Hermann Holtmann (FDP)
„Soziale Medien sind kein Ersatz“

Ochtrup -

Die Presse soll seriös informieren. Dafür plädiert FDP-Ratsmitglied Hermann Holtmann. In seinen Augen muss die Tagespresse - also die WN - diese Aufgabe übernehmen. Nicht die sozialen Medien.

Freitag, 29.11.2019, 07:00 Uhr
Auf große Resonanz stieß die Bürgerinformation am 27. September zu den Themen Stadtentwicklung und Rathausneubau in der Stadthalle.
Auf große Resonanz stieß die Bürgerinformation am 27. September zu den Themen Stadtentwicklung und Rathausneubau in der Stadthalle. Foto: Anne Steven

Der Antrag der SPD zu einer „aktiven, öffentlichen Bürgerinformation, etwa ein bis zwei Mal im Jahr,“ warf nach Ansicht des FDP-Fraktionsvorsitzenden Hermann Holtmann am Mittwochabend im Haupt- und Finanzausschuss „eine berechtigte Frage auf.“ Und zwar die, wie sich Ochtrups Bürger über wichtige lokalpolitische Themen informieren.

Zum einen sei ein Weg dazu die Tageszeitung – in diesem Falle die Westfälischen Nachrichten – zum anderen die sozialen Medien. Die allerdings sind aus Sicht Holtmanns kein Ersatz für eine seriöse Tageszeitung. „Denn diese arbeiten bestenfalls nach dem Prinzip Meinungsfreiheit. Ihr Geschäftsmodell beruht nicht auf Informationssorgfalt, sondern darauf, über private und öffentliche Plattformen möglichst viele Daten ihrer Nutzer zu sammeln und diese zu vermarkten. Die Beiträge ihrer Nutzer sind nur notwendige Nebensache.“

Genau das mache den Freien Demokraten allerdings Sorgen: „Denn eine Demokratie basiert darauf, dass ihre Bürger sich über das politische Tagesgeschehen – auch das lokale – korrekt informieren können.“ Dass manche Bürger ausschließlich soziale Medien als Quelle nutzten, sei tragisch.

Allerdings kritisiert der Lokalpolitiker dann im Nachgang, dass Fraktionen und Parteien ihre Pressemitteilungen scheinbar nicht mehr „in den Lokalteilen veröffentlichen können wie in der Vergangenheit“. Die Texte würden von der Redaktion gekürzt und bearbeitet, was den Verfassern zwar ärgerlich erschien, aber „auf der zitierten Pressefreiheit basiert und zu akzeptieren war.“

Er habe, so Holtmann, aktuell den Eindruck, Pressemitteilungen der Parteien und Fraktionen seien inzwischen gar nicht mehr erwünscht. Dadurch finde auf lokaler Ebene keine für die Demokratie so wichtige Diskussion und Meinungsbildung mehr statt.

Allerdings, so führte der Ochtruper in seinem vorbereiteten Beitrag weiter aus, könne eine öffentliche Informationsveranstaltung eine unabhängige Berichterstattung durch die Presse nicht ersetzen. Und aus diesem Grunde lehne die FDP den Antrag der SPD-Fraktion ab.

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