Besonderer Protest der Ochtruper Landwirte
Trettrecker statt blockierte Straße

ochtrup -

Insgesamt 20 Trettrecker haben Ochtruper Landwirte jetzt den Kindertagesstätten in Ochtrup gespendet. Das wollen die Bauern als besonderes Zeichen des Protestes verstanden wissen.

Freitag, 07.02.2020, 16:37 Uhr aktualisiert: 07.02.2020, 16:40 Uhr
Ochtruper Landwirte spendeten den Kindertagesstätten des Ortes 20 Trettrecker, die sie jetzt auf dem Gelände der DRK-Kita an die Einrichtungen übergaben.
Ochtruper Landwirte spendeten den Kindertagesstätten des Ortes 20 Trettrecker, die sie jetzt auf dem Gelände der DRK-Kita an die Einrichtungen übergaben. Foto: Anne Steven

Was sich am Donnerstagnachmittag auf dem Rasen des DRK-Kindergartens abspielte, war eine ganz besondere Form des Bauern-Protestes. Denn diesmal wollten die Ochtruper Landwirte keine Straßen blockieren, sondern etwas für den Nachwuchs in der Töpferstadt tun.

„Es war so etwas wie eine Schnapsidee, nur ohne Schnaps“, versucht sich Landwirt Markus Paßlick beim Ortstermin lachend an einer Erklärung, wie es zu dieser Aktion kam. Nach zahlreichen Teilnahmen an Trecker-Demos fanden die Landwirte, dass es sei an der Zeit sei, mal in anderer Form auf sich aufmerksam zu machen. Die Idee: Jeder Kindergarten in Ochtrup sollte einen Trettrecker bekommen.

Aufgekommen war dieser Gedanke in der WhatsApp-Gruppe der Bauern. „Mach mal langsam“, hätten einige Landwirte vorab gesagt. Sie seien skeptisch gewesen, ob dieses Vorhaben gelingen würde, erzählt Markus Paßlick. Doch dann kam die Aktion ins Rollen – und wie.

Die Landwirte streckten ihre Fühler aus, nutzen Kontakte zu Unternehmern, spendeten selbst ein bisschen Geld und ruck-zuck hatten sie 20 Trettrecker plus einige Anhänger und Güllefässer beisammen. „Es hat gar nicht lange gedauert“, ist Markus Paßlick immer noch baff, wie schnell alles ging.

Am Donnerstag standen er und seine Kollegen nun vor einem ganz anderen Problem: Wie sollten sie 20 Trettrecker auf 15 Kindertagesstätten aufteilen? Doch an dieser Stelle kam die Kompetenz der Erzieherinnen ins Spiel. In Windeseile waren sämtliche Trecker auf alle Einrichtungen verteilt.

Die neue Fahrgeräte wurden gleich ausprobiert.

Die neue Fahrgeräte wurden gleich ausprobiert. Foto: Anne Steven

Draußen auf dem Rasen durften die neuen Gefährte gleich in der Praxis ausprobiert werden. Und was eine richtige Bauern-Demo ist, die braucht auch ein ordentliches Hupkonzert – keine besondere Herausforderung für die kleinen Treckerfahrer. Lauthals ließen sie die nicht vorhandenen Hupen ihrer Mini-Trecker erklingen.

Im Anschluss an diese kleine Protest-Aktion der besonderen Art hockten Erzieherinnen und Landwirte noch beisammen und tauschten sich bei Kaffee und anderen Getränken über verschiedene Themen aus. Währenddessen testete der Nachwuchs die Renntauglichkeit des DRK-Zen­trums. „Die schaffen mindestens genauso viele Kilometer wie ihr auf euren großen Maschinen“, meinte Gastgeberin und Leiterin der DRK-Kita, Renate Schier, lachend in Richtung der Landwirte. Diese stimmten grinsend zu. Sehr verbindend diese Trecker-Demos.

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