Oberstufenprojekt am Gymnasium
Einblick in „Hitlers Tischgespräche“

Ochtrup -

Als Person „Adolf Hitler“ tauchte der Münsteraner Historiker und Kabarettist Andreas Breiing am Freitag im Geschichtsunterricht der gymnasialen Oberstufe auf.

Samstag, 09.11.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 10.11.2019, 14:00 Uhr
Der Münsteraner Historiker und Kabarettist Andreas Breiing verkörperte im Geschichtsunterricht der gymnasialen Oberstufe am Freitagvormittag die Person Adolf Hitlers.
Der Münsteraner Historiker und Kabarettist Andreas Breiing verkörperte im Geschichtsunterricht der gymnasialen Oberstufe am Freitagvormittag die Person Adolf Hitlers. Foto: Andreas Pohlmann

Eine angespannte, fast schon nervöse Stille erfüllt den großen Klassenraum. 19 aufmerksame Schüleraugen blicken auf, als eine Person, die aussieht wie Adolf Hitler , den Raum betritt. „Guten Tag, allerseits“, grüßt der mit einem grauen Anzug bekleidete Schnauzbart-Träger die Jugendlichen mit einer schnarrenden Stimme.

Im Rahmen des Geschichtsunterrichtes hatten sich die Oberstufenschüler des Gymnasiums mit dem Nationalsozialismus in den 30er und 40er Jahren des letzten Jahrhunderts befasst. Hierbei stießen sie auf die Person Adolf Hitler – und fanden heraus, dass dieser sich in der Öffentlichkeit und besonders bei politischen Reden gern selbst inszenierte.

Doch wie war Hitler eigentlich wirklich? Was für eine Persönlichkeit steckte hinter der Fassade des damaligen Reichskanzlers?

Um diese Frage zu klären, luden die Schüler am Freitagvormittag den Münsteraner Historiker und Kabarettisten Andreas Breiing in ihre Schule ein. Mithilfe seines Projekts „Hitlers Tischgespräche“ möchte er jungen Menschen vermitteln, wie der Diktator als Mensch eigentlich gestrickt war.

In einem dreiviertelstündigen Monolog „Hitlers“ über Themen wie die Rolle der Frau in der Gesellschaft, über die Kirche bis hin zu seinen Vorstellungen von Bildung konnten sich die Geschichtsinteressierten ein kleines Bild von den Sichtweisen Hitlers machen.

Nachdem sie dem Monolog zunächst irritiert, teilweise auch fassungslos gelauscht hatten, durften die jungen Erwachsenen bei einer Diskussion mit dem Darsteller Andreas Breiing selbst zu Wort kommen.

So erklärt Stella überrascht: „Ich hätte nicht gedacht, dass er so viel über Gott und die Welt philosophiert hat. Und ich wusste auch gar nicht, dass er Vegetarier war.“ Besonders erschreckend, so stellen die Schüler schnell fest, sei allerdings die Aktualität eines großen Teils der angesprochenen Themen. Heute sind leider wieder Antisemitismus und rechtspopulistische Tendenzen aktuell.

„Wir wollen die Jugendlichen dazu bringen, auch die aktuelle Situation kritisch zu reflektieren, denn es lassen sich durchaus Parallelen zur damaligen Zeit finden“, erklärt Andreas Breiing, warum er sich für dieses Projekt engagiert. Nachdenklich, aber auch mit vielen neuen Informationen über die private Person Adolf Hitler, die ein „normaler“ Unterricht vielleicht so nicht hätte vermitteln können, endete das Projekt für die Schüler schließlich.

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