Spontandemo der Landwirte
Die Bevölkerung sensibilisieren

Ochtrup -

Mit einer spontanen Demo legten einige Ochtruper Landwirte mit ihren Treckern am Dienstagabend den Verkehr rund um den Kreisverkehr an der Stadthalle kurzfristig lahm.

Mittwoch, 13.11.2019, 16:00 Uhr aktualisiert: 13.11.2019, 17:20 Uhr
Mit ihren Schleppern legten zahlreiche Landwirte am Dienstagabend kurzfristig den Verkehr rund um den Kreisverkehr an der Stadthalle lahm. Sie wollten mit der spontanen Aktion ihren Protest gegen das Agrarpaket zum Ausdruck bringen. Nicht alle Bürger hatten dafür Verständnis.
Mit ihren Schleppern legten zahlreiche Landwirte am Dienstagabend kurzfristig den Verkehr rund um den Kreisverkehr an der Stadthalle lahm. Sie wollten mit der spontanen Aktion ihren Protest gegen das Agrarpaket zum Ausdruck bringen. Nicht alle Bürger hatten dafür Verständnis. Foto: Martin Fahlbusch

Wie viele Schlepper und Traktoren mit Anhängern sind nötig, um den Kreisverkehr an der Stadthalle zu füllen und für den durchfahrwilligen Verkehr zu behindern?

Was einige hör- und sichtbar genervte Feierabendverkehrsteilnehmer am Dienstagabend gegen 18 Uhr für ein paar Minuten erlebten, war aber kein spaßiger Test, sondern eine Spontan-Demonstration einiger Ochtruper Landwirte. „Wir sind es leid, immer nur als schwarze Schafe in der aktuellen Diskussion um die Nahrungsmittelproduktion herzuhalten – aber beispielsweise beim sogenannten Agrarpakt, den die Politiker in ihren Fensterreden schönreden, nicht einmal beteiligt zu sein“, bringt es Hendrik Nienkötter auf den Punkt.

Die hupende Aufregung einiger Verkehrsteilnehmer, die gar von „asozialem Verhalten“ sprachen, die Bürger daran hinderten, rechtzeitig in ihren wohl verdienten Feierabend zu kommen, hält er für ziemlich überzogen. „Wir haben lediglich für ein paar Minuten die Durchfahrt durch den Kreisverkehr für einige Autos, die sich dann auf Bült-, Bentheimer und Gronauer Straße zurückgestaut haben, etwas verlangsamt“, beschwichtigt er. „Die Politik will uns nicht hören. Bei der Demo in Bonn am 22. Oktober beispielsweise war kein Landwirtschaftspolitiker anwesend. Wir fordern ein praxisnahes, unbürokratisches und gemeinsam mit den Landwirten gestaltetes Agrarpaket.“, machte Landwirt Jürgen Bussmann im Gespräch deutlich.

Den zumeist jungen Landwirten sei es mit dieser spontanen Demo darum gegangen, die Bevölkerung für die Sorgen und Anliegen der Landwirtschaft zu sensibilisieren, betonten einige Schlepperfahrer. Es werde oft gefordert, dass Lebensmittel regional produziert werden sollen. Dann müsse man beim Einkauf auf die Herkunft achten und Importprodukte vermeiden. „Das Wahl- und Kaufverhalten sind ausschlaggebend für unsere Produktion. Wenn Wähler eine Landwirtschaftspolitik wollen, die die familiengeführten Betriebe kaputt reglementiert, wird die Produktion in andere Länder verlagert, wo Produktionsbedingungen nicht mehr mitbestimmt werden können. Wir heimischen Landwirte müssen gehört und in Entscheidungen miteinbezogen werden“, machte Jürgen Bussmann klar. Und ergänzte, dass so eine spontane Aktion mal eben zu planen nicht ganz ohne wäre, wenn man eigentlich auf dem Hof arbeiten, Felder bestellen sowie Tiere füttern, pflegen und Kühe melken müsste.

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