Repowern von Windkraftanlagen
Stilllegen, abrüsten und dann ersetzen

Ochtrup -

„Repowern“ - also stilllegen, abrüsten und ersetzen - möchte ein Investor eine Windkraftanlage im Weiner Feld. Die Lokalpolitiker diskutierten über diese Absicht im Ausschuss für Planen und Bauen.

Mittwoch, 13.11.2019, 18:00 Uhr
Die Windkraftanlagen der Bürgerwind Welbergen betrifft die Thematik des Repowerns noch nicht. Sie sind brandneu. Anders sieht es bei einem Exemplar im Weiner Feld aus. Ein Investor möchte diese Anlage ersetzen und braucht dafür die Unterstützung der Kommune.
Die Windkraftanlagen der Bürgerwind Welbergen betrifft die Thematik des Repowerns noch nicht. Sie sind brandneu. Anders sieht es bei einem Exemplar im Weiner Feld aus. Ein Investor möchte diese Anlage ersetzen und braucht dafür die Unterstützung der Kommune. Foto: Steven

Die Erste Beigeordnete Birgit Stening machte am Dienstagabend im Bauausschuss gleich zu Beginn noch einmal deutlich, dass es beim Thema „Repowern einer Windkraftanlage“ nicht um die Ausweisung von Flächen für neue Anlagen gehe, sondern darum, alte Windkraftanlagen zu ersetzen. Dafür müssen laut Stening der jeweilige Flächennutzungs- und der Bebauungsplan geändert werden.

Der Ausschuss befasste sich am Dienstagabend mit dem Antrag eines Investors, der in absehbarer Zeit eine in Betrieb befindliche Windkraftanlage, die sich außerhalb der im Sachlichen Teilflächennutzungsplan ausgewiesenen Konzentrationszonen befindet, stilllegen und abrüsten möchte sowie einen entsprechenden Ersatz plant. Auch der Standort dieser Anlage befindet sich außerhalb der Konzentrationszonen. Stellt die Politik jedoch einen Bebauungsplan mit paralleler Änderung des Flächennutzungsplans auf, kann diese Hürde überwunden werden. „Es geht darum, ob wir ins Verfahren einsteigen“, erläuterte Birgit Stening im Ausschuss den Stand der Planungen. Der Investor habe bereits mit direkten Anliegern gesprochen und stehe einer weiteren Bürgerinformation positiv gegenüber, ergänzte Bauamtsleiterin Karin Korten.

„Wir können uns vorstellen, ins Verfahren einzusteigen“, erklärte Claudia Fremann für die FWO. Ihrer Fraktion sei neben der Transparenz eine verträgliche Gestaltung wichtig. Die Freien Wähler wollten keinesfalls ein Repowering verhindern, sondern lediglich die Bürger mitnehmen.

Auf Nachfrage von Michael Füll (Grüne) führte Diplom-Ingenieur Michael Ahn vom Büro Wolters und Partner aus, dass das Repowern von Windkraftanlagen meist dann zum Tragen käme, wenn die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben sei. „Das ist ganz klar ein Rechenexemplar“, sagte der Experte. Grundsätzlich sollten nicht die ausgewiesenen Konzentrationszonen verändert werden, davon rate er sogar dringend ab. „Es geht lediglich um ein kleines Sondergebiet für erneuerbare Energien“, so Ahn. In diesem Fall greife der Paragraf 249 des Baugesetzbuches. Ganz wichtig sei in diesem Zusammenhang aber, die Beliebigkeit einzuschränken. Die Kommune habe weiterhin die Planungshoheit und könne Mindestanforderungen festlegen.

Bei besagtem Antrag geht es um eine Windkraftanlage im Weiner Feld, deren Standort konfliktfrei sei, machte Ahn deutlich. „Es sieht bislang gut aus. Deshalb ist Information jetzt so wichtig.“

Der Ausschuss votierte schließlich einstimmig für den Antrag des Investors. Die Stadtverwaltung wird nun das entsprechende Planverfahren vorbereiten.

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