Kulturtage: Autor Karl Hagemann zu Gast auf Haus Welbergen
Ein kurzer Besuch des Dichterfürsten

Ochtrup -

Das lauschig-schöne Haus Welbergen war Location für den Autor, Ex-WDR Redakteur und Journalisten Karl Hagemann, der dort im Rahmen der Ochtruper Kulturtage sein Buch „Goethe in Münster“ vorstellte.

Dienstag, 12.11.2019, 05:00 Uhr
Autor, Ex-WDR-Redakteur und Journalist Karl Hagemann stellte dem Publikum im Rahmen der Ochtruper Kulturtage auf Haus Welbergen sein Buch „Goethe in Münster“ vor.  
Autor, Ex-WDR-Redakteur und Journalist Karl Hagemann stellte dem Publikum im Rahmen der Ochtruper Kulturtage auf Haus Welbergen sein Buch „Goethe in Münster“ vor.   Foto: Martin Fahlbusch

Das war eher ein später Sonntagnachmittag bei den Ochtruper Kulturtagen zum „um die Ecke denken“. Die Veranstalter hatten erneut das lauschig-schöne Haus Welbergen in den Blick genommen, um geistige Größen des Sturm und Dranges wie Johann Georg Hamann und Johann Wolfgang von Goethe irgendwie mit dieser Lokalität, sagen wir richtiger, mit gewissen geschichtlichen, nicht unbedingt ganz schlüssigen Beziehungen in Verbindung zu setzen.

Gott sei Dank sorgte auf diesen etwas unsicheren Planken der Autor, Ex-WDR-Redakteur und Journalist Karl Hagemann für eine vernünftige Balance und klaren Kurs. Er stellte einem vielköpfigen Publikum sein Buch „Goethe in Münster“ vor. Darin wird mit Augenmaß, Ausgewogenheit und beachtlicher Akribie der Quellensichtung der kurze Besuch des Dichter- und Denkerfürsten 1792 und sein Interesse für den „Münsteraner Kreis“ um die emanzipierte und philosophisch-kundige und soziale Fürstin Amalie von Gallitzin beleuchtet.

Der Protestant Goethe fand in dem deutlich katholischen Kreis neben der Prinzipalin auch bedeutende Denker und Reformer wie Franz von Fürstenberg, Werner Overberg und viele andere kundige Menschen zum offenen Gespräch und Diskurs. Franz Kasper Buchholtz hatte in den 1780er Jahren für den Kontakt zu Johann Georg Hamann für diesen erlauchten und liberalen Kreis gesorgt. Der damalige Besitzer von Haus Welbergen bot dem „Magus im Norden“, dem bemerkenswerten protestantischen Denker, Geld und vorübergehende Heimstatt auf dem vom kleinen Wasser umflossenen Herrenhaus. Die Gedankenwelt des Philosophen aus Königsberg hatte auch die Aufmerksamkeit Johann Wolfgang von Goethes geweckt. Johann Georg Hamann war aber lange vor dessen fünftägiger Münster-Kurzvisite 1788 gestorben. Die freigeistige Fürstin hatte Hamann in ihrem Garten bestatten lassen, weil ihn der Tod in Münster ereilte und kein Friedhof in der katholischen Kommune unkompliziert eine letzte Ruhestätte bieten konnte. So verweilte Goethe denn 1792 nachdenklich an Hamanns Grab.

Karl Hagemann gelang es an diesem Herbstnachmittag, dem „genus loci“ zu einem gewissen Recht zu verhelfen und in seiner trefflichen Erzähl- und Darstellungsart angeregtes Interesse und wohltuendes Augenmaß für die Bedeutung des von ihm anschaulich Beschriebenen zu befördern.

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