Kulturtage mit Matt Walsh und dem Acoustic Quartett
Bunt-schillernde Überraschungstüte

Ochtrup -

Eine bunt-schillernde Überraschungstüte lieferten am Donnerstagabend Matt Walsh und sein Acoustic Quartett in der Villa Winkel ab. Sie waren im Rahmen der Kulturtage eingeladen.

Samstag, 23.11.2019, 08:00 Uhr
Matt Walsh und sein Acoustic Quartett waren am Donnerstagabend im Rahmen der Kulturtage zu Gast in der Villa Winkel.
Matt Walsh und sein Acoustic Quartett waren am Donnerstagabend im Rahmen der Kulturtage zu Gast in der Villa Winkel. Foto: Martin Fahlbusch

Es war am Donnerstagabend in der Villa Winkel so ein bisschen wie „Andreas im Spielzeugland“. Bei den Ochtruper Kulturtagen war Matt Walsh mit seinem Acoustic Quartett eingeladen und für den ziemlich ausgewachsenen Leiter der Ochtruper Musikschule hatte der Begriff „Spielzeug“ in dieser Band eine besondere, ziemlich handfeste Bedeutung. Hermjakob konnte als Perkussionist dieser blues­schwangeren Viererbande zeigen, was es an Rascheln, Becken, Bongos, Congas, Hüfttrommeln, Guiros, Cabasas, Dhemben, Chimes, Glockenstäben, Waterfalls, Tamburins, Klanghölzern und Cajons so alles gibt – und wie man die richtig beherrscht und regelrecht Klänge zaubert.

Für ihn war der Auftritt in Ochtrups Villa Winkel eine Art Heimspiel, für Matt Walsh, den 73-jährigen Iren mit westfälischem Standort und dem eleganten Gefühl für Stimme, Mundharmonika und Saxofon, sowie Matthias Fleige (Gitarre und Posaune) und Jürgen Knautz (E-Bass) eine Premiere.

„Das war eine angenehme, fast gemütliche Atmosphäre hier bei euch und irgendwie passend für meine Songs“, war der Künstler mit dem besonderen Blues-Verständnis sichtlich zufrieden. Der Musiker mit einer beachtlichen Mundharmonika-Sammlung unternimmt dabei erst gar nicht den Versuch, irgendwelches amerikanisches Südstaaten-Blues-Imitat auf die Bühne zu bringen. Er schafft es völlig unaufgeregt, in seinen absolut eigengeständigen Songs und Stücken eine interessante, immer hörenswerte Begegnung von Blues und Jazz auf die Bühne zu bringen. Seine Songs bilden Lebenssituationen ab, zeigen Verarbeitungen seiner Erlebnisse, Eindrücke, Begegnungen und Erfahrungen und sind vor allem für rhythmische und Genre übergreifende und Musikkategorien überschreitende Spielweisen offen. Sein mitunter latin-beschwingter Blues hat einfach das gewisse Etwas, das den Abend zu einer bunt-schillernden Überraschungstüte machte.

Und Matt Walsh lässt Raum für seine versierten Mitspieler, weiß genau, was er an ihnen hat. Nicht einfach nur fingerfertig, sondern gefühlvoll und überraschend zeigte Gitarrist Mattias Fleige, dass er auch auf der Posaune zu Hause ist und sich mit dem „Harmonica-Man“ Matt Walsh spannende Zwiegespräche liefern kann. Über den trommelfreudigen Andreas Hermjacob haben wir ja schon gesprochen. Die elegante Abrundung und das Fundament lieferte Jürgen Knautz mit seinen Bassläufen voller Überraschungen.

Als weitere Dreingabe gab es noch musikalische Weiterbildung für das gut 30-köpfige Publikum. „Das nächste Stück spielen wir in „Heinrich Moll“, verkündete Matthias Fleige zwischendurch verschmitzt.

Bleibt eigentlich nur ein leider in dieser Veranstaltungsreihe wiederkehrender Wermutstropfen, der nichts mit der überzeugenden Band und Matt Walsh oder dem Veranstalter zu tun hat. Solche „Schmankerln“ aus Musik und Kleinkunst verdienen in Ochtrup einfach mehr Publikum.

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