Hagemann: Start vor 50 Jahren als Ein-Mann-Unternehmen
Die Welt der technischen Gase

Ochtrup -

Vor 50 Jahren fing alles an. Damals arbeitete der Ingenieur Franz-Josef Hagemann aus Langenhorst für die Westfalen AG und hatte die Idee, ein Unternehmen für die Installation von Leitungen für Propangas-Anlagen zu gründen.

Samstag, 30.11.2019, 08:00 Uhr
Aus dem kleinen Ein-Mann-Betrieb Hagemann hat sich im Laufe der Jahre ein europa- und weltweit operierendes Unternehmen entwickelt, das heute 46 Mitarbeiter im technischen und kaufmännischen Bereich zählt.
Aus dem kleinen Ein-Mann-Betrieb Hagemann hat sich im Laufe der Jahre ein europa- und weltweit operierendes Unternehmen entwickelt, das heute 46 Mitarbeiter im technischen und kaufmännischen Bereich zählt. Foto: Norbert Hoppe

Er meldete 1969 ein Gewerbe an und startete als Ein-Mann-Betrieb am Feldkamp 12. Das Material wurde schon damals in einem Lager bei den Eltern an der Eichendorffallee 8 untergebracht. Die ersten Auftraggeber für das junge Unternehmen waren Propanversorgungs-Unternehmen, die das Propan für Geflügelzucht-Beheizungen lieferten. In den Anfangsjahren arbeitete Franz-Josef Hagemann noch allein vor allem für regionale Unternehmen, vorwiegend im angrenzenden Niedersachsen. Durch den Kontakt zur Firma Messer Griesheim in Dortmund gelang der Eintritt in die Welt der technischen Gase.

Nach kurzer Zeit stellte sich heraus, dass das Auftragsvolumen nicht mehr allein zu bewältigen war und so wurden nach und nach Mitarbeiter eingestellt. So konnte sich der Betrieb um die Sparten Heizungsbau und Sanitärinstallation erweitern. Doch die Entwicklung ging weiter dahin, dass sich das Unternehmen zu einem Fachbetrieb für den technischen und industriellen Rohrleitungsbau entwickelte. Auch dabei blieb es nicht: Versorgungssysteme für Laborgas und Reinstgas wurden ein weiteres Standbein für das noch junge Geschäft. Räumlich expandierte man durch Niederlassungen bei Köln und im thüringischen Großbodungen.

Die Gründung erfolgte also vor genau 50 Jahren. Darum regten die Witwe des Firmengründers, Ingrid Hagemann, und ihr Sohn Helgo Hagemann als Gesellschafter auch an, im November ein großes Betriebsjubiläum zu feiern, teilt Claus Beike mit, der seit 1996 als geschäftsführender Gesellschafter als operative Spitze des Unter-nehmens arbeitet. 1975 wurde der Hagemann’sche Betrieb in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung überführt und firmiert heute als „Ing. Hagemann GmbH“. Das Lager wurde 1972 von der Gaststätte Blanke an der Niedereschstraße in die Alte Mühle an der Vechte verlegt. Es folgte später der Neubau des Büros an der Eichen-dorffallee 2 und der Neubau der Werkstatt im Jahr 1989. Der markante Anbau wurde 2015 bezogen.

„Heute beschäftigen wir 46 Mitarbeiter im technischen und kaufmännischen Bereich“, erzählt Beike bei einem Informationstermin an der Eichendorffallee in Langenhorst. Und aus dem kleinen Betrieb habe sich ein europa- und weltweit operierendes Unternehmen entwickelt. Installationen wurden in England, Russland, Dänemark, in der Schweiz, in den Niederlanden und Luxemburg realisiert. Sogar im 9500 Kilometer entfernten Guadalajara in Mexiko war die Hagemann GmbH tätig und verrohrte dort bei Mannesmann den größten Rollenherdofen der Welt, ist der Geschäftsführer merklich stolz auf die kontinuierliche und bemerkenswerte Entwicklung. „Unser Schwerpunkt ist eindeutig Deutschland: Hier haben wir viele Kunden von Hamburg bis München und von Aachen bis nach Dresden“, erklärt Beike. Zu den Auftraggebern gehörten Unternehmen, die nicht nur in Deutschland Rang und Namen haben: zum Beispiel Porsche, Miele, Claas, die Universität Münster sowie das Fraunhofer-Institut in München – so die beachtliche Palette der Kundschaft aus Industrie und Forschung.

Dem Familienunternehmen aus den Anfangsjahren längst entwachsen, wird bei der Ing. Hagemann GmbH immer noch großer Wert auf eine familiäre Atmosphäre gelegt. Viele der Beschäftigten seien schon Jahrzehnte im Unternehmen tätig, weiß Claus Beike und muss dafür nicht in die Personalakten schauen. „Einen langjährigen Mitarbeiter haben wir drei Mal in den Ruhestand verabschiedet“, erzählt Beike schmunzelnd. Nach seinem Renteneintritt habe dieser Mann gerne noch eine geringfügige Beschäftigung ausgeübt, die zwischenzeitlich verlängert wurde, bis er mit 75 Jahren endgültig aus dem Arbeitsleben und „seinem“ Betrieb ausgeschieden sei. Und wenn nicht vom Tellerwäscher zum Millionär, so doch vom Azubi bis zum technischen Leiter habe es mit Thomas Franger ein anderer Mitarbeiter gebracht, der schon seit über 40 Jahren dem Unternehmen die Treue halte. Der Sohn eines anderen Mitarbeiters absolvierte seine Ausbildung erfolgreich im Unternehmen und sei als technischer Angestellter übernommen worden und arbeite eng mit Montageleiter Burkhard John zusammen. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die Basis unseres Erfolges“, bewertet Beike die Bedeutung der Belegschaft.

Erst vor wenigen Jahren wurde das Betriebsgebäude um einen modernen Besprechungsraum, sowie Lager- und Büroräume erweitert. „Mit dem Blick ins Grüne und auf die Vechte sind unsere Arbeitsplätze schon recht privilegiert“, zeigt sich eine Angestellte sehr zufrieden auf ihrer Dienststelle.

„Das Umsatzvolumen wächst stetig und die Auftragspalette kann sich sehen lassen“, zeigt sich Beike zufrieden mit der Entwicklung des Unternehmens. „Etwa 500 Projekte und mehrere Hundert Wartungsverträge gehören heute jährlich zum Auftragsvolumen“, berichtet der Geschäftsführer. Vom Halbtageseinsatz bis zu Projekten über mehrere Hunderttausend Euro mit mehreren Wochen Montagearbeiten sei alles dabei. Dabei erweise sich die „kleine“ Größe des Unternehmens als Vorteil gegenüber den ganz großen Firmen. „Als Partner der Industrie können wir Entscheidungen innerhalb eines Tages fällen“, stellt Beike die Vorzüge eines überschaubaren Betriebes heraus.

„Aber auch wenn es gut läuft, haben wir keinen Wachstumswahn“, betont Beike. „Lieber klein – aber fein“, laute die Devise, der sich Beike mit viel Freude und Herzblut widme, wie er selbst sagt und dabei auf die Mitarbeiterschaft im Unternehmen zähle.

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