Glasfaser schießt Rohre durch den Untergrund
Erdraketen in Welbergen

Ochtrup -

In Welbergen wird seit Mittwoch mit Erdraketen geschossen. Und das im kompletten Ortsteil.

Donnerstag, 21.11.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 21.11.2019, 12:48 Uhr
Den Startschuss zum Glasfaser-Ausbau gaben jetzt (v.l.) Kai Hutzenlaub, Robert Tausewald, Ulrich Schlömer und Wilfried Stindt. Die Leerrohre werden mittels einer Erdrakete (das silberne Gebilde im Foto rechts) durch den Untergrund geschossen.
Den Startschuss zum Glasfaser-Ausbau gaben jetzt (v.l.) Kai Hutzenlaub, Robert Tausewald, Ulrich Schlömer und Wilfried Stindt. Die Leerrohre werden mittels einer Erdrakete (das silberne Gebilde im Foto rechts) durch den Untergrund geschossen. Foto: Susanne Menzel

Los ging‘s gestern im Beisein von Bürgermeister Kai Hutzenlaub, Wirtschaftsförderer Robert Tausewald, Glasfaser-Bauleiter Ulrich Schlömer und Glasfaser-Projektleiter Wilfried Stindt an der Capellenstraße. Aber keine Bange: Die „Munition“ zielt nicht auf bewegliche Ziele ab, sondern arbeitet sich in Form von Leerrohren durch den Untergrund. In 40 Zentimetern Tiefe wird Welbergen mit dem Glasfasernetz versorgt.

Die ersten Baufahrzeuge hatten sich bereits in den frühen Morgenstunden rechts und links der Fahrbahn positioniert. Warnbaken stehen entlang der Erdgräben, um sowohl Fußgänger als auch Auto- oder Radfahrer an einem ungewollten Absturz zu hindern.

„Die Verlegung der Leerrohre erfolgt Zug um Zug. Sobald sie in den Boden eingebracht sind, werden die Glasfasern eingeblasen“, erläutert Bauleiter Ulrich Schlömer das Verfahren. „Die Anlieger werden auch durch die Baustelle nicht länger behindert als nötig. Die Gräben werden morgens aufgeworfen und sind abends wieder zu, so dass jede Hauseinfahrt erreichbar bleibt.“

Die Erdrakete knattert unterdessen leise, aber unermüdlich vor sich hin. Etwa 30 Zentimeter schiebt sie das Rohr in der Minute weiter. „Etwa 100 bis 150 Meter – je nach Bodenbeschaffenheit – bewältigen die zwei Baukolonnen, die mit rund 25 Mitarbeitern vor Ort sind, so pro Tag“, führt Projektleiter Wilfried Stindt aus.

Welbergen hat – nach jetzigem Stand – momentan die höchste Nachfrage an dem schnellen Netz zu verzeichnen. „Aus den 265 Häusern haben wir 197 Vertragsabschlüsse. Das sind 75 Prozent“, so Stindt. Auch Lan­genhorst sei hinsichtlich der Glasfaserversorgung gut unterwegs. Hier wurden bei 368 Häusern 205 Verträge abgeschlossen, was eine Quote von 56 Prozent ergibt. Insgesamt werden in beiden Ortsteilen zwölf Kilometer Netzleitungen verlegt.

Nicht ganz so positiv sieht die Nachfrage aktuell in Ochtrup-Mitte aus, so die Glasfaser-Mitarbeiter auf Nachfrage. Die angestrebten 40 Prozent für den Ausbau-Start sind mit derzeit 14 Prozent noch lange nicht erreicht.

Der Ausbauplan sieht bei dem Unternehmen nach Welbergen zunächst Lan­genhorst vor, daran schließen sich Ochtrup-Nord, -Süd, -Süd-West und Ost an.

Ulrich Schlömer: „In allen Bereichen können sich Interessenten noch melden. Solange wir noch nicht in einer Straße mit dem Ausbau angefangen haben, ist das möglich. Sind wir erst einmal da und fertig, gehen wir aber nicht noch einmal zurück.“

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