Erweiterung der Lambertischule
Im Kanon von An- und Umbauten

Ochtrup -

Nach der Marienschule ist nun die Lambertischule an der Reihe. Auch diese Ochtruper Grundschule platzt aus allen Nähten. In einer gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse Planen und Bauen sowie Bildung und Sport wurden am Montagabend Pläne vorgestellt.

Donnerstag, 30.01.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 30.01.2020, 10:02 Uhr
So könnte die Lambertischule ab dem Schuljahr 2021/2022 aussehen. Auf dem überdachten Außenbereich soll zusätzlicher Raum entstehen. Zudem wollen die Planer den Eingangsbereich mit einem Windfang versehen und vorziehen.
So könnte die Lambertischule ab dem Schuljahr 2021/2022 aussehen. Auf dem überdachten Außenbereich soll zusätzlicher Raum entstehen. Zudem wollen die Planer den Eingangsbereich mit einem Windfang versehen und vorziehen. Foto: Architekten BBO/Hannah Moritz

Nachdem die Erweiterung der Marienschule fast abgeschlossen ist (wir berichteten), nimmt die Stadt Ochtrup nun auch die Lambertischule ins Visier. Am Montagabend wurden in einer gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse Planen und Bauen sowie Bildung und Sport die Pläne vorgestellt.

Zuletzt gab es 2015 eine größere Baumaßnahme an der Grundschule. Wenn alles so läuft, wie es sich Thomas Otte und Markus Petry vom Büro Architekten BBO aus Bielefeld vorstellen, könnte die erweiterte Lamberti­schule im Schuljahr 2021/2022 ans Netz gehen. „Aber das ist ein sportlicher Terminplan“, schickte Thomas Otte gleich hinterher. „Und das heißt, dass wir jetzt die Baumaßnahme auf den Weg bringen müssen“, ergänzte Markus Petry.

Mehr Platz für Verwaltung und Integration

Die beiden Planer mussten vor allem mehr Platz für die Verwaltung schaffen. Derzeit teilt sich Schulleiterin Marlies Lütkehermölle ein Büro mit ihrer Stellvertreterin, zudem dient der Raum als Besprechungszimmer. Auch für die Integration braucht die Lambertischule mehr Platz. Dabei geht es nicht um zusätzliche Klassen-, sondern um Nebenräume, um beispielsweise mit einzelnen Kindern zu arbeiten. „Die Kinder sitzen sonst auf dem Flur. Es geht einfach nicht mehr“, schilderte Marlies Lütkehermölle in der Sitzung den Status Quo.

Was also haben die Planer vor? Der Haupteingang der Lambertischule soll mit einem Windfang versehen und dadurch ein gutes Stück nach vorne gezogen werden. „Er ist dann präsenter und auch besser auffindbar“, erklärte Otte. Als erstes stünde aber im Obergeschoss eine Erweiterung an. Dorthin soll die Verwaltung wechseln. Dieser neue Trakt entsteht auf den überdachten Eingangsbereich und umfasst neben jeweils einem eigenen Büro für die beiden Schulleiterinnen und das Sekretariat das Lehrerzimmer, ein Archiv und eine Bibliothek. Zwei Klassen aus dem Erdgeschoss ziehen ebenfalls in die obere Etage. Im Erdgeschoss werde so Platz frei für die Offene Ganztagsschule, einen Erste-Hilfe-Raum, ein Büro für die Schulsozialarbeit sowie Gruppen- und Besprechungsräume. Die Erweiterung der Küche werde vorerst zurückgestellt, so die Planer.

Marlies Lütkehermölle zeigte sich von den Plänen angetan. Auch ihr Kollegium stehe voll hinter den Ideen, erklärte die Schulleiterin in der Ausschusssitzung.

Optische Gestaltung

Bei der optischen Gestaltung des Gebäudes haben Thomas Otte und Markus Petry nach eigenen Angaben versucht, sich in den Kanon der verschiedenen An- und Umbauten einzufinden. „Die Schule ist aus verschiedenen Clustern zusammengesetzt. Das spielen wir weiter“, so Markus Petry.

Beim Material wollen sie ebenfalls den Bestand aufgreifen. Heißt: Auch die neuen Gebäudeteile sollen mit den türkisfarbenen Eternitplatten sowie rotem Klinker verkleidet werden. Für die Wände des überdachten Eingangsbereichs sind ebenfalls Klinkersteine vorgesehen. Dies sei in jedem Fall eine robuste und damit langlebige Lösung. Eine erste Kostenschätzung für die Erweiterung der Lambertischule geht von etwas mehr als drei Millionen Euro aus.

Diskussionen um Baustellenzufahrt

Diskussionen im Ausschuss gab es noch bezüglich der Baustellenzufahrt. Die Architekten möchten die Zuwegung über die Friedrich-Wilhelm-Weber-Straße organisieren. Neben dem Bolzplatz auf der anderen Seite der Schule sollen die Container der Baufirmen zum Stehen kommen. Was sowohl Otte als auch Petry unbedingt vermeiden möchten, ist, dass Schulkinder während der Maßnahme die Baustelle kreuzen müssen. Nachteil: Ein Teil des Spielplatzes wäre für die Dauer der Bauarbeiten nicht nutzbar. Vorschlägen, wie die Baufahrzeuge auf besserem Wege zur Lambertischule gelangen könnten (Jürgen Helker: Droste-Hülshoff-Straße/Kleiststraße oder Andreas Volkery: Gausebrink), standen die Planer aus oben genannten Gründen skeptisch gegenüber.

Quadratmeter

Und dann war da noch die Frage von Emil Lippers-Hollmann, der dem Ausschuss als Mitglied des Jugendparlaments beiwohnt. Dem Nachwuchspolitiker fehlte in der Präsentation eine ganz bestimmte Zahl. Er wollte von den Planern wissen, auf wie viel Quadratmeter die Lambertischule denn mit der Erweiterung wachsen werde. Damit erwischte er die Architekten auf dem falschen Fuß. Sie versprachen aber, die Zahl nachzureichen. Matthias Gertz vom Bauamt der Stadt Ochtrup rechnete die Quadratmeter für die WN zusammen. Demnach stehen an der Lambertischule nach der Erweiterung 503 Quadratmeter an zusätzlicher Nutzfläche zur Verfügung.

Der Vorschlag Martin Graves (FWO), mit diesem Entwurf in die weitere Planung zu gehen, die Kosten aber noch nicht freizugeben, da diese nur geschätzt seien, fand bei allen Fraktionen Zustimmung. „Uns ist wichtig, hier eine Entscheidung zu treffen und keinen Zeitverlust zu verursachen“, erinnerte Vincent ten Voorde (SPD) an die Dringlichkeit. Hajo Steffers (CDU) sah das ähnlich. „Wenn der Zeitplan nicht gefährdet ist, sehe ich kein Problem. Das ist ein vernünftiger Vorschlag.“

Kostenschätzung für die Erweiterung

Die geschätzten Kosten für die Erweiterung der Lambertischu­le setzen sich wie folgt zusammen: Herrichten und Erschließen: circa 10 000 Euro, Baukonstruktion: circa 1, 88 Millionen Euro. Technische Anlagen: circa 534 000 EuroAußenanlagen: etwa 85 500 Euro. Baunebenkosten (ohne Finanzierung): circa 520 000 Euro. Gesamtkosten: rund 3, 03 Millionen Euro.

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