Amtsgericht Steinfurt
Prozess gegen 40-Jährigen Ochtruper wird fortgesetzt

Ochtrup/Steinfurt -

Ein 40-jähriger Ochtruper musste sich jetzt vor dem Amtsgericht Steinfurt verantworten. Ihm wird vorgeworfen, im April diese Jahres unter erheblichem Alkoholeinfluss Auto gefahren zu sein.

Mittwoch, 30.10.2019, 20:00 Uhr

Nicht abgeschlossen werden konnte jetzt beim Amtsgericht Steinfurt ein Strafverfahren gegen einen 40 Jahre alten Mann aus Ochtrup. Die Staatsanwaltschaft warf ihm in der Anklage vor, im April dieses Jahres fahrlässig und vorsätzlich ein Kraftfahrzeug geführt zu haben, obwohl er hätte erkennen müssen, dass er auf Grund erheblichen Alkoholgenusses nicht fahrtüchtig war. Gegen einen verhängten Strafbefehl des Amtsgerichts Münster hatte der Angeklagte Widerspruch eingelegt, sodass der Fall jetzt beim Amtsgericht Steinfurt verhandelt werden musste.

Eine halbe Flasche Wodka getrunken

In seiner Einlassung schilderte der Angeklagte das Geschehen in der Nacht aus seiner Sicht. Demzufolge sei er auf dem Heimweg in der Nähe seiner Wohnung in Langenhorst von der Straße abgekommen und habe sich auf dem Randstreifen festgefahren. Anschließend sei er nach Hause gegangen und habe, weil er seine Frau und seine vier Kinder nicht wecken wollte, in der Garage etwa eine halbe Flasche Wodka getrunken. Dann sei er auf die Idee gekommen, mit seinen beiden ältesten Söhnen zu versuchen, das Auto wieder frei zu bekommen.

Wie der Angeklagte weiter erklärte, habe er selbst am Steuer gesessen und das Auto gestartet. Der Versuch, den Wagen mit Hilfe seiner Söhne wieder auf die Straße zu bekommen, scheiterte jedoch. Eine vorbeifahrende Zeugin habe die durchdrehenden Reifen und die hohe Motordrehzahl bemerkt und die Polizei verständigt. Gegenüber den Beamten habe der Angeklagte eingeräumt, einen Versuch unternommen zu haben, das Auto auf die Straße zu lenken. Allerdings sei es bei einem Versuch geblieben. Vehement bestritt der 40-Jährige den Vorwurf, das Auto gefahren zu haben. Folgerichtig träfe die erhobene Anklage der Staatsanwaltschaft deshalb nicht zu.

1,6 Promille im Blut

Eine Blutprobe, die gut zwei Stunden nach dem Vorfall entnommen wurde, ergab einen Blutalkoholwert von 1,6 Promille. Der vorsitzende Richter teilte mit, dass daher ein Sachverständiger hinzugezogen werden solle, um sicherzustellen, dass der Promillegehalt in der fraglichen Zeit erreicht werden konnte. Außerdem erwiesen sich die deutschen Sprachkenntnisse des Angeklagten als nicht ausreichend, um dem Gerichtsverfahren zweifelsfrei zu folgen. Deshalb solle ihm bei der Fortsetzung des Prozesses ein Dolmetscher für die kurdische Sprache zur Seite gestellt werden.

Die geladenen Zeugen mussten daher ohne ihre Aussagen für diesen Verhandlungstag entlassen werden, sollen jedoch für den nächsten Prozesstag erneut vorgeladen werden. Wie der Richter zum Schluss der Verhandlung mitteilte, werde er den neuen Termin von Amts wegen kurzfristig anberaumen.

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