Friedhofsgebühren neu geregelt
Der Tod geht gehörig ins Geld

Ochtrup -

Der Tod kostet Geld. Nach den aktualisierten Bestattungsgebühren ab Januar mal mehr, mitunter sogar auch etwas weniger.

Freitag, 29.11.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 29.11.2019, 12:32 Uhr
Die Bestattungsgebühren für den Kommunalfriedhof wurden in den einzelnen Positionen jetzt neu berechnet. Die Kosten zur Bestattung von Tot- und Fehlgeburten sind dadurch erheblich in die Höhe geschnellt.
Die Bestattungsgebühren für den Kommunalfriedhof wurden in den einzelnen Positionen jetzt neu berechnet. Die Kosten zur Bestattung von Tot- und Fehlgeburten sind dadurch erheblich in die Höhe geschnellt. Foto: Anne Eckrodt

Nichts im Leben ist umsonst. Und dass selbst der Tod ganz gehörig ins Geld gehen kann, ist auch keine neue Weisheit. Sondern eine, die mit den Bestattungsgebühren, die ab kommendem Jahr für den Kommunalfriedhof gelten, noch einmal untermauert wird. Mit einigen Bedenken – und vor allem einem Nachbesserungsvorschlag – haben die Bürgervertreter den entsprechenden Verwaltungsvorschlag am Mittwochabend einstimmig an die Ratssitzung am 12. Dezember (Donnerstag) verwiesen.

Hintergrund für die Neugestaltung der Gebühren ab 1. Januar war die wegen Vertragsablaufes fällige Neuausschreibung, erläuterte Bauamtsleiterin Karin Korten auf Nachfrage.

Eine Erdbestattung in einer Reihen- und Wahlgrabstätte ohne Bepflanzung kostet für Verstorbene über fünf Jahren dann 550 Euro statt wie bisher 453 Euro. Kindergrabstätten (Verstorbene unter fünf Jahren) werden mit 250 (statt 280) Euro etwas günstiger. Gravierend angehoben werden dagegen die Kosten für die Bestattung Verstorbener unter einem Jahr (Tot- und Fehlgeburten sowie die aus einem Schwangerschaftsabbruch stammende Leibesfrucht) in einer vorhandenen Grabstätte. Hierfür sind nun 250 statt 47 Euro zu bezahlen. Eine Steigerung, die durch alle Fraktionen hinweg auf Unverständnis stieß. Hermann Holtmann (FDP): „Kann man das nicht humaner regeln?“. Auch Hajo Steffers favorisierte für die CDU eine andere Lösung. Bürgermeister Kai Hutzenlaub stellte anheim, „dass der Rat durchaus fordern kann, hier aus Steuermitteln auszugleichen. Das wäre möglich. Darüber sollten Sie in diesem Zusammenhang nachdenken.“

Um eine fundierte Entscheidung treffen zu können, forderten die Ausschussmitglieder die Verwaltung auf, „Zahlen vorzulegen, wie häufig im Jahr eine solche Bestattung in der Vergangenheit vorgekommen ist.“ Und dann, so Hajo Steffers, „können wir das Thema direkt in der Dezember-Ratssitzung auf die Tagesordnung bringen.“

Unstrittig waren weitere Gebühren: Urnengrabstätten ohne und mit vorhandener Bepflanzung schlagen einheitlich mit 96 Euro zu Buche (vorher 90 und 114 Euro). Für Rasenreihengräber (inklusive dem Einsetzen der Grabplatte) sind es ebenfalls 96 Euro (statt 132 Euro). Für das Ausschmücken eines Grabes mit Grabmatten bleibt der Preis für Reihen- und Wahlgrabstätten mit 60 Euro unverändert. Für Kindergrabstätten (Verstorbene unter fünf Jahre) sowie Urnengrabstätten werden zukünftig 18 Euro als zusätzlicher Posten berechnet, bis dato war diese Leistung inklusive.

Was auf jeden Fall noch einmal zur Diskussion stehen sollte, so Hajo Steffers, sei auch die Friedhofssatzung. Er nannte zur Begründung ein Beispiel: „Heute kann man ich Ochtrup als noch lebender Mensch scheinbar keine Grabstätte kaufen.“ Über diese als auch weitere – sicherlich nicht immer ganz nachvollziehbare – Vorgaben müsse deshalb diskutiert werden, fand er mit seinem Vorschlag die Zustimmung der übrigen Ausschussmitglieder. Abschließender Kommentar von Bauamtsleiterin Karin Korsten: „Es stimmt, in der Friedhofssatzung gibt es merkwürdige Regeln.“

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