Neue Selbsthilfegruppe in Planung
Leben danach optimieren

Ochtrup -

Eine Selbsthilfegruppe für amputierte Menschen soll in Ochtrup gegründet werden. Zunächst gibt es ein Informationstreffen.

Dienstag, 11.02.2020, 06:09 Uhr aktualisiert: 11.02.2020, 06:20 Uhr
In Ochtrup soll eine neue Selbsthilfegruppe Amputierte entstehen, Stephan Hanel und seine Mitarbeiterin, die Orthopädietechnikerin Britta Hüsing, wollen Betroffene unter anderem über mögliche Hilfen informieren.
In Ochtrup soll eine neue Selbsthilfegruppe Amputierte entstehen, Stephan Hanel und seine Mitarbeiterin, die Orthopädietechnikerin Britta Hüsing, wollen Betroffene unter anderem über mögliche Hilfen informieren. Foto: Irrmgard Tappe

Das Leben verläuft nicht immer unbeschwert. Jederzeit kann das Schicksal zuschlagen. Ein Unfall etwa oder eine Krankheit – und plötzlich scheint nichts mehr so, wie es vorher war. Trotzdem kann dieses „Leben danach“ durchaus lebenswert sein. „Selbsthilfegruppen“, weiß Stephan Hanel , „können in solchen Fällen ein Anker für Betroffene sein.“

Der Vertriebsleiter des Sanitätshauses Seidel spricht aus Praxiserfahrung. Er hat in Rheine verschiedene Gruppen aufgebaut. Nun plant er in Zusammenarbeit mit der Praxis „Physiofit“ in Ochtrup eine Selbsthilfgruppe für Menschen mit Amputationen. „Eine Amputation ist ein radikaler Lebenseinschnitt. In der Gruppe möchten wir den Betroffenen unter anderem zeigen, welche Möglichkeiten es gibt, um dennoch optimal am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.“ Die Interessenten erfahren laut Hanel alles über die breit gefächerte moderne prothetische Versorgung, die die Beeinträchtigungen enorm minimierten. Denn „das Holzbein, das viele beim Gedanken an eine Beinamputation noch vor Augen haben, hat längst ausgedient“.

„Doch das Leben mit einer Prothese muss erlernt werden. Da ist eine entsprechende Bewegungstherapie unerlässlich. Deshalb haben wir Physiofit mit ins Boot geholt“, berichtet Hanel.

Neben Vorträgen zu bestimmten Themen rund um den Alltag mit einer Prothese ist der Austausch der Betroffenen ein wesentlicher Aspekt der Treffen. „Es kommen Menschen zusammen, die aus unterschiedlichen Gründen eine Amputation erfahren mussten“, bemerkt Hanel und nennt einige Beispiele.

Eine Frau, die durch einen Verkehrsunfall einen Arm verlor. Oder der junge Familienvater, dessen Bein aufgrund einer Knochenkrebserkrankung amputiert werden musste. Oder der Arbeiter, der sich mit einer Kreissäge die Hand zerfetzte. Ein zunehmendes Phänomen unserer Zeit, so Hanel, seien auch Beinamputationen aufgrund von Diabetes.

„Die Teilnehmer von Selbsthilfegruppen bauen sich gegenseitig auf. Das erlebe ich immer wieder“, hat Hanel festgestellt. Es seien aber nicht nur Leute angesprochen, die bereits betroffen seien, sondern auch solche, denen eine Amputation bevorstehe. Außerdem seien Angehörige willkommen. Der Landesverband für Menschen mit Amputationen wird die Gruppe begleiten.

Am 26. Februar (Mittwoch) laden Stephan Hanel aus dem Sanitätshaus Seidel und Physiotherapeut Hajo Reekers von Physiofit zu einem Info-Teffen über die geplante Selbsthilfegruppe ein. Das unverbindliche Treffen beginnt um 18 Uhr im Café des Pius Hospitals.

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