Raum für Musikschule und Stadtkapelle
Erst mal den Standard aufholen

Ochtrup -

Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Firma Uponor an der Professor-Katerkamp-Straße soll künftig als Musikschule dienen. Diese Option hat die Verwaltung im Ausschuss für Bildung und Sport vorgestellt. Auch die Stadtkapelle könnte dort regelmäßig proben.

Dienstag, 18.02.2020, 19:03 Uhr aktualisiert: 19.02.2020, 11:56 Uhr
In dem ehemaligen Verwaltungsgebäude der Firma Uponor an der Professor-Katerkamp-Straße ist derzeit provisorisch eine Kindertagesstätte untergebracht. Wenn diese umzieht, könnten die Räume durch die Musikschule und die Stadtkapelle genutzt werden.
In dem ehemaligen Verwaltungsgebäude der Firma Uponor an der Professor-Katerkamp-Straße ist derzeit provisorisch eine Kindertagesstätte untergebracht. Wenn diese umzieht, könnten die Räume durch die Musikschule und die Stadtkapelle genutzt werden. Foto: Anne Steven

Die räumliche Zukunft der Musikschule und auch die der Stadtkapelle haben am Montagabend im Ausschuss für Bildung und Sport zur Debatte gestanden. Denn beiden steht die „Obdachlosigkeit“ bevor, wie es Michael Alfert von der Stadt Ochtrup flapsig formulierte.

Nicht nur, dass es der Musikschule an Platz mangelt, ab dem 30. Juni müssen zudem die Räume in der ehemaligen Pestalozzischule geräumt werden, weil dort die neue Feuerwache hinkommt. Davon ist auch die Stadtkapelle betroffen (wir berichteten).

Lösungansatz

Doch es scheint sich eine Lösung anzubahnen: Bereits Mitte Dezember vergangenen Jahres hatte die Politik über Anträge der CDU und der FWO beraten, zunächst das ehemalige Verwaltungsgebäude der Firma Uponor an der Professor-Katerkamp-Straße für diese Zwecke zu nutzen. Inzwischen habe ein Ortstermin mit allen Beteiligten stattgefunden, berichtete Michael Alfert. Das Ergebnis: die Räume sind offenbar geeignet.

Aktuell ist in dem Gebäude, das früher einmal die Kreisberufsschule beherbergte, provisorisch die viergruppige Kita der pme Familienservice gGmbH untergebracht. Deren Neubau wird derzeit auf dem Gelände am Gausebrink/Witthagen realisiert. „Im August 2020 soll der Umzug erfolgen“, so Michael Alfert. Das Jugendamt des Kreises gehe davon aus, dass das in Ochtrup bestehende Angebot von 51 Kita-Gruppen in 15 Einrichtungen und ergänzender Kindertagespflege die Nachfrage nach Betreuungsplätzen voraussichtlich auch in den zwei bis drei Folgejahren decken wird. Spitzen könnten in den Kitas abgefangen werden. Demnach stünde die ehemalige Kreisberufsschule ab dem Spätsommer leer und müsste vorerst nicht für ein Kita-Provisorium in Reserve gehalten werden.

Nutzbar sei derzeit allerdings nur das Erdgeschoss. Im linken Gebäudeteil könnte die Stadtkapelle unterkommen, im rechten Gebäudesegment die Musikschule. Die Räume im Dachgeschoss wurden früher ebenfalls als Büros genutzt. Hierfür müssten, laut Alfert, allerdings zunächst Nutzungsänderungen beantragt werden. Zudem stünden in allen Räumen Umbauten an. Schon ergeben sich aber offenbar Synergien zwischen Stadtkapelle und Musikschule, wie Ausschussmitglied Jürgen Helker (CDU), der in diesem Zusammenhang auch als Vorsitzender der Stadtkapelle sprach, betonte. So könne der große Probenraum des Musikzuges beispielsweise im Rahmen von Konzerten auch durch die Musikschule genutzt werden.

Die Leiterin der Realschule, Doris Nollen Kuhlbusch, wollte dann noch wissen, ob die Option, die Musikschule beispielsweise im Rahmen eines Multifunktionsgebäudes an das Schulzentrum anzugliedern, noch aktuell sei? Derzeit werde zusammen mit einem Planungsbüro eine Raumbedarfsanalyse und Machbarkeitsstudie für das Schulzentrum erstellt, so Michael Alfert. Das Ergebnis soll noch vor den Osterferien 2020 den Schulleitungen und der Verwaltung präsentiert werden. Ob und wie es ein Multifunktionsgebäude geben werde, sei eine politische Entscheidung. Während eine Nutzung des ehemaligen Uponor-Gebäudes relativ zügig möglich wäre, würde sich die Realisierung eines Multifunktionsgebäudes in jedem Fall hinziehen.

Standard oder Denkmal?

Der Leiter der Musikschule, Andreas Hermjakob, kam in einer Sitzungsunterbrechung zu Wort. Das Uponor-Gebäude sei für ihre Zwecke gut geeignet und ermögliche es, die Schüler von vier Standorten an einem Punkt zusammenzuziehen. Drei bis vier Räume seien zudem in Reserve, es fehle lediglich ein Raum für den Tanzunterricht. „Die Musikschule hat Potenzial“, betonte Hermjakob und warb dafür, „nicht zu klein zu denken“. „In Spitzenzeiten werden bei der Musikschule elf Räume gleichzeitig genutzt“, machte Alfert die Dimension des Platzbedarfs deutlich. Insgesamt hat die Einrichtung aktuell 718 Schüler und 32 Dozenten. Zudem sei die Stadt verpflichtet, der Musikschule kostenfreie Räume anzubieten.

Claudia Fremann (FWO) wollte wissen, ob das ehemalige Uponor-Gebäude ausreiche, oder ob die Marienkirche eine bessere Alternative sei. Diese Option wurde ebenfalls bereits mehrfach diskutiert (wir berichteten). Dazu meinte Andreas Hermjakob: „Mit dem ehemaligen Uponor-Gebäude würden wir einen gewissen Standard wieder aufholen. Wenn wir uns aber ein Denkmal setzen wollen, nehmen wir die Marienkirche.“

Die Verwaltung will nun die Planungen verfeinern, die notwendigen Anträge vorbereiten und der Politik dann den Kostenrahmen vorstellen.

„Haus der Vereine“

 

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