Kulturring: Konzert mit dem Trio Kontinente
Bunter Mix kammermusikalischer Raritäten

Ochtrup -

Oliwia Ein Haber (Querflöte) aus Polen, Constanza Besoain (Violoncello) aus Chile und Maaya Akutsu (Klavier) aus Japan bilden das erfolgreiche Trio „Kontinente“. Eine nahe liegende Namensgebung. Ein bunter Mix kammermusikalischer Raritäten war eine exzellente Visitenkarte, die das Trio am Sonntag in der Villa Winkel abgab.

Dienstag, 03.12.2019, 05:00 Uhr
In der Villa Winkel gastierte am Sonntag das Trio „Kontinente“.
In der Villa Winkel gastierte am Sonntag das Trio „Kontinente“. Foto: Nadine Roesler

Der energische Einstieg der Pianistin, hingeworfene Klangtupfer der Flöte, sonorer Celloklang, in Joseph Haydns Trio G-Dur Hob. XV:31 zeigte von Beginn ein Ensemble in bester Musizierlaune, gepaart mit hoher Präzision des Zusammenspiels und gemeinsamen Ausdruckswillen, einfühlsam und differenziert im Andante verdeutlicht.

Ein für die Flötisten äußerst interessantes Stück ist die „Fantasie“ des französischen Komponisten Georges Hue (1858 bis 1948). Viele Stilelemente zwischen Sentiment und Dramatik, komplizierte melodische Linien, Oliwia Ein Haber wusste mit souveräner Virtuosität sich diesen Aufgaben zu stellen, sicher begleitet von Maaya Akutsu.

„Requibros“ von Gaspar Cassado (1897 bis 1966) verfehlte seine publikumswirksame Ausstrahlung nicht. „Liebeserklärung, Komplimente oder Schmeicheleien“ wären eine etwa sinngemäße Übersetzung des Titels. Das Stück ist ein Spiegelbild dessen, was gemeinhin unter spanischer Folklore und südländischer Lebensfreude verstanden wird. Voller Emotionalität, feinfühlig und mit technischer Exaktheit meisterte Constanza Besoain das in jeder Hinsicht anspruchsvolle Stück.

Epochemachend war Antonio Vivaldi in mancher Hinsicht, so „befreite“ er die Flöte aus ihrer Zwangsrolle als Orchesterinstrument und schrieb wundervolle Flötenkonzerte. Das Konzert c-moll RV 441 gilt als eines der schwierigsten barocken Flötenkonzerte. Mit großer Virtuosität meisterte Oliwia Ein Haber diese Herausforderung, vor allem in den Ecksätzen. Ein sehr eingängig gespieltes Largo zeigte die Stärken der Flötistin.

Carl Maria von Weber war nicht nur ein begnadeter Opernkomponist. In seinem Trio g-moll op. 63 zeigt er sich als Meister der Kammermusik. Virtuose Vernetzung, Gleichbehandlung aller Partien zeichnet dieses Werk aus. Elegische Grundstimmungen wurden nachgezeichnet, musikalischer Zauber voll entfaltet. Wer genau hinhörte, entdeckte auch die häufigen Anklänge aus dem „Freischütz“ (Tralala-Motiv aus dem Jägerchor). Das spritzig gespielte Finale war das i-Tüpfelchen eines begeisternden Kammermusikabends.

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