Kammermusikabend des Kulturrings
Flügel an Grenzen gebracht

Ochtrup -

Ganz viel Licht, aber auch einige Schatten erlebten die Zuhörer des 2. Kammermusikabends des Kulturrings der Stadt Ochtrup bei den zwei Konzerten am Sonntag auf Haus Welbergen.

Dienstag, 05.11.2019, 08:00 Uhr
Mit feinem pianistischen Gespür und durchaus explosiven Akzenten führte Pervez Mody auf Haus Welbergen in eine wunderbare Klangwelt ein
Mit feinem pianistischen Gespür und durchaus explosiven Akzenten führte Pervez Mody auf Haus Welbergen in eine wunderbare Klangwelt ein Foto: Martin Fahlbusch

Mit Pervez Mody präsentierte sich ein forscher Pianist, der neben seiner Liebe zu der äußerst vielschichtigen Musik von Alexander Skrjabin endlich auch eine Lanze für die kleinen Klaviermusik-Juwelen von Edvard Grieg brach. Deutete Perez Mody versiert die Höhen, Tiefen und die Dynamik von Skrjabins Kompositionen souverän aus, überzeugte er mit seiner Spielfreude bei den Werken von Edvard Grieg. Beispielsweise ließ der Komponist im „Hochzeitstag auf Troldhaugen“ die nervöse, aufgeregte und erwartungsfrohe Stimmung nahezu fassbar vor Augen entstehen, um später im Programm mit sanften Elegien und Nocturnes zu überraschen, aber auch die flirrende und überraschungsreiche skandinavische Märchen- und Sagenwelt zu ihrem Recht kommen zu lassen.

Mit feinem pianistischen Gespür und durchaus explosiven Akzenten führte Pervez Mody in diese wunderbare Klangwelt ein. Mutig – sozusagen in Griegs Wunderwelt eingebettet – spielte Pervez Mody dann mit Hingabe Beethovens Sonate Nr. 15 „Pastorale“ Der Pianist zeigte sich hier als Suchender, der sich stets dem Werk zu nähern sucht, aber keine in Stein gemeißelte endgültige Interpretation anzubieten versucht. Hier überzeugte vor allem das Scherzo. Einige Passagen des abschließenden Rondos strapazierten den kleinen Flügel auf Haus Welbergen aber zu deutlich. Vor allem ein gewisses Manko im gesamtem Diskant des Instruments wurde hier ohrenfällig. Dabei klirrten einige Töne eher, als dass man sie als klingend empfand. Hier ist zukünftig der Veranstalter gefordert – und man hätte sich seitens des Künstlers etwas mehr Zurückhaltung ob dieser Probleme gewünscht. So wurden Skrjabins Impromptus, Etüden und vor allem Liszt abschließende Ungarische Rhapsodie Nr. 2, in der Perez Mody alle Möglichkeiten schwelgender Kadenzen auszunutzen suchte, mitunter regelrechte Parforce-ritte. Wie wunderbar einfühlend und mit sensibler Anschlagtechnik hingegen die beiden Zugaben von Beethoven, bei denen der Künstler des Abends wieder mit seiner bemerkenswerten Musikalität glänzte und überzeugte – und der Flügel nicht an seine – wohlgemerkt technisch bedingten – Grenzen gebracht wurde.

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