Reinhard Woltering stellt in der Bücherei aus
Eine Entwicklung vom Kaufmann zum Künstler

Seit Samstag sind in der Bücherei St. Lamberti Bilder von Reinhard Woltering zu sehen.

Dienstag, 14.01.2020, 05:00 Uhr
Reinhard Woltering vor einem seiner Bilder, die in der Lamberti-Bücherei ausgestellt sind.
Reinhard Woltering vor einem seiner Bilder, die in der Lamberti-Bücherei ausgestellt sind. Foto: Martin Fahlbusch

„Als Obsthändler hat er seinerzeit Ochtrup verlassen, um heute als Maler mit dieser Ausstellung zurückzukehren.“ So begrüßte Dr. Siegfried-Guido Dahl am Samstagmorgen Reinhard Woltering im Forum der Bücherei St. Lamberti. Der in Metelen Geborene, der in Ochtrup aufwuchs und arbeitete, ging danach nach Magdeburg bzw. Berlin. Sein Schwager Theo Markgraf hob die thematischen Anknüpfungspunkte für diese Bilderschau mit Fantasie, Emotion und Erotik bzw. Eros – im Sinne der griechischen Mythologie als Urmacht und begehrende Liebe – besonders nachdrücklich hervor. Neben vielen Gästen waren auch einige Verwandte zur Vernissage gekommen, um sich auf die so ganz andere Arbeits- und Schaffensphase des 68-Jährigen einzulassen. „Vom Kaufmann zum Künstler, so könnte man diese Entwicklung umreißen“, betonte der Dr. Siegfried-Guido Dahl und hob beispielsweise die Spannung in dem Katzenbild zwischen possierlich spielenden Tieren und den Resten einer Konsumgesellschaft hervor. Wenn Reinhard Woltering in der Mischtechnik, die er bei seinen Bildern zumeist anwende, unterschiedliche Menschen male, darunter auch weibliche Akte, so lasse sich der Künstler zwar von seiner Fantasie leiten, der Betrachter aber solle und könne sich zu eigenen Sichtweisen anregen lassen. Dr. Siegfried-Guido Dahl war sogar so mutig, in den Bildern neben einer möglichen Konsumkritik auch vor der Vergottung des menschlichen Körpers zu warnen. Angeregt wurde er dazu wohl durch das mehrfach in dieser Werkschau auftauchende Motiv der nackten Frau, die vor einem Spiegel kniet. „Sie betrachtet aber ihr Abbild gar nicht, weil sie möglicherweise mit ihrem eignen Körper gar nicht so zufrieden ist, sondern ständig über vermeintliche Verschönerungen nachsinnt. Wie dem auch sei, jeder lasse sich von den Bildern zu eigenständigen Interpretationen motivieren, um den Schritt von der Warenästhetik zur wahren Ästhetik zu versuchen“, so Dahl abschließend.

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Die Ausstellung ist noch bis zum 29. Februar (Samstag) zu den Öffnungszeiten der Bücherei St. Lamberti zu sehen.

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