Pläne für die neue Feuerwache
Denkmalschutz treibt Kosten hoch

Ochtrup -

Vor zwei Jahren fasste der Rat der Stadt Ochtrup den Beschluss, nun liegen die Pläne für den Neubau einer Feuerwache auf dem Gelände der ehemaligen Pestalozzischule vor. Im Ausschuss für Planen und Bauen wurden sie vorgestellt. Knackpunkt unter anderem: die Kosten.

Mittwoch, 29.01.2020, 06:00 Uhr
Die alte Rektoratsschule wird in die neue Feuerwache integriert. Die Denkmalschutzbehörde macht allerdings einige Auflagen.
Die alte Rektoratsschule wird in die neue Feuerwache integriert. Die Denkmalschutzbehörde macht allerdings einige Auflagen. Foto: Anne Eckrodt

Etwas mehr als zwei Jahre ist es her, dass der Rat über den Standort der neuen Feuerwache entschieden hat. Damals fiel die Wahl auf das Gelände der ehemaligen Pestalozzischule. Am Montagabend wurden im Bauausschuss die Pläne vorgestellt. Zahlreiche Ochtruper, darunter viele Feuerwehrleute, verfolgten die öffentliche Sitzung. Das Raumprogramm sei in enger Zusammenarbeit mit der Ochtruper Feuerwehr entstanden, betonte die Architektin Dr. Mechthild Sternberg vom Büro bbp architekten aus Münster.

Integration der alten Rektoratsschule

Der unter Denkmalschutz stehende Altbau der Pestalozzischule, die ehemalige Rektoratsschule, bleibt erhalten und wird integriert. Ein relativ flacher Neubau schließt sich mit einer Glasfuge als Verbindungsstück an. Im hinteren Teil des Grundstücks sind etwa 50 Pkw-Stellplätze geplant. Von dort aus können die Feuerwehrleute im Einsatzfall direkt in die Umkleiden gelangen. Die Ausfahrt der Rettungsfahrzeuge erfolgt über die Professor-Gärtner-Straße.

Raumplanung

„Es ist eine tolle Chance, ein Denkmal in so eine wichtige Funktion einzubinden“, erklärte Sternberg. Im Erdgeschoss besagten Altbaus werden künftig die Umkleiden für die Jugendfeuerwehr sowie diverse Lager- und Technikräume untergebracht sein. Im Neubau schließen sich Umkleiden, eine Atemschutzwerkstatt, Materiallager, Technik sowie die Fahrzeug- und eine Waschhalle an.

Das Obergeschoss im Altbau – dort wird es übrigens einen Aufzug geben – beherbergt die Einsatzzentrale mit Blick in die Fahrzeughalle sowie einen Stabsraum mit Funktechnik für Katastrophenfälle. Außerdem werden dort die Kleiderkammer sowie Lager- und Technikräume untergebracht.

Im Neubau sind unter anderem ein Schulungsraum mit mobilen Trennwänden, ein Fitnessraum und ein Bereitschaftsraum geplant.

Im zweiten Obergeschoss des Altbaus wiederum werden künftig die Löschzug- und Wehrführer ihre Büros haben. Zudem gibt es weitere Räume für Gruppenführer und Brandschutztechniker.

Direkt unterm Dach der alten Rektoratsschule wird bald die Jugendfeuerwehr einziehen. Auf allen Ebenen planen die Architekten Sanitäranlagen und Teeküchen. Wichtig sei ihnen gewesen, das Denkmal nicht zu überdecken und trotzdem eine neue Feuerwache zu kreieren, beschrieb Sternberg die Herangehensweise.

Höhere Kosten als erwartet

Zu guter Letzt ließ die Architektin „die Katze aus dem Sack“ (Martin Grave, FWO) und teilte dem Ausschuss mit, wie viel Geld die Stadt Ochtrup nach ihren Schätzungen in die Hand nehmen muss, um die Feuerwache zu bezahlen. Insgesamt sind es 13,5 Millionen Euro. Vor allem die Integration des denkmalgeschützten Altbaus mit zahlreichen Auflagen habe sich in der Kostenschätzung bemerkbar gemacht, so Sternberg. Ursprünglich hatte die Stadt mit 6,5 Millionen Euro gerechnet.

Kaum Erweiterungspotenzial

Was den Politikern abgesehen von den deutlich erhöhten Kosten ebenfalls Kopfzerbrechen bereitete, ist die Tatsache, dass die Feuerwehr auf dem Gelände an der Pestalozzischule nur sehr wenig Erweiterungspotenzial hat. Gerade einmal ein Stellplatz für ein zusätzliches Fahrzeug könnte die Wehr dort unterbringen. Doch das sei allen Beteiligten bewusst gewesen, als die Wahl auf die Pestalozzischule fiel, erinnerte Vincent ten Voorde (SPD). Grund genug für Hajo Steffers (CDU) darauf hinzuweisen, dass dieser Ratsbeschluss damals falsch gewesen, nun aber nicht mehr zu ändern sei, und man deshalb in der Bredouille stecke, diese Entscheidung zu treffen. Er wie auch Hermann Holtmann (FDP) forderten die Planer dringend auf, noch einmal „den Rotstift anzusetzen“. Auf Nachfrage aus dem Ausschuss erklärte Feuerwehrchef Andreas Leusing, dass der Brandschutzbedarfsplan voraussichtlich im kommenden Jahr fortgeschrieben werde. Aktuell gebe es für 136 Einsatzkräfte Umkleidemöglichkeiten. „Ich glaube aber nicht, dass wir diese Zahl in naher Zukunft überschreiten werden“, betonte Leusing und erinnerte daran, dass das Alter für die Ehrenabteilung auf 67 Jahre erhöht wurde. Aktuell hat die Freiwillige Feuerwehr eine Mannschaftsstärke von 114 Mitgliedern.

Unter der Maßgabe, dass noch kräftig an der Kostenschraube gedreht werde, gaben die Fraktionen der Planung schließlich ihre Zustimmung. Das letzte Wort hat aber der Rat. Nun geht es vorerst in die Detailplanung. Baubeginn könnte frühestens Ende 2020 sein.

Kostenschätzung

Die Planer schätzen, dass die neue Feuerwache insgesamt 13,5 Millionen Euro kosten wird. Darin enthalten sind Abbruchkosten (186 746,70 Euro), Baukonstruktion für Neubau (5 063 407,76 Euro) und Altbau (1 405 030,89 Euro) sowie Technik (Neubau: 2 392 384 Euro, Altbau: 657 140,58 Euro), Außenanlagen (995 602,57 Euro), Nebenkosten (2 706 828 Euro) und eine Pauschale für die Einrichtung (130 000 Euro).

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So könnte die Feuerwache auf dem Gelände der Pestalozzischule aussehen. An den denkmalgeschützten Altbau schließt sich ein flacher Neubau an.

So könnte die Feuerwache auf dem Gelände der Pestalozzischule aussehen. An den denkmalgeschützten Altbau schließt sich ein flacher Neubau an. Foto: bbp architekten

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