Neuer Kreisverkehr am Postdamm
Fünf mögliche Varianten

ochtrup -

Die Stadt Ochtrup plant einen neuen Kreisverkehr. Das Rondell soll im Kreuzungsbereich von Bilker Straße, Langenhorster Weg, Rosenstraße, Postdamm und Kranenbült/Schöneberg entstehen. Im Bauausschuss präsentierte Olaf Timm vom beauftragten Büro NTS aus Münster den Politikern zunächst fünf mögliche Varianten, diesen Knotenpunkt zu gestalten.

Donnerstag, 14.11.2019, 06:00 Uhr
Der Kreuzungsbereich Bilker Straße, Langenhorster Weg, Rosenstraße, Postdamm und Kranenbült/Schöneberg soll umgestaltet werden. Da das Verkehrsaufkommen an dieser Stelle nicht so hoch ist, wie ursprünglich gedacht, müsste dort nicht unbedingt ein Kreisverkehr entstehen. Die Stadtverwaltung möchte auch andere Idee zulassen. Fünf mögliche Varianten wurden jetzt im Bauausschuss vorgestellt.
Der Kreuzungsbereich Bilker Straße, Langenhorster Weg, Rosenstraße, Postdamm und Kranenbült/Schöneberg soll umgestaltet werden. Da das Verkehrsaufkommen an dieser Stelle nicht so hoch ist, wie ursprünglich gedacht, müsste dort nicht unbedingt ein Kreisverkehr entstehen. Die Stadtverwaltung möchte auch andere Idee zulassen. Fünf mögliche Varianten wurden jetzt im Bauausschuss vorgestellt. Foto: Anne Steven

Variante 1 sieht einen fünfarmigen Kreisverkehr mit einem Durchmesser von 32 Metern vor. (Zum Vergleich: Der Kreisel an der Stadthalle misst 35 Meter.) Radfahrer würden im Kreisverkehr geführt. Diese Ausbauvariante sieht den Postdamm als „unechte Einbahnstraße“ vor. Heißt: Autofahrer können zwar vom Postdamm aus in das Rondell fahren, aber nicht heraus. Fußgänger werden über Zebrastreifen geführt.

In Variante 2 ist der Postdamm vollständig angebunden, der Kreismittelpunkt jedoch etwas verschoben, um alle Arme besser anbinden zu können.

Variante 3 weist den Schöneberg als Fahrradstraße aus. Das bedeutet, auch alle anderen Verkehrsteilnehmer dürfen dort fahren, jedoch nicht schneller als 30 Kilometer pro Stunde und sie müssen sich dem Radverkehr unterordnen. In dieser Ausbauvariante erfolgt die Zufahrt vom Postdamm aus nur für Radfahrer (siehe Kreisverkehr Stadthalle).

In Variante 4 verzichteten die Planer auf einen Kreisverkehr. Stattdessen ist auch hier der Schöneberg als Fahrradstraße ausgewiesen, zudem regeln Ampeln den Fußgängerverkehr.

Variante 5 ist ebenfalls kein Kreisverkehr. Statt Ampeln sollen Querungshilfen Fußgänger unterstützen.

Bei den Politikern kamen diese Ausführungen unterschiedlich an. Hermann Holtmann (FDP) fand die erste Variante am besten, da diese als einzige eine mögliche Nordumgehung berücksichtige. Eine Fahrradstraße bezeichnete er als „charmant“. „Ich glaube aber nicht, dass das machbar ist“, so der Fraktionsvorsitzende der Liberalen.

Dass der Kreisverkehr vom Postdamm aus nicht befahrbar sein soll, fand Werner Kempers (SPD) „schwierig“ – vor allem mit Blick auf das neue Baugebiet, das dort entstehe. „Da drubbelt es sich“, war der Sozialdemokrat überzeugt. Claudia Fremann stimmte ihm da voll und ganz zu. „Ich sehe das sehr kritisch“, so die Fraktionschefin der Freien Wähler. Könne der Postdamm nicht angeschlossen werden, müssten andere Erschließungsmöglichkeiten her – allein schon aufgrund der hohen Anzahl an Grundstücken, die am Sunnenbrink bebaut würden. Die Antwort auf eine konkrete Nachfrage von Michael Füll (Grüne), eine zusätzliche Zuwegung beispielsweise über den Schöneberg zu ermöglichen, fiel eindeutig aus. „Das ist ausgeschlossen“, so Kämmerer Roland Frenkert.

Olaf Timm erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass das Verkehrsaufkommen in diesem Bereich bei weitem nicht so hoch sei wie beispielsweise an der Stadthalle. Während dort nämlich etwa 25 000 Fahrzeuge am Tag das Rondell passieren, seien es im Kreuzungsbereich von Bilker Straße und Rosenstraße nur etwa 7000.

Die fünf Planungsvarianten, wie er sie vorstellte, hatte Hajo Steffers (CDU) „so nicht erwartet“. „Sie entsprechen nicht meiner Vorstellung“, machte der Fraktionsvorsitzende deutlich. Der Schöneberg sei doch ausgebaut worden, um den Verkehrsfluss aus Richtung Rheine zu den Parkplätzen des Outlet-Centers zu leiten und die Laurenzstraße zu entlasten. „Die einzige Variante, die er sich vorstellen könne, sei die erste“, so Steffers weiter. Nur dort seien die Vorgaben konsequent durchgezogen worden. Auf diese Worte folgte zustimmendes Gemurmel im Publikum. Die Erste Beigeordnete Birgit Stening sah sich an dieser Stelle genötigt, darauf hinzuweisen, dass alle fünf Planungsvarianten lediglich als Anstoß für die nun folgenden Beratungen gedacht seien. „Es hat sich herausgestellt, dass das Verkehrsaufkommen nicht so groß ist, wie wir vermutet haben“, erinnerte sie noch einmal. Da die Situation dermaßen überschaubar sei, habe die Verwaltung auch andere Ideen zur Gestaltung des Kreuzungsbereiches zulassen wollen. Nun gehe es an die politische Diskussion.

Elke Reckels und auch Hajo Steffers sahen zudem die Abbindung des Postdamms kritisch. Anlieger müssten künftig einen Umweg fahren. „Wer sich am unteren Postdamm (Nähe Outlet-Center) bewegt, weiß, dass da nichts mehr geht“, betonte Elke Reckels. Und Steffers ergänzte: „Der Verkehr geht dann dort vorbei.“ Auch Andreas Volkery wehrte sich dagegen, den Postdamm „komplett zuzumachen“. „Der Verkehr soll doch fließen, vor allem abfließen.“

Zu den Kosten für diese Maßnahme wollten sich weder die Verwaltung noch Olaf Timm äußern. „Es fehlen noch viele Grundlagen“, erklärte der Planer. Das Thema wurde zunächst zur Beratung in die Fraktionen verwiesen.

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