Kammermusikreihe: Junge Musiker begeistern das Publikum
Konzentrierter Wille mit ganz viel Feuer

Ochtrup -

Begeistert war das Publikum von zwei jungen Musikern, die in der Kammermusikreihe der Stadt auf Haus Welbergen aufspielten. Sie waren mit Engagement bei der Sache und zeigten, dass sie durchaus verstanden haben, welchen Hintergrund welche Stücke haben.

Dienstag, 18.02.2020, 06:21 Uhr aktualisiert: 18.02.2020, 18:08 Uhr
Zogen das Publikum auf Haus Welbergen beim Kammermusikkonzert mit ihren Darbietungen voll in ihren Bann: Dorothea Stepp (Violine) und Asen Tanchev (Klavier)
Zogen das Publikum auf Haus Welbergen beim Kammermusikkonzert mit ihren Darbietungen voll in ihren Bann: Dorothea Stepp (Violine) und Asen Tanchev (Klavier) Foto: Martin Fahlbusch

Bei Robert Schumanns Sonate Nr. 1, op. 105 a-moll, waren die beiden jungen Musiker, Dorothea Stepp (Violine) und Asen Tanchev (Klavier), am Sonntag bei ihrem Konzert der Kammermusikreihe der Stadt Ochtrup auf Haus Welbergen ganz bei der Musik, bei der abschließenden schwierigen Sonate Nr. 2 in G-Dur von Maurice Ravel ganz bei sich und ohrenfällig auch in ihrem Element.

Es war schon mutig, in so einem wirklich anspruchsvollen Programm mit einem auch die Zuhörer fordernden Werk zu enden. In dem Kopfsatz, einem regelrecht nervösen Allegretto, scheinen Violine und Klavier eher gegeneinander zu kämpfen - bis hinein in leicht disharmonische Passagen. Ganz überraschend dann der Wechsel im zweiten Satz in eine schwermütige, eben bluesartige Stimmung (siehe Satzbezeichnung). Passagenweise wird man an die Tonsprache von George Gershwin erinnert. Im Finalsatz dann wieder ein von Wiederholungen strotzendes Allegro, in dem die Instrumente zwar auf Gemeinsamkeit sinnen, ohne aber ihren je eignen Charakter zu verleugnen. Genauso hat Maurice Ravel die Beziehung zwischen Geige und Klavier verstanden und genauso komponiert.

Die beiden Musiker, die in die aktuelle Bundesauswahl Konzerte junge Künstler aufgenommen und dadurch eben auch ausgezeichnet sind, wurde nicht nur dort, sondern mit allen Werken des Konzertes diesem Gütesiegel mehr als gerecht. Sie haben das berühmte Feuer, den konzentrierten Willen, sich unmittelbar mit denWerken auseinanderzusetzenund sie in eigener Sichtweise zu präsentieren. Und sie tun das für zwei junge Menschen von gerade mal Mitte 20 mit erstaunlichen Fertigkeiten und beachtlicher musikalischer Reife.

Werken auseinanderzusetzenachtlicher musikalischer Reife.

Der weitgespannte Bogen der Werkauswahl von Guiseppe Tartinis (1692-1770) „Teufelstrillersonate“, über Beethoven A-Dur-Sonate op. 30 und dem genannten Schumann-Stück ermöglichte den äußerst angetanen Zuhörern einen interessanten Überblick der Entwicklung dieser Sonatenform für Violine und Klavier. Mit Doppelgriffen und vertrackten Trillern ist die Tartini-Sonate noch sehr Violine betont.

Ganz anders geht es bei Beethoven weiter. Da sucht das eigenständige Klavier den Dialog und das spannungsgeladene Gespräch mit der Violine, deren gemeinsame Klangsprache Robert Schumann noch romantischer ergänzt. Viel verdienten Beifall gab es für zwei bemerkenswerte, engagierte Musiker. Die bedankten sich mit dem eher zarten „Après un rêve“ von Gabriel Fauré.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7271515?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F105%2F182%2F
Nachrichten-Ticker