Baugebiet „Robert-Koch-Straße, Horststraße und Krummer Weg“
Nachverdichtung erregt Gemüter

Ochtrup -

Die Diskussion um eine Nachverdichtung im Baugebiet „Robert-Koch-Straße, Horststraße und Krummer Weg“ ließ am Dienstagabend die Emotionen im Ausschuss für Planen und Bauen hochkochen.

Donnerstag, 14.11.2019, 05:00 Uhr
Der Bebauungsplan Nummer 25 soll auf Antrag eines Investors geändert werden. Der Bauausschuss hat dazu einen Aufstellungsbeschluss gefasst. Die Anlieger sind gegen die Änderung. Sie haben Angst, durch die Aufhebung der inneren Baugrenze für die Grundstücke entlang des Krummen Wegs, der Gasstraße und der Robert-Koch-Straße könnte ein großer Wohnblock entstehen, der dem Wohngebiet seinen Charakter nehme.
Der Bebauungsplan Nummer 25 soll auf Antrag eines Investors geändert werden. Der Bauausschuss hat dazu einen Aufstellungsbeschluss gefasst. Die Anlieger sind gegen die Änderung. Sie haben Angst, durch die Aufhebung der inneren Baugrenze für die Grundstücke entlang des Krummen Wegs, der Gasstraße und der Robert-Koch-Straße könnte ein großer Wohnblock entstehen, der dem Wohngebiet seinen Charakter nehme. Foto: Anne Steven

Es kommt selten vor, dass Matthias Dankbar im Ausschuss für Planen und Bauen derart die Stimme erheben muss, um sich Gehör zu verschaffen. Am Dienstagabend stand der Vorsitzende des Gremiums kurz davor, einen Anlieger des Saales zu verweisen. Denn im Publikum kochten die Emotionen hoch. Das Thema: Nachverdichtung.

Die Anlieger hatten zunächst ruhig die kurze Debatte der Politiker zum Aufstellungsbeschluss über die Änderung des Bebauungsplans Nummer 25 verfolgt. Einstimmig war das Gremium dem Vorschlag der Verwaltung gefolgt, der vorsah, die innere Baugrenze für die Grundstücksflächen entlang des Krummen Wegs, der Gasstraße und der Rober-Koch-Straße aufzuheben und stattdessen eine durchgehende, bebaubare Fläche auszuweisen, auf Festsetzung einer Hauptfirstrichtung zu verzichten und auch keine gestalterische Festsetzung in Bezug auf Materialien, Farben, Einfriedungen und ähnliches zu treffen. Erst als die Abstimmung erfolgte, wurde es im Publikum laut. „Für uns ist das eine Katastrophe!“, scholl es den Politikern entgegen. „Wie können sie das einfach durchwinken?“, ärgerten sich die Bürger über die Entscheidung des Ausschusses, in das Bauleitplanverfahren einzusteigen. Nur mit Mühe und deutlich erhobener Stimme gelang es Matthias Dankbar, für Ruhe zu sorgen und die von Hermann Holtmann (FDP) diplomatisch vorgeschlagene Sitzungsunterbrechung vorzunehmen.

Diese nutzten die Anlieger, um ihr Anliegen vorzutragen. Deutlich vermittelten sie der Politik ihre Sorge, auf dem genannten Areal könnte in ihrer direkten Nachbarschaft ein „riesen Klotz“ entstehen. Ein Investor habe mehrere Häuser gekauft. „Auf Dauer werde ich dort weggedrängt“, echauffierte sich etwa Hajo Schoo (Krummer Weg). Maßvoll sei diese Änderung nicht, so seine Meinung.

Auch andere Anlieger sahen die über 60 Jahre gewachsene Struktur des Wohngebiets gefährdet. „Wenn das so kommt, ist es eine Einschränkung unserer Lebensqualität“, betonte Nadja Matuczak, die mit ihrer Familie erst kürzlich in diese „grüne Oase“ wie sie es nannte, gezogen ist.

Aufgrund der aufgewühlten Stimmung schlug Matthias Dankbar den Anliegern schließlich vor, einen Termin mit den Verwaltungsmitarbeitern zu machen und dort ihr Anliegen näher zu besprechen. „Das ist hier keine Bürgerversammlung“, musste der Ausschussvorsitzende noch einmal für Ruhe sorgen. Er erklärte den Anliegern, dass auf den Aufstellungsbeschluss des Bauausschusses nun zunächst die Beteiligung der Öffentlichkeit folge. „Da können Sie dann ihre Stellungnahmen abgeben“, so Dankbar. Diese seien eine Hilfestellung für die Politik, die erst dann eine Entscheidung treffe. „Im Rahmen der Bauleitplanung werden wir das ausdiskutieren“, versprach auch der Fraktionsvorsitzende der CDU, Hajo Steffers. Doch genauso, wie die Anlieger ein Recht hätten, Stellung zur Bebauungsplanänderung zu beziehen, sei es auch das gute Recht des Investors, dass sein Antrag von der Politik diskutiert werde. „Wir müssen uns damit beschäftigten“, machte Steffers deutlich. Das Ergebnis des Verfahrens sei indes offen.

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