Veranstaltungsreihe zur Woche der Brüderlichkeit
Versöhnungsgedanke im Fokus

Ochtrup -

Die Woche der Brüderlichkeit soll Christen und Jugend zusammenbringen. Auch in diesem Jahr hat das Kulturforum Ochtrup eine Veranstaltungsreihe auf die Beine gestellt. Der Auftakt ist am 8. März (Sonntag). Diesmal rücken die Organisatoren den Versöhnungsgedanken verstärkt in den Fokus. Die Eröffnung übernimmt Landrat Marek Kieler aus Ochtrups Partnerstadt Wieluń in Polen.

Samstag, 15.02.2020, 07:37 Uhr aktualisiert: 15.02.2020, 07:40 Uhr
In der Alten Kirche in Welbergen wird Landrat Marek Kieler aus dem polnischen Wieluń die Veranstaltungsreihe zur Woche der Brüderlichkeit eröffnen
In der Alten Kirche in Welbergen wird Landrat Marek Kieler aus dem polnischen Wieluń die Veranstaltungsreihe zur Woche der Brüderlichkeit eröffnen Foto: Katrin Kuhn

Am 8. März (Sonntag) wird die Woche der Brüderlichkeit eröffnet. Sie soll den Dialog zwischen Juden und Christen fördern, sie ein­ander näherbringen.

Wie notwendig dies auch 75 Jahre nach Auschwitz ist, zeigen Vorfälle wie im Oktober vergangenen Jahres in Halle, die in unserer Gesellschaft wieder häufiger werden. „Antisemitismus hält sich fest in der Bevölkerung“, weiß auch der Geschäftsführer des Kulturforums, Dr. Guido Dahl. Die Woche der Brüderlichkeit sei deshalb ein gutes Instrument, um einen bildungspolitischen Akzent abseits jeglicher Schönfärberei zu setzen, findet er. Wichtig sei, in der Gesellschaft eben auch das Besondere, das Individuelle zu stärken und nicht zuzulassen, dass es durch den Druck der Allgemeinheit in irgendeiner Art und Weise gleichgeschaltet und damit zerstört werde.

Dahl hält sich an den Philosophen Theodor W. Adorno, der sich darum sorgte, dass die Menschen mit ihrer Identität und Widerstandskraft auch Qualitäten einbüßten, mit denen sie sich Auswüchsen wie etwa dem Antisemitismus entgegenzustemmen könnten. Diese Gedanken gelte es, sensibel in jede Veranstaltung der Woche der Brüderlichkeit zu tragen.

Eigentlich sollte in diesem Jahr Wolfgang Clement die Veranstaltungsreihe eröffnen. Doch er musste aus gesundheitlichen Gründen absagen, berichtete Dahl. So wird es statt des ehemaligen Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen am 8. März (Sonntag) Landrat Marek Kieler aus dem polnischen Wieluń sein, der die Veranstaltungsreihe des Kulturforums um 17 Uhr in der Alten Kirche in Welbergen eröffnet.

Das Kulturforum will in diesem Jahr einen ganz besonderen Akzent setzen. Denn der Versöhnungsgedanke spiegele sich unter anderem in den Städtepartnerschaften wieder. Jene zwischen Och­trup und Wieluń in Polen währt mittlerweile schon zehn Jahre. Was mit Blick auf die Geschichte Wieluńs und seine fast vollständige Zerstörung im Zweiten Weltkrieg besonders heraussticht.

Diese Freunds

Konzert "Shalom-Kirche trifft Synagoge" mit Semjon Kalinowsky (r. Bratsche) und Konrad Kata (Orgel)

Konzert "Shalom-Kirche trifft Synagoge" mit Semjon Kalinowsky (r. Bratsche) und Konrad Kata (Orgel) Foto: Pressefoto

chaft soll in der Woche der Brüderlichkeit eine nachdrückliche Wertschätzung erfahren. Seine Festrede hat Marek Kieler unter das Thema „Tu deinen Mund auf für die

Marek Kieler

Marek Kieler Foto: Pressefoto

Anderen“ gestellt. Zudem ist zum Abschluss der Brüderlichkeitswoche am 14. März (Samstag) um 12 Uhr ein Festakt zur zehnjährigen Partnerschaft in der Villa Winkel mit geladenen Gästen vorgesehen.

Zwischen diesen zwei Veranstaltungsterminen findet am 10. März (Dienstag) um 19.30 Uhr in der Stiftskirche St. Johannes, Langenhorst, ein interreligiöser musikalischer Dialog „Shalom – Kirche trifft Synagoge“ statt. „Das Programm trägt in sich eine künstlerische Botschaft der ganz besonderen Art“, heißt es in Ankündigung. Angelehnt an die reichen Traditionen der christlichen Orgelmusik und der jüdischen Liturgie, vereine dieses Programm in einem einzigartigen Konzept die beliebten Repertoire-Klassiker wie „Kol Nidrei“ von Max Bruch, „Prayer“ von Ernest Bloch und „Synagogen Melodien“ von

Dr. Dina El Omari, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Islamische Theologie der Universität Münster

Dr. Dina El Omari, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Islamische Theologie der Universität Münster Foto: Pressefoto

Louis Lewandowski mit den wertvollen, in Vergessenheit geratenen Werken von Friedrich Gernsheim und Albert Kellermann, die Semjon Kalinowsky neu entdeckt hat. Das Konzert schlage eine Brücke zwischen Tradition und Moderne. Der Eintritt ist frei, um eine Spende am Ausgang der Kirche wird gebeten.

Am 12. März (Donnerstag) wird Dr. Dina El Omari, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Islamische Theologie der Universität Münster, um 19.30 Uhr in der Bücherei St. Lamberti zum Thema „Die Rolle der Frau im Islam. Fakten und Vorurteile“ referieren. Dabei werde die Rolle der Frau besonders diskutiert. Ist das Kopftuch ein Symbol der Würde oder der Unterdrückung? Gibt es im Islam Geschlechtergerechtigkeit? Von welchem Islam reden wir dabei? Die Referentin wird laut Ankündigung „den historischen Kontext des Korans im Spannungsfeld mit der heutigen islamischen Gesellschaft“ näher beleuchten. Der Eintritt beträgt zehn Euro.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7260251?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F182%2F
Taxifahrer sprüht mit Reizgas in Auto
Mit Pfefferspray sprühte ein 40-jähriger Taxifahrer aus Emsdetten am 14. September auf ein Pärchen, das neben ihm an der Ampel stand. dpa - Bildfunk+++
Nachrichten-Ticker