Amtsgericht
Wer hat die Tür eingetreten?

Ochtrup/Steinfurt -

Nicht abgeschlossen werden konnte am Mittwoch eine Verhandlung beim Amtsgericht Steinfurt. Ein 37 Jahre alter Ochtruper war von der Staatsanwaltschaft angeklagt, Anfang August dieses Jahres eine Wohnungstür eingetreten und erheblich beschädigt zu haben. Die Reparaturkosten beliefen sich auf 500 Euro, führte der Staatsanwalt aus.

Mittwoch, 27.11.2019, 17:36 Uhr
Ein 37-jähriger Ochtruper stand am Mittwoch vor Gericht.
Ein 37-jähriger Ochtruper stand am Mittwoch vor Gericht. Foto: dpa

Der Angeklagte fragte gleich zu Beginn der Verhandlung, warum vier von ihm benannte Zeugen nicht geladen worden waren. Er habe diese Personen der Geschäftsstelle schriftlich namentlich mitgeteilt und dies später noch einmal telefonisch bestätigt. Auf Nachfrage der Richterin bestätigte die Mitarbeiterin in der Gerichtsverwaltung die telefonische Nachricht, schriftlich liege jedoch nichts vor.

Trotzdem wollte sich der Angeklagte zum Tathergang äußern. Im in der Anklage genannten Zeitraum habe er mit vier anderen Personen wie häufig bei schönem Sommerwetter ab mittags gegrillt. Diese Zusammenkunft habe sich bis in den späten Abend hingezogen. Er könne sich die Anklage nur dadurch erklären, dass ihm der Bewohner hinter der zerstörten Tür wegen eines Vorfalls am Abend vorher eins auswischen wollte.

Der als Zeuge vernommene 32-jährige Mann schilderte dem Gericht, dass am fraglichen Abend an seiner Wohnungstür Sturm geklingelt wurde. Weil nicht geöffnet wurde, habe es von außen Tritte gegen die Tür gegeben. Als kurze Zeit später die von seiner Freundin gerufene Polizei eintraf, seien die mutmaßlichen Täter bereits geflüchtet. Er selbst habe niemanden gesehen, den Angeklagten und eine zweite Person jedoch an ihren Stimmen erkannt.

Am Vorabend habe er in der Wohnung des Angeklagten einen Streit zwischen ihm und dessen Freundin zu schlichten versucht. Daher lag für den Zeugen nahe, dass der Angeklagte sich für diese Auseinandersetzung revanchieren wollte.

Auch die beiden anderen Zeugen bestätigten den Verlauf am Abend der Tat, hatten jedoch ebenfalls den Angeklagten nicht gesehen, sondern nur Stimmen gehört.

Damit konnte weder die Schuld noch die Unschuld des Angeklagten mit 100-prozentiger Sicherheit festgestellt werden. Daher unterbrach die Richterin die Verhandlung und setzte den Fortsetzungstermin auf den kommenden Mittwoch fest. Dann sollen die vom Angeklagten benannten Zeugen gehört werden.

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