Schöffengericht in Rheine verhandelt wegen gefährlicher Körperverletzung
Bewährungsstrafe für renitenten Gast

Ochtrup/Rheine -

Zu 15 Monaten Haft hat das Schöffengericht in Rheine jetzt einen 29 Jahre alten Mann aus Ochtrup verurteilt. Er war angeklagt wegen gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung und Beleidigungen. Die Strafe wurde zur Bewährung aus gesetzt.

Mittwoch, 05.02.2020, 20:00 Uhr
Ein 29-jähriger Ochtruper musste sich vor dem Schöffengericht in Rheine verantworten
Ein 29-jähriger Ochtruper musste sich vor dem Schöffengericht in Rheine verantworten Foto: dpa

Zudem muss der Angeklagte 500 Euro an den Verein der Bewährungshilfe zahlen. Er war einschlägig vorbestraft, stellte das Gericht fest. Der Staatsanwalt hatte drei Monate mehr beantragt.

Der Vorfall ereignete sich im Juni 2019 in einem Fastfood-Restaurant in Ochtrup. Grundsätzlich räumte der Angeklagte den Vorfall vor Gericht ein, erinnerte sich aber angeblich nicht an die eigenen Attacken.

Zum Vorfall: Der 29-Jährige attackierte mit etwa 1,5 Promille Alkohol im Blut gegen 21.30 Uhr den Gastronomen des Fastfood-Restaurants. Der hatte ihn gebeten, die E-Zigarette, die der Angeklagte sich beim Essen angesteckte hatte, entweder auszumachen oder draußen weiter zu rauchen.

„Ich war in der Küche, als ich plötzlich Rauch im Gastraum sah“, beschrieb der Wirt die Situation. Sofort hätte er dem Gast ein Rauchverbot erteilt. „Du Neger, hast mir gar nichts zu sagen, verpiss dich in Dein Scheiß-Land, wo du herkommst,“ soll er laut Anklage geantwortet haben. Er habe zudem viele weitere Beleidigungen wie „Kanake“ und „Scheiß-Ausländer“ einstecken müssen. „Ich bin in Deutschland gut eingebürgert, so etwas ist mir noch nie passiert“, fügte er hinzu.

Der Gast beharrte darauf, „erst aufzuessen“, wie er bei Gericht die Ausgangssituation beschrieb. Als der Wirt bei seinem Rauchverbot blieb, soll der 29-Jährige ausgerastet sein. „Ich habe daraufhin auch geschlagen, was ich nicht wollte, aber ich musste mich zur Wehr sitzen“, verdeutlichte das Opfer die Situation, die zwei 18 und 19 Jahre junge Zeugen aus Gronau vor Gericht bestätigten. Demnach stand der Angeklagte auf, verpasste dem Wirt eine Kopfnuss und beschimpfte ihn weiter mit ausländerfeindlichen Parolen, warf Stühle und einen Barhocker nach ihm und verletzte ihn schließlich mit einem scharfkantigen Metallaufsetzer für benutztes Geschirr schwer an der Hand. Das Opfer erlitt einen „knöchernen Sehnenabriss“, der operiert werden musste und durch Schiefstellung eines Fingers dauerhafte Beschwerden bereitet. Sechs Wochen sei er krank geschrieben worden, führte der Wirt aus. Ärztliche Atteste darüber lagen bei Gericht vor.

„Neger habe ich nicht gesagt“, behauptete der Angeklagte in seiner Aussage. „Das wurde durch die Aussage des Opfers glaubhaft widerlegt“, waren sich jedoch Staatsanwaltschaft und Gericht einig.

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