Kostenbescheide auf dem Kniepenkamp
„Knöllchen“ verursachen Ärger

Ochtrup -

Hans Werner Wiegenstein fühlt sich verfolgt. Und zwar von den Knöllchenschreibern des Ordnungsamtes.

Dienstag, 03.12.2019, 08:00 Uhr
Über das Handeln „der Wächter des ruhenden Verkehrs“ auf dem Kniepenkamp ärgert sich der Ochtruper Unternehmer Hans Werner Wiegenstein.
Über das Handeln „der Wächter des ruhenden Verkehrs“ auf dem Kniepenkamp ärgert sich der Ochtruper Unternehmer Hans Werner Wiegenstein. Foto: Susanne Menzel

„Es ist in Ochtrup schon etwas ungewöhnlich, wie der ruhende Verkehr bewirtschaftet wird. Das mag auch an der knappen Haushaltskasse liegen“, vermutet der Unternehmer. Er ärgert sich vor allem über die Parksituation – und die Folgen für ihn – auf dem Kniepenkamp.

„Es ist dort schon mehrfach vorgekommen, dass ein Fahrzeug unserer Firma vor dem Haus der Physiopraxis Wesseling für maximal 45 Minuten geparkt hat. Eine Parkscheibe war richtig eingelegt. Da die Beschilderung in Höhe Tovar nicht ordnungsgemäß steht, wurde dem Ordnungsamt ein Ortstermin vorgeschlagen“, berichtet Wiegenstein . Die Behörde habe dieses Anliegen allerdings abgelehnt. Wiegenstein weiter: „Die Straße ist baulich so angelegt, dass die Bereiche vor den Häusern als Parkflächen angesehen werden. Mittlerweile wurden vor dem Schild ‚Parken mit Parkscheibe‘ auf dem Boden die Kennzeichnungen mit einem ‚P‘ deutlich gemacht.“

Selbst bei Beerdigungen, Gottesdiensten oder Trauungen, kritisiert der Unternehmer darüber hinaus, würden „durch den Wächter des ruhenden Verkehrs Kostenbescheide verteilt“. Als Beispiel führt Hans Werner Wiegenstein den 1. September (Sonntag) an. Gegen 13.38 Uhr habe ein Fahrzeug seiner Firma für fünf Minuten auch zwischen der Eisdiele und der Lamberti-Kirche gestanden: „Und es wurde ein Knöllchen verteilt.“

„Ja, der Kostenbescheid an diesem Sonntag kann wohl so ausgestellt worden sein“, gibt Michael Alfert, Leiter des Fachbereiches Ordnung, Schulen und Soziales bei der Kommune, auf Nachfrage der WN zu. Und liefert auch gleich eine Erklärung hierfür nach: „Wir hatten einen neuen Mitarbeiter im Einsatz, der vermutlich ein wenig übereifrig gehandelt hat. Das wurde aber inzwischen geklärt.“ Die Stadtverwaltung habe die Kollegen angewiesen, „mit Augenmaß zu kontrollieren“, so Alfert. Während der Gottesdienste, bei Trauungen oder Beerdigungen sollten keine Kostenbescheide verteilt werden. Den Vorwurf, die Kommune mache „Jagd auf Falschparker“, weist er allerdings von sich. „Wir sind vom Rat aufgefordert worden, den ruhenden Verkehr entsprechend zu kontrollieren. Das soll nicht nur während der Geschäftszeiten erfolgen, sondern natürlich auch in den Abendstunden sowie an den Sonn- und Feiertagen.“ Für den Kniepenkamp als verkehrsberuhigten Bereich gelte, dass dort nur auf jenen Flächen geparkt werden dürfe, auf denen auch das entsprechende „P“ aufgebracht sei. Michael Alfert: „Wir sind gehalten, darauf zu achten, dass diese Vorschriften eingehalten werden.“

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