Betriebsausschuss der Stadtwerke
Der Strom wird teurer

Ochtrup -

er Strom wird teurer. Zwar sei es den Stadtwerken gelungen, einen Teil der Kosten bei der Strombeschaffung durch geschickten Einkauf abzufedern, berichtete Betriebsleiter Robert Ohlemüller am Montag dem Betriebsausschuss, jedoch müsse der Energieversorger auch seine Fixkosten decken.  

Mittwoch, 06.11.2019, 06:00 Uhr
Der Strom kommt aus der Steckdose. So einfach ist die Geschichte leider nicht. Ab 2020 steigen die Stromkosten.
Der Strom kommt aus der Steckdose. So einfach ist die Geschichte leider nicht. Ab 2020 steigen die Stromkosten. Foto: Anne Steven

Wer Strom von den Ochtruper Stadtwerken bezieht, bekommt in den nächsten Wochen Post. Allerdings wird das, was darin zu lesen ist, kaum für Jubelstürme sorgen. Denn am Montagabend hat der Betriebsausschuss des Energieversorgers beschlossen, die Strompreise ab 2020 zu erhöhen.

„Auch wenn wir das eigentlich nicht wollen“, kommentierte Matthias Dankbar ( SPD ) das einstimmige Votum. So werden die Preise pro Kilowattstunde von 27,34 Cent ab dem 1. Januar 2020 auf 29,04 Cent steigen. In einem Durchschnittshaushalt mit einem Verbrauch von etwa 3500 Kilowattstunden pro Jahr bedeutet das Mehrkosten in Höhe von jährlich 59,22 Euro oder monatlich 4,94 Euro. Der Grundbetrag von 96 Euro pro Jahr bleibt von der Erhöhung unberührt, betont Tobias Klingebiel von den Stadtwerken im Gespräch mit dieser Zeitung. Der Grund für die gestiegenen Preise habe zudem nichts mit der Sanierung des Freibades zu tun, wie vielleicht manch Kunde schlussfolgern könnte. Er liege vielmehr in der Energiewende.

Grundsätzlich werden die Preise vom jeweiligen Energieversorger bestimmt. Dieser muss natürlich seine Fixkosten decken und den Strom an der Deutschen Strombörse einkaufen. Und auf diesem Markt haben die Preise angezogen. „Die Börse tut sich schwer“, weiß Klingebiel. Das Problem: Durch die von der Bundesregierung beschlossene Energiewende wird die Leistung hocheffizienter sogenannter Grundlastkraftanlagen wie zum Beispiel Atommeiler oder Gas- und Kohlekraftwerke zugunsten erneuerbarer Energiequellen heruntergefahren.

Besagte Grundlastkraftanlagen sind jedoch nicht komplett außen vor, sie sind immer noch wichtig, fangen sie doch die Stromspitzen ab. Dabei kommt Atommeilern sowie Gas- und Kohlekraftwerken zugute, dass sie witterungsneutral sind – ganz im Gegensatz zu Wind- und Solarkraft. Fehlen bei Letzteren Sonne und Wind, fehlt auch der Strom. Aktuell sei erneuerbare Energie einfach noch teurer, sagt Klingebiel.

Das Zusammenspiel von sinkendem Angebot und gleichbleibender Nachfrage führt nun dazu, dass die Preise an der Börse steigen. Aktuell gehe es allen Energieversorgern im Umkreis ähnlich, berichtet der Stadtwerke-Mitarbeiter. Hinzu kommen Steuern und Abgaben.

Knapp fünf Euro pro Monat an Mehrkosten für einen Durchschnittshaushalt sei zwar „schon Geld“, jedoch hätten die Börsenpreise schon mal deutlich höher gelegen, weiß Klingebiel. Durch gezielte Einkäufe sei es den Stadtwerken zwar gelungen, die Kosten etwas abzufangen. Jedoch macht die Strombeschaffung nur etwa 20 Prozent der Gesamtkosten aus. Etwas mehr als die Hälfte des Strompreises wird durch Steuern bestimmt. „Das ist das Gros“, betont der Betriebsleiter der Stadtwerke, Robert Ohlemüller. Das letzte Viertel machen Netzentgelte als Transportkosten aus.

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