Aktion „Finde dein Licht“
Alles dreht sich um Maria

Ochtrup -

Die Langenhorster Elfenbein-Madonna misst mit Sockel gerade einmal 23 Zentimeter. Und trotzdem stand diese kleine Figur am späten Sonntagnachmittag im Mittelpunkt der Aktion „Finde dein Licht“ in der St.-Johannes-Baptist-Kirche.

Dienstag, 04.02.2020, 06:00 Uhr
Nach langer Zeit war die Elfenbein-Madonna wieder in der Langenhorster Stiftskirche zu sehen. Im Rahmen der Aktion „Finde dein Licht“ schlugen Hildegard Schulze Elshoff und ihre Mitstreiterinnen vom Orga-Team den Bogen vom ehemaligen Augustinerinnen-Kloster bis zu heutigen Zeit.
Nach langer Zeit war die Elfenbein-Madonna wieder in der Langenhorster Stiftskirche zu sehen. Im Rahmen der Aktion „Finde dein Licht“ schlugen Hildegard Schulze Elshoff und ihre Mitstreiterinnen vom Orga-Team den Bogen vom ehemaligen Augustinerinnen-Kloster bis zu heutigen Zeit. Foto: Martin Fahlbusch

Gerade mal 23 Zentimeter hoch und auf einem kleinen Kästchen, das Reliquien enthalten soll, stand am späten Sonntagnachmittag die Langenhorster Elfenbein-Madonna in der Stiftskirche St. Joannes Baptist im wahren und im übertragenen Sinne auf dem Altar im Mittelpunkt. Das Motto, das sich die Klosterlandschaft Westfalen-Lippe, in der (auch ehemalige) Klöster und Klosteranlagen in der Region auf Initiative des Landschaftsverbandes (LWL) stärker miteinander kommunizieren, lautet „Finde Dein Licht“.

Die Vorbereitungsgruppe mit Hildegard Schulze-Elshoff, Pastoralreferentin Anja Möllers , Sylvia Evers , Bettina Preuß und Dechant Stefan Hörstrup konnte sich zum Fest „Mariä Lichtmess“ glücklich schätzen, vorübergehend die kleine Muttergottes-Statue mit dem Jesuskind wieder in Langenhorst vorstellen zu können. Diese ist um 1320 aus einem Elfenbeinzahn in Paris gestaltet worden und möglicherweise als Mitgift für eine adelige Klosterschwester damals nach Langenhorst gelangt.

Hildegard Schulze Elshoff

Hildegard Schulze Elshoff Foto: Martin Fahlbusch

Mittlerweile hat das ehemals wohl auch farbig gestaltete bedeutende Kunstwerk im Diözesanmuseum in Münster seinen Platz gefunden. In einer religiös und historischen Feier wurde am Sonntag nunmehr der Versuch unternommen, den der Bogen vom ehemaligen Augustinerinnen-Kloster in Lan­genhorst über die erwähnte Statue zu Maria und dem Licht zu schlagen. „Durch Maria wurde Gott zum Menschen und so wurde Jesus das Licht der Welt für alle Menschen und zu allen Zeiten“, steckte Hildegard Schulze-Elshoff die thematischen Anliegen dieser anrührenden Feier ab.

Eindrucksvoll war nicht nur die Lichtgestaltung des Kirchenraumes, sondern ganz wesentlich auch die wunderbar vorgetragenen Gesänge des Chores „fEin­klang“ unter dem Dirigat von Sabine Klups-Baller ausschlaggebend für diesen stimmigen

Sylvia Evers (r.) und Bettina Preuß.

Sylvia Evers (r.) und Bettina Preuß. Foto: Martin Fahlbusch

Gesamteindruck. Hier muss man unbedingt das musikalisch bemerkenswerte „Ave Maria“ des 1973 geborenen Helge Burggrabe erwähnen, das sich als roter musikalischer Faden (auch als Wechselgesang mit den Kirchenbesuchern) durch die Veranstaltung zog.

Andererseits sollte in dem dadurch recht textlastigen Programm der historische Ursprung des Augustinerinnenklosters in Langenhorst, das Domdechant Franko von Wettringen 1178 im Jahre gründete, dargestellt und betrachtet werden. Hinzu trat eine kunsthistorische Würdigung der Statuette, die in Frankreich geschnitzt wurde und nur noch zwei nahezu identische Entsprechungen im Louvre in Paris und im Britischen Museum in London hat.

Anja Möllers

Anja Möllers Foto: Martin Fahlbusch

Natürlich ging es der Vorbereitungsgruppe auch darum, Maria in ihrer Werthaftigkeit und Strahlkraft für das aktuelle Leben der Menschen heute plastisch zu entwickeln. Da waren die zum Teil gregorianischen Wechselgesänge zwischen einer kleinen Solisten-Gruppe und dem Chor oder „Marias Magnifikat“ („Meine Seele preist die Größe des Herrn“) – hier in der Vertonung von Felix Mendelssohn-Bartholdy ein stimmiger Gegenpol, der Raum zur Verarbeitung und meditativem Nachsinnen schuf.

In einer schlichten Zeremonie segnete Stefan Hörstrup rund 120 gespendete Kerzen und beschloss den beeindruckenden Nachmittag mit einem Segen für die Gemeinde. Allein, der rege Zuspruch zu dieser meditativ-musikalischen Atempause war so groß, dass die Kerzen, die an die Besucher verteilt wurden, lange nicht ausreichten. Anschließend trafen sich die Besucher im Stiftsgebäude zu Gesprächen, Gebäck und Getränken.

Der Chor „fEinklang“ gestaltete die Aktion „Finde dein Licht“ in der Langenhorster Kirche musikalisch.

Der Chor „fEinklang“ gestaltete die Aktion „Finde dein Licht“ in der Langenhorster Kirche musikalisch. Foto: Martin Fahlbusch

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