Weihnachtszeit bei der Ochtruper Tafel
Spendenbereitschaft ist gestiegen

Ochtrup -

Weihnachten ist Geschenkezeit. Und manche bedenken dann auch jene, die sich selbst keine großen Sonderausgaben dafür leisten können. Die Tafel vermittelt gerade in diesen Tagen die Spenden gerne weiter. „Die Bereitschaft, etwas abzugeben, ist gestiegen. Und glücklicherweise sind die meisten Geschenke auch in gutem Zustand“, freut sich Tafel-Mitarbeiterin Ingeborg Ehmke.

Freitag, 06.12.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 06.12.2019, 13:56 Uhr
Weihnachtliche Süßigkeiten sortieren Ingeborg Ehmke und Sven Hellwig schon für die nächste Ausgabe am 19. Dezember (Donnerstag) vor. Da werden sicher auch die gespendeten Plüschtiere ihre kleinen Abnehmer finden.
Weihnachtliche Süßigkeiten sortieren Ingeborg Ehmke und Sven Hellwig schon für die nächste Ausgabe am 19. Dezember (Donnerstag) vor. Da werden sicher auch die gespendeten Plüschtiere ihre kleinen Abnehmer finden. Foto: Susanne Menzel

Mancher Inhalt erinnere eher ans Schrottwichteln oder an eine Müllentsorgung, hatten etliche Tafeln landauf, landab in den vergangenen Tagen über die „Zutaten“ in so genannten „Weihnachtsgaben“ geklagt. Einige haben als Konsequenz die Vergabe von verpackten Weihnachtspräsenten an Bedürftige gänzlich eingestellt. „In Ochtrup sieht die Welt da noch ein wenig besser aus“, freut sich Ingeborg Ehmke , die die Tafel seit Anfang 2016 betreut.

Allerdings gibt es in der Töpferstadt auch keine ausdrücklichen Geschenkaktionen wie „ Weihnachten für alle“, die andere Organisationen durchführen. „Wir bekommen allerdings häufig überraschend Pakete und Päckchen überreicht“, sagt Ehmke und erinnert sich ans Vorjahr, in demo die Wettringener Landjugend gleich mit 300 Gaben dieser Art vor der Tür stand.

„Einige davon haben wir geöffnet und einen kurzen Blick reingeworfen. Da war aber alles okay“, bescheinigt die Ochtruperin. Gleiches gelte auch für die Präsente der Metelener Kindergärten, die im vergangenen Jahr von den dortigen Erzieherinnen im Verbund mit den Eltern organisiert worden waren. „Im Schnitt sind es ansonsten rund 20 Prozent der abgegebenen Sachen, die nicht unbedingt prickelnd sind und bei denen man eher vermuten kann, dass hier nur entsorgt wird“, schätzt Ingeborg Ehmke.

Grundsätzlich sei die Spendenbereitschaft bei den Menschen aber angestiegen, gibt sie ihren Eindruck wieder. „Aktuell haben wir mit den Konfirmanden in Metelen ebenso wie in Ochtrup die Aktion ‚Kauf ein Teil mehr‘ in den Lebensmittelmärkten durchgeführt. Da war die Resonanz positiv.“

Für die erwachsenen Bedürftigen seien immer gerne haltbare Lebensmittel gefragt. Allen voran Kaffee. Ehmke: „Den sammeln wir schon mal über das Jahr hinweg, um dann vor Ostern und jetzt, bei der letzten Ausgabe vor Weihnachten am 19. Dezember, möglichst jedem ein Pfund zukommen zu lassen. Das ist für die meisten unserer Kunden ein Highlight.“ Gleiches gilt für Obstkonserven. Frischobst ist in den Monaten Januar bis Ende Februar Mangelware – und die Dosenfrüchte sind daher ein willkommener Ersatz.

Wer darüber hinaus etwas Gutes tun möchte: Hygieneartikel (von Shampoo bis Duschgel) sind stets gerne gesehen. Und für die Kids in diesen Tagen natürlich weihnachtliche Süßigkeiten. Aber auch gut erhaltene und vor allem vollständige Spielzeuge erfreuen den Nachwuchs. „Kürzlich hat eine Spenderin einen ganzen Sack mit Plüschtieren abgegeben. Sauber, gewaschen, etliche noch fast neu“, freut sich Ingeborg Ehmke. Da werden so einige Kinderaugen sicherlich bald strahlen.

Bei Spielzeug empfiehlt die Tafel-Mitarbeiterin, „bei eingepackten Sachen auf einem Zettel zu vermerken, ob der Adressat ein Junge oder ein Mädchen sein soll. Und das Alter ist noch wichtig“.

300 Ausweise hat die Ochtruper Tafel nach heutigem Stand zum Bezug ausgegeben. „Nicht immer sind alle Menschen körperlich bei den Ausgabeterminen anwesend. Aber wenn 60 oder 70 von ihnen vorbeikommen, kann man hochrechnen, dass dadurch etwa 180 Personen versorgt werden. Bei den meisten steht noch eine mehrköpfige Familie im Hintergrund“, rechnet Ehmke vor.

Sie hat festgestellt, dass sich die Nachfrage nach der Hochzeit der Anträge Anfang 2016 wieder normalisiert hat. „Damals rollte gerade die Flüchtlingswelle an. Auch wir mussten kurzzeitig ein Aufnahmestopp verhängen. Das galt dann für alle. Wir haben bewusst keinen Unterschied zwischen Deutschen und Ausländern gemacht, sondern uns diesbezüglich klar positioniert“, sagt Ingeborg Ehmke. Ende 2019 habe sich der Anteil der Bezieher mit Migrationshintergrund wieder abgeschwächt. „Ich denke, das Verhältnis liegt so bei 40 Prozent von Menschen mit ausländischen Wurzeln und 60 Prozent Deutschen.“ Dem Magen dürfte es egal sein, welche Nationalität sein Besitzer hat. Er knurrt. Vor Hunger. Und zwar dann bei allen gleich.

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Helfer werden bei der Tafel übrigens immer gesucht. Infos unter Telefon 0 15 12 / 1 33 20 34.

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