Evangelische Frauenhilfe
Ein Land mit vielen Gegensätzen

Ochtrup -

Partnerland des Weltgebetstages ist in diesem Jahr Simbawe. Bei der Evangelischen Frauenhilfe informierte Marie-Luise Beidenhauser-Wansorra über die Besonderheiten des Landes. Sie erzählte von Trost und Hoffnung, aber auch von Leid und Not.

Donnerstag, 30.01.2020, 19:00 Uhr
Bei einem Vortag über Simbabwe bei der Evangelischen Frauenhilfe betrachteten die Gäste auch eine Landesfahne.
Bei einem Vortag über Simbabwe bei der Evangelischen Frauenhilfe betrachteten die Gäste auch eine Landesfahne. Foto: Norbert Hoppe

„Steh auf und geh!“ lautet das Motto des Weltgebetstages der Frauen in diesem Jahr. „Steh auf und geh!“ heißt es auch in Simbabwe, dem Partnerland der christlichen Frauen auf der ganzen Welt. Am Mittwoch informierte Marie-Luise Beidenhauser-Wansorra auf Einladung der Evangelischen Frauenhilfe im vollbesetzten Saal des Evangelischen Gemeindehauses über das Partnerland, das sie mit einer Delegation des Weltgebetstagskomitees im vergangenen Jahr besucht hatte.

Von Trost und Hoffnung berichtete die Referentin, als sie eine neue Tradition in Simbabwe vorstellte. Bei Freundschaftstreffen wenden sich vornehmlich ältere Frauen liebevoll mit Zeit, Geduld und Vertrauen einsamen Menschen zu, sind einfach da und sind so ein Zeichen für die Zuwendung Gottes zu den Menschen, erzählte Beidenhauser-Wansorra von diesem Projekt, bei dem gleichzeitig ein gutes Stück Bildung und Lebenserfahrung vermittelt werde.

Bodenschätze

Das südafrikanische Land sei zwar reich an Bodenschätzen, die 14 Millionen Menschen jedoch litten unter Armut und Not. Nur ganz wenige hätten eine bezahlte Arbeit gefunden, was jedoch nicht bedeute, dass die anderen nicht tätig wären. Vor allem die Frauen übernähmen die Erziehung, die Haushaltsführung oder den Anbau von Obst und Gemüse, das sie auf den Märkten verkauften.

Marie-Luise Beidenhauser-Wansorra (kl. Foto) informierte auf Einladung der Evangelischen Frauenhilfe über das Partnerland des Weltgebetstages Simbabwe.

Marie-Luise Beidenhauser-Wansorra (kl. Foto) informierte auf Einladung der Evangelischen Frauenhilfe über das Partnerland des Weltgebetstages Simbabwe. Foto: Norbert Hoppe

„Zuletzt hat sich die Wasserknappheit verschärft“, berichtete Beidenhauser-Wansorra von Flüssen, die nur noch Rinnsale oder ganz ausgetrocknet seien. Sogar die Viktoria-Wasserfälle, die größten der Welt, führten in der Trockenzeit kaum noch Wasser. Die Ernten seien in den vergangenen Jahren schlecht ausgefallen.

Diktatur

Nach der Unabhängigkeit im Jahr 1980 habe das Land zunächst unter seinem Präsidenten Robert Mugabe einen gewaltigen Aufschwung genommen. Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesen seien für afrikanische Verhältnisse vorbildlich gewesen. Doch immer mehr wandelte sich das Staatswesen zu einer Diktatur. Mit Korruption und Misswirtschaft gelänge es den sogenannten Eliten, den Reichtum des Landes der Bevölkerung vorzuenthalten. Wenn die Familien nicht zusammenhielten und sich gegenseitig helfen würden, könnten die Menschen kaum überleben. Auch dass die Lebenserwartung lediglich 62 Jahre für Frauen und 59 für Männer betrage, sei zum großen Teil auf die schlechte Versorgungslage zurückzuführen.

Zuletzt hat sich die Wasserknappheit verschärft.

Marie-Luise Beidenhauser-Wansorra

Mit vielen Bildern von Löwen und Affen, von historischen Denkmalen und der Natur brachte die Referentin den Frauen auch die Schönheiten von Simbabwe näher, in dem 86 Prozent der Bevölkerung einer christlichen, überwiegend der evangelischen, Kirche angehören. Auch mit Unterstützung des Weltgebetstages soll das Land mit seinen Menschen in eine hoffnungsvolle Zukunft geführt werden, wie es auch das Titelbild des Weltgebetstages aussagt. Der simbabwischen Künstlerin, die das Werk geschaffen hatte, konnte das Komitee auf seiner Reise begegnen.

„Steh auf und geh!“ heißt es auch am 6. März (Freitag), wenn sich Frauen aller Konfessionen in das Gebet rund um den Globus einreihen und zu einem ökumenischen Gottesdienst in der Evangelischen Kirche versammeln.

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