, dass sie den Wachstumsschub im Sommer nicht bekommen haben.“

Die erste Lieferung wird bereits vor dem ersten Adventswochenende auf dem Hof eintreffen. „Die Bäume sind dann aber nur für diejenigen, die sie vorbestellt haben“, erklärt die Floristin, die für Unternehmen und Geschäfte auch das Dekorieren der Bäume übernimmt. „Der Trend geht zwar dahin, dass die Leute den Tannenbaum immer früher aufstellen, aber bei uns geht es mit dem Verkauf trotzdem erst am dritten Adventswochenende los.“

Den Baum für das eigene Wohnzimmer hat sich die Familie übrigens – wie in jedem Jahr – bereits bei dem Besuch der Schonung im Sauerland ausgesucht und mit einem großen Namensschild markiert. „Und der“, so erzählt sie mit Blick auf die angestammte Stelle im Wohnzimmer, an der jetzt noch ein großer Holztisch steht, „ist auch jedes Jahr drei Meter hoch und ragt direkt bis unter die Decke.“

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