Säuberungsaktion an den Entwässerungsläufen
. . . säuft der Acker nicht mehr ab

Ochtrup -

Die Gräben und Bachläufe entlang der Äcker wollen gepflegt sein. Denn auch nach dem trockenen Sommer können die Regenmengen nicht abfließen, wenn die seitlichen Mulden verschlammt und verdreckt sind. Und so ist der Einsatz von Thomas Wolbeck und seinen Mitarbeitern gefragt.

Mittwoch, 04.12.2019, 06:00 Uhr
Wenn auf Wiesen und Äckern das Wasser nicht ungehindert ablaufen kann, ist die unliebsame Bescherung groß. Das Säubern ist die Arbeit von Thomas Wolbeck und seinen Mitarbeitern in dem landwirtschaftlichen Lohnunternehmen.
Wenn auf Wiesen und Äckern das Wasser nicht ungehindert ablaufen kann, ist die unliebsame Bescherung groß. Das Säubern ist die Arbeit von Thomas Wolbeck und seinen Mitarbeitern in dem landwirtschaftlichen Lohnunternehmen. Foto: Martin Fahlbusch

Augen auf bei Schuhwerkkauf! Wie wichtig dieser Hinweis ist, wissen all jene, die in der Landwirtschaft arbeiten. Thomas Wolbeck vom Landwirtschaftlichen Lohnunternehmen Wolbeck weiß Bescheid und stapft recht vergnügt in seinen klobigen Arbeitsschuhen an diesem Morgen über eine klatschnasse Wiese. Und der Berichterstatter versucht mühsam und nicht immer erfolgreich, den größten Wasserpfützen, die schön versteckt mit Gras überwuchert sind, mehr oder minder tänzelnd auszuweichen. In seinem immer feuchter werdenden Schuhen merkt er sozusagen körperlich, wie wichtig die Arbeit ist, die Dennis Süßelbeck mit seinem großen Schlepper und den Spezialaufbauten an diesem Morgen hier erledigt.

Quer über die große Grünfläche zieht sich ein kleiner Entwässerungslauf. „Der sorgt beispielsweise dafür, dass die angrenzenden großen Ackerflächen da hinten nicht absaufen“, erläutert Thomas Wolbeck und deutet auf große Bereiche hinter einer Baum- und Buschreihe. „Hier muss das Wasser ungehindert abfließen können. Darum säubern wir im Auftrag der Wasserunterhaltungsverbände diese Gräben regelmäßig. Die wachsen im Laufe des Jahres, vor allem wenn das Wasser steht, schnell zu, verschlammen – und dann fließt nichts mehr“, weiß der Fachmann. Letztlich sei diese Arbeit auch ein Beitrag für eine vernünftige Lebensmittelproduktion. Die Landwirte würden sich sofort bei ihm melden, wenn da nicht genügend Bewegung in den Abflüssen sei. „Trotz des sehr trockenen Sommers reichen ein paar heftige Regengüsse aus. Das Oberflächenwasser versickert längst nicht so schnell. Man sieht ja oft die großen Pfützen auf den Feldern“, sagt Thomas Wolbeck.

Über diese Wiesen und Felder-Entwässerungsgräben gelangt das Wasser dann in größere Bäche und kleinere Flüsse. „Diesen Ablauf müssen wir stets sichern“, beschreibt er die aktuelle Arbeit. Sobald die Äcker im Sommer abgeerntet seien, stünden er und andere Lohnarbeitsfirmen eigentlich parat. „Wir sind immer ganz froh, wenn uns die Landwirte dann zeitnah Bescheid sagen, dass wir abgraben können. Punktgenaue Kommunikation wird in diesem Metier immer wichtiger. Ich weiß, wie viele Bauern da mächtig unter Druck stehen“, betont der Lohnunternehmer.

Er hat sich mit seinem Maschinenpark auf die speziellen Bedürfnisse eingerichtet. „Ich habe zwar auch einen großen Bagger mit einer breiten Schaufel, mit der wir die größeren Wasserläufe an Kreis- und Landstraßen von Unrat und Bewuchs befreien können, aber auf solchen Flächen wie hier und an Ackerrändern setzen wir besser unsere Schlepper ein,“ berichtet Wolbeck. Die seien wendiger, belasteten die Flächen nicht so stark und seien entsprechend den besonderen Anforderungen ausgerüstet. „Der Greifer bei diesem Schlepper hier vorne hat verschiedene Schlitze und unten ein zusätzliches Schnittwerk, damit wir vor allem den Grund des Wasserlaufs optimal reinigen können. Hinten haben wir bei unseren Treckern einen Balken montiert, mit dem wir größere Böschungen mähen. Bei der Technik kommt mir meine Ausbildung als Schlosser zugute, aber man muss sich mal die ganzen Steuereinheiten in den Fahrerkabinen anschauen. Die Elektronik greift immer mehr um sich“, weiß Thomas Wolbeck.

„Viele gucken immer zweimal hin, wenn sie mich auf dem Bock am Lenker sehen – vom Joystick bis zum Tablet-Monitor ist da mittlerweile alles vertreten“, schmunzelt Dennis Süßelbeck, als er sich über seine Schulter in die Fahrerkabine schauen lässt. „Man macht sich manchmal kein Bild, was wir da alles zutage fördern. Neulich haben wir noch Säckeweise Schafsfelle ausgegraben, da hingen die Vorder- und Hinterläufe noch dran“, schüttelt Thomas Wolbeck über solche Überraschungen ungläubig den Kopf.

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